Offizielle Website des F.C. Hansa Rostock - Unsinkbar seit 1965

Freundschaftsspiel2015/16

F.C. Hansa Rostock
1:3
1. FC Union Berlin
Datum
Spielgegner
Ergebnis
21.05.2016
F.C. Hansa Rostock - 1. FC Union Berlin
1:3 (1:1)

Hansa verliert beim Jubiläums-Kick mit 1:3 gegen Union Berlin

Aufreibende und spannungsvolle Duelle zwischen dem F.C. Hansa und Union Berlin gab es schon viele, doch am 21. Mai erwartete beide Fanlager ein besonderes Aufeinandertreffen. Zum Vereinsjubiläum der Kogge ließen es sich die „Eisernen“ nicht nehmen, der Ostsee einen Besuch abzustatten und ein Freundschaftspiel gegen den FCH zu bestreiten – das Highlight des großen "Hansa-Tags". Die Zweitligamannschaft von Union beendete die Saison auf dem 6. Tabellenplatz und konnte erst drei Partien an der Ostsee gewinnen. Diese Bilanz wollten die Jungs von Ex-Hanseat Andre Hofschneider aufhübschen und kamen mit vielen Stammspielern ins Ostseestadion.

Hansa-Cheftrainer Brand wollte allerdings die aufstrebenden Leistungen der Rückrunde bestätigen und zudem beim Hansa-Jubiläum einer konzentrierte Leistung seiner Truppe sehen. Dabei überraschte der 43-Jährige mit einer jungen Innenverteidigung, die aus der Hansa-Jugend kommt. Tommy Grupe und Florian Esdorf durften von Beginn an ran und sollten sich in der Abwehrzentrale beweisen.

Und die Gästemannschaft aus Berlin kam besser in die Partie und übte gleich in der Anfangsphase etwas Druck auf die Rostocker Hintermannschaft aus. Über Nikci und Quring näherte sich Union dem Kasten von Marcel Schuhen. Aber die Kogge agierte fokussiert und war mit viel Einsatz zur Stelle. Der F.C. Hansa brauchte ein wenig, um in das Spiel zu kommen. Doch Maximilian Ahlschwede sorgte mit einem Sololauf und anschließender Flanke für einen echten Wachmacher beim FCH. Nun war die Brand-Truppe am Drücker. In der 17. Minute war es Ronny Garbuschewski, der mit einem öffnenden Pass Michael Gardawski auf die Reise schickte. Gardawski brachte den Ball scharf vor den Gäste-Kasten, dort lauerte Hasan Ülker und probierte es direkt, traf jedoch nur den Gegenspieler. Allerdings war Stefan Wannenwetsch hellwach, nutzte die kurze Verwirrung und erzielte die Führung. Doch die Gäste ließen den FCH nicht lange jubeln und konterten die frühe Führung nur drei Minuten später: Dennis Daube brachte den Ball scharf vor den Kasten, wo Steven Skrzybski goldrichtig stand und das 1:1 markierte.

Der Ausgleich gab Union wieder Auftrieb und ließ die Zweitligamannschaft wieder mehr Spielkontrolle verzeichnen – jedoch ohne große Torchancen zu kreieren, sodass Hansa wieder in die Partie kam und zum Ende des ersten Durchgangs auf das 2:1 spielte. Hasan Ülker wurde mit einem schönen Steckpass in Szene gesetzt, setzte sich aber gegen Benjamin Kessel unfair durch. Auch Michael Gardawski probierte es wieder über rechts – seinen Querpass konnte die Berliner Abwehr gerade noch entschärfen. Dann kam der Auftritt von Ronny Garbuschewski, der sich am linken Strafraum-Eck durchsetzen konnte und mit einem schönen Schuss für einen Aufschrei im Ostseestadion sorgte – nur die Latte verhinderte das 2:1 für die Rostocker. Und auch die „Eisernen“ wollten sich vor der Halbzeit noch einmal offensiv zu Wort melden, allerdings hatte Marcel Schuhen etwas dagegen, parierte einen Gäste-Kopfball und sicherte den 1:1-Pausenstand.

Zu Beginn der zweiten Spielhälfte wechselte Christian Brand mehrfach durch und gab einigen frischen Akteuren die Möglichkeit, sich zu präsentieren. Darunter auch Aleksandar Stevanovic. Unser Mittelfeldakteur feierte sein Comeback nach langer Leidenszeit und durfte endlich wieder auf dem Platz ran. Aber auch Probespieler Kerem Bülbül durfte 45 Minuten sein Können unter Beweis stellen und sich für einen Vetrag beim FCH empfehlen. Anders als noch zu Spielbeginn kam die Jubiläums-Mannschaft besser aus der Kabine und legte mit vielen Offensiv-Aktionen los. Der eingewechselte Platje sowie Kapitän Marcel Ziemer näherten sich dem 2:1. In dieser Phase geriet die Gäste-Abwehr ein wenig ins Wanken, überstand die FCH-Vorstöße aber und erarbeitete sich wieder mehr Feldvorteile. Doch Hansa stand sehr gut, ließ wenig zu und versuchte immer wieder in Umschaltsituationen zu kommen.

