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16. Spieltag2017/18

0:1
Datum
Spielgegner
Ergebnis
17.11.2017
SV Wehen Wiesbaden - F.C. Hansa Rostock
0:1 (0:0)
17.11.2017
VfL Osnabrück - VfR Aalen
4:1 (2:1)
18.11.2017
Carl Zeiss Jena - Werder Bremen II
()
18.11.2017
Sonnenhof Großaspach - Rot-Weiß Erfurt
()
18.11.2017
Sportfreunde Lotte - SV Meppen
()
18.11.2017
Chemnitzer FC - Würzburger Kickers
()
17.11.2017
Hallescher FC - Preußen Münster
3:0 (2:0)
18.11.2017
Fortuna Köln - 1. FC Magdeburg
()
18.11.2017
Karlsruher SC - FSV Zwickau
()
18.11.2017
SpVgg Unterhaching - SC Paderborn
()

Zehn Rostocker knacken den Favoriten aus Wiesbaden – Benyamina per Kopf zur Stelle

Flutlichtspiel am Freitagabend – an diese Kombination erinnerte sich der F.C. Hansa im Vorfeld des 16. Spieltags nur zu gerne zurück. Vor drei Wochen bezwang die Mannschaft von Trainer Dotchev den damaligen Favoriten aus Unterhaching deutlich mit 3:0 und bekam es nun mit dem nächsten Hochkaräter der 3. Liga zu tun.

Um 19 Uhr ging es für die Kogge beim Tabellenvierten Wehen Wiesbaden zur Sache, der noch vor dem FCH die beste Defensive der Liga stellt. Die Hessen lagen vor der Partie mit 30 Punkten in absoluter Schlagdistanz zu den Aufstiegsrängen und konnten zuletzt im Spitzenspiel beim 1. FC Magdeburg (0:0) überzeugen. Daher hatte SVW-Trainer Rüdiger Rehm auch keinen Grund, die Startformation zu verändern, in der mit Stephan Andrist und Steven Ruprecht zwei Ex-Hanseaten standen.

Hansa tauschte hingegen dreimal aus: Für den gesperrten Väyrynen rückte Soufian Benyamia wieder in die ersten Elf – rechts hinten lief Joshua Nadeau für Vladimir Rankovic auf. Außerdem gab Christopher Quiring sein Startelf-Debüt in dieser Saison und ersetzte den verletzten Marcel Hilßner.

Der F.C. Hansa ging mit der Unterstützung des prall gefüllten Gästeblocks in das Duell und war von Beginn an gewarnt, denn die Wiesbadener erzielten im zurückliegenden Heimspiel sechs Treffer und wollten auch gegen die Rostocker voll angreifen. Die erste gefährliche Torannäherung gehörte aber schon nach zwei Minuten dem FCH. Willi Evseev legte eine Flanke für Benyamina ab, der den Ball aber nicht richtig traf.

Hansa kam aber gut in das Freitagabendspiel und erarbeitete sich in den Anfangsminuten leichte Feldvorteile, sodass Wiesbadens gefährliche Offensive noch nicht zum Zug kam. Bis zur 7. Spielminute. Einen Rostocker Fehler nutzte der SVW blitzschnell und konterte im eigenen Stadion. Letztlich war es Patrick Breitkreuz, dessen Abschluss Fabian Holthaus aber zur Ecke klären konnte. Praktisch im Gegenzug wieder die Kogge mit Benyamina. Der 27-Jährige verarbeitete ein Zuspiel gekonnt und prüfte Wehens Keeper Markus Kolke zum ersten Mal.

Mutig ging es für den FCH in der Brita-Arena weiter. Die Dotchev-Elf versteckte sich nicht und versuchte immer wieder, dem Gegner das eigene Spiel aufzudrücken. In dieser Phase verzeichnete die Kogge viel Ballbesitz und kombinierte sich weiter nach vorne. Die nächste Halbchance der Rostocker gab es durch Willi Evseev. Die Hausherren waren daher häufig in defensive Aufgaben verwickelt und konnten ihre Stärke vor dem gegnerischen Kasten nicht zur Entfaltung bringen.

