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11.10.2007 09:32 Uhr

Zwei Neubrandenburger im Profiteam des F.C. Hansa

Für Cheftrainer Trainer Frank Pagelsdorf (49) vom F.C. Hansa Rostock sind diese Worte wie ein Programm: „Wir wollen Deutschlands Ausbildungs-Verein Nr. 1 werden…“
Pagels Philosophie: Namenlose Fußballer aus Deutschland zu Kickern mit Rang und Namen zu machen.

Am 9. Spieltag der neuen Saison hatte Pagelsdorf erst Assani Lukimya-Mulongoti (früher Hertha BSC II) und Fin Bartels (damals 3. Liga Holstein Kiel) als Neulinge zu Bundesliga-Spielern „geschlagen“. Unter den 24 eingesetzten Akteuren waren sie die Bundesliga-Neulinge Nummer 13 und 14 der Saison bei Hansa.
Jetzt hat der Mann mit dem „Goldenen Händchen“ zwei Neubrandenburger im Visier und in die Trainingspflicht genommen.
Denn: Pagelsdorf hat mit Verteidiger Tom Buschke (19) und Mittelfeldspieler Tobias Jänicke (18) zwei Amateure  aus der Mannschaft von Amas-Trainer Thomas Finck am 10. Oktober 2007 zu den Profis geholt.
Die beiden Nobodys sind allerdings im Verein keine Unbekannten: Tom und Tobias sind zwei „Kinder“ der zweiten Generation des Hansa-Internates, vor einem Jahr bzw. in diesem Sommer sind sie da erst ausgezogen.
Außerdem haben beide schon ihre Meriten: Als Abwehrchef der B-Jugend wurden Buschke und Jänicke 2005 Deutscher Vizemeister unter Thomas Finck, waren beide oft bei DFB-Sichtungen, Tom spielte sogar zweimal für Deutschland als Jugend-Nationalspieler.
„Pagel“ zu den erstaunten Journalisten am Trainingsplatz: „Sie sind in der zweiten Mannschaft aufgefallen. Wir schauen sie uns ein paar Wochen an.“
Eine ähnliche „Sichtung“ führte Pagelsdorf schon kurz nach seiner Amtseinführung im August  2005 durch – damals blieb nach kleinen Anlaufschwierigkeiten  ein gewisser Zafer Yelen am Ende als einer von fünf im „Fangnetz“ des Trainers stecken…
Finck freut es, zwei seiner Zöglinge aus seiner damaligen Vize-Meisterelf nach oben schieben zu können. „Dies ist schließlich Sinn unserer Mannschaft…“

 

Die Visitenkarten der beiden Jungs:

 