Union probierte es auch mal wieder mit einigen Torannäherung, aber zumeist war die Hansa-Defensive auf der Höhe und vereitelte die Bemühungen der Berliner. Jedoch sorgte in der 67. Minute eine Unaufmerksamkeit für die Gäste-Führung: Plötzlich hatte Union die Kontersituation über Quiring, der im Eins-gegen-Eins eiskalt blieb und das 2:1 gegen den kurz zuvor eingewechselten Johannes „Pommes“ Brinkies machen konnte. Die Hofschneider-Elf blieb weiter am Ball und ließ durch einen Lattenknaller von Steven Skrzybski erneut die Offensiv-Qualität aufblitzen.

Hansa kämpfte sich langsam zurück in die Partie und versuchte über Ballgewinne im Zentrum für Sicherheit zu sorgen. Melvin Platje hatte in der 80. Minute nach Vorarbeit von Ziemer eine gute Gelegenheit, den zweiten Hansa-Treffer zu erzielen, traf den Ball aber aus sieben Metern nicht richtig. Aber die Kogge kam noch einmal: Probespieler Bülbül probierte es auf eigene Faust, konnte sich gegen zwei Gegenspieler durchsetzen, doch bei Union-Keeper Amsif war Endstation.

Die Zuschauer peitschten ihre Kogge in den Schlussminuten erneut nach vorne und die Brand-Elf wollte den späten Ausgleich erzwingen, kam auch zu guten Kombinationen, aber der Treffer fehlte bislang. Fünf Minuten vor dem Abpfiff hatte Marcel „Cello“ Ziemer das 2:2 auf dem Schlappen, scheiterte nach tollem Abschluss allerdings am starken Amsif, der zur Ecke klärte. Praktisch im Gegenzug machte sich vor allem ein „Eiserner“ auf, das Hansa-Jubiläum ein wenig zu trüben: Wieder tauchte Christopher Quiring vor dem Hansa-Kasten auf und überwand Brinkies mit dem dritten Treffer, welcher gleichzeitig den Endstand darstellte. Doch der große Hansa-Tag sollte durch das Ergebnis keinesfalls in schlechter Erinnerung bleiben, denn die Brand-Elf spielte über weite Strecken der Partie gut mit, wodurch den Zuschauern ein interessantes und abwechslungsreiches Duell geboten wurde.

F.C. Hansa Rostock – 1. FC Union Berlin 1:3 (1:1)

Torfolge: 1:0 Wannenwetsch (17.), 1:1 Skrzybski (20.), 1:2 Quiring (67.), 1:3 Quring (86.)

F.C. Hansa Rostock: Schuhen (63. Brinkies) – Ahlschwede (46. Bülbül), Grupe, Esdorf (46. Henn), Dorda – Gardawski (46. Platje), Erdmann (46. Stevanovic), Garbuschewski (80. Pertsaller), Wannenwetsch (73. Schwertfeger), Ülker (63. Hoffmann) – Ziemer

1. FC Union Berlin: Amsif – Kessel (46. Trimmel), Puncec (46. Schönheim), Pogatetz, Redondo – Quiring, Fürstner, Daube, Zejnullahu, Nikci (63. Koch) – Skrzybski

Gastspiel der besonderen Art - Union Berlin gastiert zum Jubiläumsspiel an der Ostsee

Die einstigen Weggefährten aus Berlin und Rostock mussten mehr als vier Jahre auf ein erneutes Duell warten. Da kommt das 50-jährige Vereinsjubiläum der Kogge gerade recht und ist ein passender Moment für ein Wiedersehen. Am 29. April 2012 gastierte der F.C. Hansa zum vorerst letzten Mal „An der Alten Försterei“ und lieferte nicht nur in diesem Spiel ein packendes Duell ab. Nach 32 Minuten stand es bereits 3:3 vor 18.300 Zuschauern. Im zweiten Durchgang nahm der Torreigen nur geringfügig ab und beide Teams spielten munter nach vorne: Hansa legte noch einen Treffer nach, Union jedoch zwei und gewann die Partie am Ende mit 5:4 - Hansas zweiter Abstieg in die 3. Liga war besiegelt.

Schon im Hinspiel geizten die Traditionsclubs nicht mit Toren: Im Ostseestadion verlor die Kogge mit 2:5. Seit 27 Jahren wartet der F.C. Hansa damit auf einen Sieg gegen die Berliner - zum Jubiläum soll es endlich wieder mit einem Erfolg klappen.

Die „Eisernen“ haben sich im Gegensatz zur Kogge in der 2. Liga festgesetzt und kamen vor allem in der Endphase der aktuellen Saison immer besser in Schwung. Mit nur 17 Punkten beendete Union die Hinrunde und näherte sich trotz des vorzeitigen Trainerwechsels der Drittklassigkeit. Sascha Lewandowski übernahm nach dem 5. Spieltag für Norbert Düwel - es dauerte jedoch ein wenig, bis Lewandowski die Jungs in die richtige Bahn lenkte. Doch mit Beginn der Rückrunde trat Union mit einem anderen Gesicht auf und schob sich schnell in der Zweitliga-Tabelle nach oben. Es folgte jedoch ein unerwarteter Schock für alle „Eisernen“: Cheftrainer Lewandowski wurde durch ein Burnout-Syndrom zum Aufhören gezwungen.