In der 27. Minute war es jedoch eine starke Umschaltsituation der Gastgeber, die beinahe die Führung brachte. Über einen Einwurf kam der Ball zu Diawusie, der gleich zwei Rostocker aussteigen ließ und den Blick für Mitspieler Andrich hatte – doch Janis Blaswich war mit einer tollen Fußabwehr zur Stelle und vereitelte gerade noch den Rückstand. Und Wehen legte nach. Diesmal war es Top-Torjäger Manuel Schäffler, der aber aus kürzester Distanz den Ball auf das Rostocker Gehäuse setzte. Nun kamen die Hessen immer besser auf. Und wurden dazu noch vom F.C. Hansa zur nächsten Gelegenheit eingeladen. Willi Evseev spielte Schäffler das Leder in die Beine. Der 11-Tore-Stürmer probierte es im Anschluss direkt aus der Distanz – aber erneut blieb Hansa-Keeper Blaswich der Sieger.

Der FCH musste nun zehn Minuten vor der Pause aufpassen, dass die Partie nicht Richtung Wiesbaden kippte. Folgerichtig versuchten es die Rostocker wieder mit dem frühen Pressing, um den SVW zu langen Bällen zwingen. Vier Minuten vor dem Halbzeitpfiff kam der Favorit aus Hessen aber noch einmal durch einen Standard gefährlich vor das Tor des FCH. Eine SVW-Ecke fand Kapitän Steven Ruprecht, der die Führung auf dem Kopf hatte – Amaury Bischoff klärte den Ball aber rechtzeitig und sicherte seinem Team somit zur Pause ein 0:0-Unentschieden.

Unverändert ging es für beide Mannschaften in den zweiten Durchgang. Und nur 20 Sekunden nach Wiederanpfiff kam der SV Wehen mit viel Druck aus der Kabine. Wieder geriet die Dotchev-Elf nach einer Wiesbadener Umschaltsituation in Gefahr. Andrist fand Diawusie am langen Pfosten, der geschickt auf Schäffler ablegte, aber Hansa hatte etwas dagegen – Oliver Hüsing bereinigte die Situation in höchster Not. Und wieder der SV Wehen – Ex-Hanseat Andrist verzog knapp aus der Distanz. Der Tabellenvierte erhöhte nun den Druck und spielte ab der 52. Spielminute sogar in Überzahl. Wehens Kuhn drängte über rechts in Richtung Strafraum – Hansa-Kapitän Bischoff unterband die gefährliche Situation auf Kosten eines Fouls. Bischoff sah im ersten Durchgangs bereits die Gelbe Karte und wurde nun vorzeitig zum Duschen geschickt.

Die Gelb-Rote Karte spielte dem SVW nun natürlich in die Karten und der FCH hatte nun 40 harte Minuten vor sich – denn die torgefährlichen Hausherren wollten den Druck weiter hoch halten. Doch Hansa machte dem Favoriten einen Strich durch die Rechnung. Christopher Quiring brachte eine Ecke in die Gefahrenzone, wo Soufian Benyamina perfekt einlief, sich gegen Gegenspieler Ruprecht durchsetzte und zur Rostocker Führung einköpfte.

Trotz der schwierigen Situation in Unterzahl zeigte der FCH eine Reaktion und war nun mehr denn je als Team gefragt, um die Führung auch zu verteidigen. Die Hausherren agierten nun teilweise mit allen Feldspielern in der Rostocker Hälfte und wollten schnellstmöglich den Ausgleich erzwingen. Wiesbaden gehörte nun überwiegend der Ball, aber die Kogge verstand es, geschickt zu kontern. Willi Evseev gab den nächsten Abschluss für die Rostocker ab.