Tobias Jänicke: Eigentlich ist er noch Junior
Geboren: 16. März 1989 in Neubrandenburg. Größe: 1,78 m. Gewicht: 76 kg. Beruf: Schüler
Tobias Jänicke stammt aus Neubrandenburg, begann schon mit fünf Jahren beim FC Neubrandenburg als Fußballer in der F1. Tobias rückte vor einem Jahr von der B-Jugend in die A-Jugend auf. Er war Kapitän der Mannschaft. Auch der DFB hatte den Jungen schon in seinem Fokus, am Ende reichte es aber noch nicht für die EM in Luxemburg 2006. Tobias  ist ein talentierter, ehrgeiziger und eifriger Mittelfeldspieler. Thomas Finck sagt über ihn: „Ich kenne ich schon lange, arbeite seit der B-Jugend mit ihm zusammen. Der Bursche kommt aus der Neubrandenburger Fußballschule und ich glaube, wir werden noch viel Freude an ihm haben. Er ist schnell und dynamisch.“ Tobias könnte noch in der A-Junioren-Bundesliga von Gerald Dorbritz spielen. Hier kommt er zeitweilig auch zum Einsatz, wenn es der Spielplan möglich macht. Aber er soll sich auch schon unter Männern bewähren. Deshalb trainiert er schon seit Saisonbeginn bei Thomas Finck in der Amateur-Elf. In einer Blitzaktion landete er nun also schon im Profiteam. Wie sein ehemaliger Mannschaftskamerad Toni Kroos (jetzt FC Bayern München) könnte Tobias theoretisch nun auch sein erstes Bundesliga-Spiel bestreiten. „Ich verfolge Tonis Weg genau. Freue mich für ihn über seinen Weg. Seine Entwicklung spornt mich an.“ Tobias ist seit viereinhalb Jahren in Rostock. „Ich hatte damals die Wahl zwischen Hertha, Bremen und Rostock. Ich habe den kürzeren Weg genommen. Das war richtig. Nach einigen Anpassungsproblemen als 13jähriger habe ich mich hier total gut eingelebt. Mein Bauchgefühl für Hansa hat mich nicht getrogen. Allerdings war es für mich schon ein Problem, so jung von zu Hause weg zu sein. Aber der Erfolg hat mich bestätigt. Man ist hier erst einmal sehr auf sich selbst gestellt gewesen. Aber nach einem Jahr ging es dann, obwohl man nur alle zwei, drei Wochen nach Hause kam. Das Internat hat es mir leichter gemacht, meinen Weg zu gehen. Mit Stefan Person war ich zuletzt der dienstälteste Spieler im Internat, jetzt bin ich mit meinem 19jährigen Bruder Christoph, der in Rostock eine Physio-Ausbildung macht, in eine Wohngemeinschaft gezogen, besuche das Sportgymnasium“ Ziel: Abitur. Zweites Ziel: Profifußball. „Ich bin froh, dass ich als junger Spieler schon bei den Männern mitspielen konnte, das härtet ab, ist eine gute Schule. Das hilft, schneller voran zu kommen. Ich hoffe, ich kriege nach der Schule und dem Zivildienst meine Chance und bleibe gesund, dann klappts auch mit der Karriere…“

 

Tom Buschke: Zwei Mal für Deutschland
Geb. 29. Februar 1988 in Neubrandenburg. Größe: 1,83 m. Gewicht: 76 kg. Beruf: Schüler
Tom Buschke begann mit sechs Jahren in Neubrandenburg, zum FC. Vater Gildo und Mutter Gabriele schickten den Jungen zum Fußballtraining an die Schule des Vaters von Katrin Krabbe, wo Tom allerdings nicht bei Peter Krabbe sondern bei einem gewissen Herrn Schwarz mit dem Fußball-ABC begann. Vom Schulfußball ging es dann direkt in die F2, wo ihn als erste Übungsleiterin dann eine Frau trainierte. Edda Knauer! Schnell entwickelte sich das Talent unter ihr, schnell stieg er bei einem großen Knabenturnier in Neubrandenburg zu den besten Spielern in der Abwehr auf. Die Scouts stritten sich eben so schnell um die Gunst des Jungen. Hertha BSC, Werder Bremen und der Hamburger SV wollten ihn für ihr Jugendinternat haben. Aber in Rostock sah Tom erst einmal die besten Perspektiven für seine Zukunft. Mit 14 Jahren ging er zu Hansa. Buschke und Finck? Stimmt, die Verbindung ist nicht neu. Als Thomas Finck noch die B-Jugend des Vereins trainierte und mit dieser Mannschaft 2004/2005 Deutscher Vizemeister war, war dieser Tom Buschke der Abwehrchef in der Rostocker B-Jugendmannschaft. Zu jener Zeit bestritt er für die DFB-Auswahl zwei Länderspiele. Buschke ist Deutscher B-Jugend-Vizemeister und Bundesligadritter mit der A-Jugend 2005. Thomas Finck sagt über ihn: „Er ist ein Bursche mit viel Talent, welches er besser steuern muss. Hat großes Potential, muss es kontinuierlich abrufen. Eine ideale „6“ oder ein aufmerksamer Innenverteidiger. Er ist zweikampf- und kopfballstark.“ Tom ist tatsächlich ein sehr selbstbewusster, ehrgeiziger Fußballer, der absolut von sich überzeugt ist. Allerdings stellte er sich in seiner jungen Karriere auch schon einmal selbst ein Bein, so dass er, nach dem er schon einmal im Männerbereich reinschnuppern durfte, zeitweilig noch einmal zur Junioren-Mannschaft versetzt wurde. Daraus hat er gelernt und sich weiter entwickelt.

 

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