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Halbfinale2016/17

F.C. Hansa Rostock
7:1
Torgelower FC
Datum
Spielgegner
Ergebnis
26.04.2017
F.C. Hansa Rostock - Torgelower FC
7:1 (5:0)
26.04.2017
SG Aufbau Boizenburg - MSV Pampow
1:2 (0:1)

Ziemer ballert Hansa ins Finale – 7:1-Erfolg gegen den Torgelower FC Greif

Schon eine Woche nach dem engen Viertelfinalspiel der Kogge gegen den Greifswalder FC ging es im Landespokal-Halbfinale weiter. Der Gegner kam erneut aus der Verbandsliga MV. Der F.C. Hansa musste im Ostseestadion die Hürde Torgelower FC Greif nehmen, um die Titelverteidigung weiter im Auge zu behalten.

Die Gäste aus Torgelow liegen in der Liga nur knapp hinter den Greifswaldern und können mit nur drei Punkten Rückstand weiter vom Aufstieg in die Oberliga träumen. Bei einem Blick auf den Kader der Schwarz-Gelben fällt direkt auf, dass elf Spieler sowie der Trainer die polnische Staatsbürgerschaft haben. Der Verbandsligist zählt in der Liga zu den torgefährlichsten Teams und kam mit einem Ex-Hanseaten an die Ostsee, der schon einmal die Sensation gegen den FCH schaffte. Daniel Nawotke spielte in der Jugend bei der Kogge und kickte Hansa in der Saison 2013/14 mit dem 1. FC Neubrandenburg aus dem Pokalwettbewerb.

Hansa nahm die Gäste von Beginn an ernst und baute die Anfangsformation im Gegensatz zur zurückliegenden Ligapartie beim SV Werder Bremen II nur bedingt um. Samuel Aubele rückte für Marcel Schuhen zwischen die Pfosten, Fabian Holthaus kam für Christopher Quiring in die Partie und Timo Gebhart nahm die Position von Stephan Andrist ein.

Aber die ersten Minuten gehörten dem Gast aus Torgelow. Die Kogge wurde früh unter Druck gesetzt und musste sich erst einmal an die mutige Spielweise des Verbandsligisten gewöhnen. Doch Hansa befreite sich nach sechs Minuten zum ersten Mal – und das gleich richtig. Amaury Bischoff brachte einen Standard in die Box, wo sich Marcus Hoffmann geschickt löste und ins Zentrum ablegte. Dort setzte sich Ziemer durch und versenkte den Ball aus sieben Metern im Kasten zur frühen Rostocker Führung. Die Torgelower zeigten sich aber wenig geschockt und spielten weiter aggressiv gegen den Ball – manchmal aber auch etwas zu hart. Marcin Mista sah nach acht Minuten die erste Gelbe Karte nach einem Foul an Amaury Bischoff.

Torgelow versuchte weiter, die Partie offen zu gestalten und munter nach vorne zu spielen, aber die Tore machte der FCH. Bischoff probierte es mit einem Diagonalball auf Jänicke – Patryk Galoch konnte den Ball aber nur ins Zentrum abwehren. Marcel Ziemer nutzte die Situation und ging an Gegenspieler Jandt vorbei. Vor dem Gehäuse blieb Hansas Nummer 38 eiskalt und schob zum 2:0 für die Kogge ein.

Nun übernahm Hansa die Kontrolle, musste aber ab der 20. Minute ohne Christian Dorda auskommen, der sich bereits kurz nach Spielbeginn in einem Zweikampf verletzte und sich einen Pferdekuss zuzog. Hasan Ülker kam dafür in die Partie, Holthaus rückte auf die Linksverteidigerposition Ülker führte sich gleich gut ein und hatte eine gute Einschusschance zum dritten Hansa-Treffer.

Die Gäste wollten sich auch weiterhin nicht nur hinten reinstellen. Patryk Galoch probierte in der 28. Spielminute seinen Fehler wettzumachen und prüfte Samuel Aubele mit der bisher besten Gäste-Chance. Doch es blieb dabei – die Treffer gingen auf das Konto des F.C. Hansa - besser gesagt auf das Konto von Marcel Ziemer, der seiner dritten Treffer des Tages markierte. Diesmal musste „Cello“ aber nur noch einschieben, denn nach der Vorarbeit von Gebhart und Erdmann hatte er leichtes Spiel.