Co-Trainer Andre Hofschneider - als Spieler von 1994-1997 bei der Kogge - übernahm und führte die positive Arbeit des 44-jährigen Übungsleiters fort. Dabei konnte Hofschneider vor allem auf einen neuen Mittelfeldmotor setzen, der in Rostock kein Unbekannter ist: Felix Kroos wurde im Wintertransferfenster von Werder Bremen nach Berlin ausgeliehen und wurde ohne Anlaufschwierigkeiten zur festen Größe im Berliner Aufgebot. Der heute 25-jährige Kroos ist der Sohn von Hansa-U21-Trainer Roland Kroos und spielte mit Bruder Toni viele Jahre im Nachwuchsbereich der Kogge. Im Gegensatz zu Weltmeister Toni spielte Felix aber auch für die Rostocker Profimannschaft und sammelte mit Hansa in der zweiten Bundesliga jede Menge Erfahrungen (27 Spiele), bevor es den defensiven Mittelfeldspieler zu in die Bundesliga zu Werder Bremen zog. Dort absolvierte der gebürtige Greifswalder 75 Profipartien - darunter sogar ein Spiel in der UEFA Champions League.

Acht Einsätze in der Werder-Hinrunde 15/16 waren jedoch nicht genug, sodass es für Felix im Winter eine Liga tiefer nach Berlin ging. Im Trikot der Unioner verpasste er nur drei Partien verletzungsbedingt und entwickelte sich mit zwei Treffern und sechs Vorlagen zur unverzichtbaren Größe im Berliner Spiel. Wenn der jüngere der beiden Kroos-Brüder in der Zweitliga-Rückrunde auf dem Platz stand, holte die Hofschneider-Truppe 1,83 Punkte pro Zweitliga-Spiel. Aber es war nicht nur Felix Kroos, der die erfolgreiche Rückrunde der Berliner prägte: In vorderster Front präsentierte sich der US-Amerikaner Bobby Wood als echter Glücksgriff. Auf das Konto des 23-jährigen Angreifers gehen 17 Union-Treffer - Platz drei der Torjäger-Liste. Allerdings blieben die Leistungen von Bobby Wood nicht unbemerkt. Im Sommer wird der Nationalspieler in die Bundesliga zum Hamburger SV wechseln.

Hinter Wood agierte häufig Damir Kreilach, der nach dem Amerikaner der gefährlichste Angreifer im Team ist und zudem noch fünf Treffer vorbereitete. Der 27-jährige Kroate spielt seit 2013 für Union und zählt zu den Führungsspielern im Team und hatte wie die gesamte Mannschaft maßgeblichen Anteil daran, dass die Jungs aus der Hauptstadt einen tollen vierten Rückrundenplatz belegten.

Für Chef- und Interimstrainer Hofschneider ist das Duell gegen den F.C. Hansa Rostock in zweierlei Hinsicht besonders. Zum einen geht es für den 45-Jährigen gegen den Ex-Club, zum anderen wird es die letzte Partie als Cheftrainer der „Eisernen“ sein, denn ab der kommenden Saison übernimmt Jens Keller die Leitung „An der alten Försterei“. Andre Hofschneider geht allerdings nicht mit leeren Händen. Mit 1,83 Punkten pro Spiel ist er der beste Union-Trainer aller Zeiten. Und nicht nur das: Die vergangenen acht Heimspiele konnte Union unter Hofschneiders Leitung gewinnen - diesen Positiv-Lauf konnte zuvor kein anderer Trainer beim 1. FC Union verzeichnen.

Die zurückliegende Zweitliga-Spielzeit wurde jedoch über lange Zeit von einer schrecklichen Meldung überschattet, die den Fußball in den Hintergrund rücken ließ und gleichzeitig bewies, dass Union Berlin ein besonderer Verein ist.
Anfang 2015 wurde bei Benjamin Köhler ein bösartiger Tumor im Lymphsystem festgestellt. Fans und Mitspieler gaben dem 35-Jährigen viel Kraft und auch der Verein zögerte keine Sekunde und verlängerte den Vertrag mit „Benni“ Köhler. Der gebürtige Berliner zeigte im Anschluss, dass er nicht nur auf dem Platz einen großen Siegeswillen besitzt. Er bezwang den Krebs und kämpfte sich zurück auf den Rasen - am 27. Spieltag feierte er sein Zweitliga-Comeback im Trikot von Union Berlin. Respekt!

  • Hansa-News vor
  • Interviews nach dem Jubiläumsspiel gegen Union Berlin
  • Legenden-Talk im Hanseatentreff
  • Legenden-Talk im Hanseatentreff
  • Impressionen vom Hansa-Tag Teil 1
  • Impressionen vom Hansa-Tag Teil 2
  • sunmakersunmaker