Nach 65 Minuten wechselte Pavel Dotchev zum ersten Mal und brachte mit Lukas Scherff für Christopher Quiring einen frischen Mann für die Außenbahn. Und Hansa strahlte mit zehn Mann weiter Torgefahr aus. Bryan Henning und Soufian Benyamian kombinierten sich zu zweit durch die Wiesbadener Abwehr – Benyamina hatte schließlich aus kürzester Distanz die Chance, zum 2:0, scheiterte aber an Markus Kolke. Auf der anderen Seite probierte es Patrick Breitkreuz artistisch, Janis Blaswich musste allerdings nicht eingreifen.

Dem SV Wehen gehörte zwar weiterhin die Spielkontrolle, aber Hansa verteidigte kompakt und fokussiert. Die Hessen bekamen in dieser Phase kaum Abschlusschancen und bissen sich die Zähne an zehn Rostockern aus. Doch zehn Minuten musste der FCH noch überstehen.

Die Rostocker warfen weiter alles in die Zweikämpfe und versuchten den SVW weitestgehend vom Tor fernzuhalten. In der 83. Minute wurde es noch einmal brenzlig in der Box des FCH. Schäffler kam nach einem Duell mit Julian Riedel zu Fall, aber Schiedsrichter Wollenweber entschied sich gegen den Strafstoß. SVW-Trainer Rehm warf nun alles nach vorne und wechselte weiter offensiv – Dotchev antwortete und brachte Tommy Gruppe, der mithelfen sollte, die knappe Führung über die Zeit zu bringen.

In der 89. Minute war der Ball dann doch im Rostocker Kasten – jedoch traf Stephan Andrist aus einer klaren Abseitsposition, die das Schiedsrichterteam direkt erkannte. Der F.C. Hansa kämpfte weiter mit letzter Kraft für den Sieg und gab keinen Ball verloren. Auch nicht in der drei-minütigen Nachspielzeit. Zehn Hanseaten brachten den Dreier unbeschadet über die Zeit und sicherten dem F.C. Hansa damit den fünften Saisonsieg.

SV Wehen Wiesbaden - F.C. Hansa Rostock 0:1 (0:0)

Torfolge: 0:1 Benyamina (58.)

SV Wehen Wiesbaden: Kolke – Kuhn (86. Mvibudulu), Mockenhaupt, Ruprecht, Mintzel – Andrist, Andrich, Mrowca (70. Blacha), Diawusie – Breitkreuz, Schäffler

F.C. Hansa Rostock: Blaswich – Nadeau, Hüsing, Riedel, Holthaus – Wannenwetsch, Bischoff (52. Gelb-Rot), Henning, Evseev (87. Grupe), Quiring (65. Scherff) – Benyamina (79. Bouziane)

Seit acht Spieltagen auf Tabellenplatz Vier

Wenn die Kogge am Freitagabend (19:00 in der Brita-Arena) gegen den SV Wehen Wiesbaden antritt, kommt es zu einem Duell mit einem Aufstiegsaspiranten. Vor der Saison hatte wohl kaum jemand auf dem Zettel, dass die Hessen eine Rolle im Rennen, um die ersten drei Plätze, spielen würden. Nach zwei Auftaktsiegen und einer kurzen schwächeren Phase, ist der SV Wehen seit nunmehr acht Spieltagen Tabellenvierter. Die Gründe dafür, dass die Hessen sich so richtig im Spitzenfeld der Tabelle festgebissen haben sind offensichtlich: der Trainer, die Defensive und ein Stürmer.

Im Februar übernahm Trainer Rüdiger Rehm den SVW und erreichte nach einer bis dato durchwachsenen Saison am Ende noch einen respektablen siebten Tabellenplatz. Die Sommerpause nutze der 38-Jährige, um das Team in Schlüsselpositionen zu verstärken und seine Spielidee in den Köpfen der Spieler zu verankern - mit Erfolg, wie die laufende Saison zeigt.

Coach Rüdiger Rehm, der 188 Zweitligaspiele bestritt und mit neun Platzverweisen (zusammen mit Willi Landgraf) den Rekord in dieser Liga hält, war vor seiner Tätigkeit in Wiesbaden zunächst Spieler- und später Cheftrainer bei der SG Sonnenhof-Großaspach. Im Anschluss trainierte er knapp vier Monate Arminia Bielefeld.

Am vergangenen Spieltag lösten die Hessen den F.C. Hansa als beste Defensivmannschaft der Liga ab. Mit zehn Gegentoren haben sie zwei weniger auf dem Konto als die Kogge. Verantwortlich dafür ist Torwart Markus Kolke. Er strahlt stets Ruhe auf seine Vordermänner aus und verhindert mit starken Paraden oft Gegentore, die viele seine Ligakollegen wohl kassieren würden. Zweifellos ist er einer der besten Keeper der 3. Liga. Mit Alf Mintzel hat Kolke zudem noch einen sehr erfahren Abwehrspieler vor sich. Der 36-jährige Linksverteidiger, der 35 Zweit- und 282 Drittligaeinsätze vorweisen kann, kommt in der aktuellen Saison auf ein Tor und fünf Torvorlagen.

Offensiv läuft es bei den Hessen auch sehr gut. Mit 31 Treffern stellt der SVW den zweitbesten Sturm der Liga. Allein ein Drittel dieser Tore gehen auf das Konto von Manuel Schäffler. Mit vier Vorlagen und elf Toren gehört er zu den Topscorern und ist zweitbester Torjäger der Liga.

Auffällig ist, dass es auf dem Transfermarkt seit Jahren einen regen Austausch zwischen Rostock und Wiesbaden gibt. Aktuell stehen im Kader der Rehm-Truppe drei ehemalige Hansa-Spieler. In der Abwehr ist Steven Ruprecht zum Stammspieler avanciert. Von 2013 bis 2015 trug er das Trikot der Kogge. Vor ihm wechselte David Blache von der Ostsee in die Taunusregion und ist mittlerweile Mannschaftskapitän. Zuletzt änderte Stephan Andrist die Trikotfarben von Blau-Weiß zu Schwarz-Rot. Der Flügelflitzer schoss in dieser Saison bereits fünft Tore, legte drei vor und belebt das Angriffsspiel der Hessen deutlich. Weitere Beispiele für Spieler, die bei beiden Vereinen aktiv waren, sind Tobias Jänicke, Robert Müller, Michael Wiemann und Maximilan Ahlschwede. Aus dem aktuellen Kader der Kogge haben Marcel Ziemer und Soufian Benyamina eine SVW-Vergangenheit. Während „Cello“ von 2009 bis 2011 für die Hessen auflief, ist „Soufi“ 2015 aus dem Süden an die Ostseeküste gewechselt und geht am Freitag gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber auf Torejagd.

Der 1926 als SV Wehen Taunusstein gegründete Verein spielt seit 2008 unter dem heutigen Namen SV Wehen Wiesbaden. Der größte Erfolge der Hessen ist der Aufstieg in die 2. Bundesliga 2007. Der Verein konnte dann einmal die Klasse halten, bevor er nach zwei Jahren in die 3. Liga absteigen musste. In der Saison 2008/2009 kam der SVW bis ins Viertelfinale des DFB-Pokals. Und in der 3. Liga wurde Wiesbaden schon zwei Mal Vierter und verpasste damit knapp den Aufstieg.

Das Stadion, die „Brita-Arena“ fast 12.566 Zuschauer. Die Hessen kämpfen allerdings seit Jahren mit geringem Interesse in der von größeren Vereinen, wie dem FSV Mainz 05 oder Eintracht Frankfurt beanspruchten Region. So kommen durchschnittlich nur 2.200 Zuschauer zu den Heimspielen.

Trotzdem sollte die Kogge gewarnt sein. Wiesbaden gewann vier der letzten fünf Heimspiele teilweise deutlich (6:2 gegen Münster und 5:0 gegen Großaspach). Auch im Hessenpokal konnte der SVW in der vergangenen Woche in der Brita-Arena den FSV Frankfurt mit 3:0 aus dem Wettbewerb kegeln.

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