Aber auch Torgelow meldete sich noch einmal vor dem Hansa-Gehäuse an. Dennis Kühl probierte es auf eigene Faust und kam über rechts bis zur Grundlinie durch und überraschte Aubele mit einem strammen Schuss, der an den Außenpfosten klatschte. Hansa konterte diese Situation mit einem schnellen Angriff über Ülker, der schön für Garbuschewski auflegte, aber das Schiedsrichtergespann entschied auf Abseits. Kurz darauf krönte Marcel Ziemer seine Leistung mit einem überragenden Treffer. Einen langen Ball pflückte der 31-Jährige aus der Luft und überwand Keeper Kaczmarek mit einem tollen Heber. Aber genug hatte „Cello“ noch lange nicht. Quasi mit dem Halbzeitpfiff bekam der FCH einen Elfmeter zugesprochen. Holthaus wurde im Strafraum von Kevin Riechert gefoult – den fälligen Strafstoß verwandelte Ziemer ohne Probleme. Fünf Tore in einer Halbzeit.

Mit Beginn der zweiten Hälfte hatte Marcel Ziemer dann aber vorzeitig Feierabend – Soufian Benyamina durfte dafür in vorderster Front ran. Auch bei den Gästen gab es einen Wechsel. Sobolczyk war nun für Jandt auf dem Rasen.
Hansa wollte sofort wieder in den Rhythmus des ersten Durchgangs kommen und war schon nach vier Minuten wieder erfolgreich. Amaury Bischoff schaltete am Torgelower Strafraum blitzschnell und setzte Timo Gebhart in Szene, der im Sechzehner gleich vier Gegenspieler aussteigen ließ und den sechsten Rostocker Treffer am Mittwochabend erzielte.

Hinten blieb die Kogge weiter konzentriert und ließ vor 1.375 Zuschauern nicht viel anbrennen. Im Gegenteil – das Brand-Team wollte nachlegen und weiter Selbstbewusstsein für die Schlussphase der Saison tanken. Doch zunächst hatte der Torgelower FC Greif die große Möglichkeit, den 1:6 Ehrentreffer zu erzielen. Kevin Kühl nutzte eine Unachtsamkeit der Hansa-Defensive und tauchte allein vor Aubele auf, verzog aber deutlich. Im Gegenzug hatte Hansa die Chance durch Benyamina, aber Kaczmarczyk konnte sich gegen den Hansa-Angreifer auszeichnen.

Aber Torgelow ließ nicht locker. Daniel Nawotke probierte es zunächst aus der Distanz, wenig später nutzte er einen Rostocker Fehler aus. Ein Rückpass von Marcus Hoffmann geriet zu kurz, sodass Nawotke dazwischen spritzte, Aubele umkurven konnte und zum 1:6 traf. Hansa wollte den alten Abstand schnellstmöglich wieder herstellen und kam über Ülker, der einen langen Ball aufnahm und den Gäste-Keeper ins Leer laufen ließ. Doch der Schlussmann eilte schnell zurück und konnte den Abschluss des Hanseaten zur Ecke ablenken.

In der 74. Spielminute kam dann wieder die Kogge zum Abschluss. Soufian Benyamina arbeitete weiter an seinem Treffer, scheiterte mit einem Kopfball erneut am Schlussmann des Verbandsligisten. Die Kräfte ließen in der Schlussviertelstunde dann deutlich nach, aber Torchancen gab es trotzdem im Ostseestadion. Joshua Nadeau setzte sich mal über rechts durch und legte für Jänicke quer, der den siebten Rostocker Treffer auf dem Fuß hatte – doch Kaczmarczyk parierte und den Nachschuss verhinderte die Torgelower Defensive.

Auch Timo Gebhart wollte noch einmal nachlegen, schoss aber in der 85. Spielminute knapp am Tor vorbei. Einen Augenblick später hatte Gebhart das Auge für den mitgelaufenen Jänicke, dessen Heber aber über das Tor ging. Dann hatte Hansa doch die Chance zum 7:1. Denn Timo Gebhart kam im Strafraum durch ein Foul von Mista zu Fall – erneut Elfmeter für den F.C. Hansa. Gebhart übernahm selbst die Verantwortung, scheiterte zunächst jedoch an Kaczmarczyk, aber im Nachschuss netzte Gebhart zum 7:1-Endstand ein.

Der Schlusspunkt im Landespokal-Halbfinale. Hansa konnte durch einen ungefährdeten Erfolg den Finaleinzug perfekt machen und trifft nun am 25. Mai auf den MSV Pampow. Gegen den Verbandsligisten will die Kogge dann den Titel verteidigen und sich damit die Qualifikation für den DFB-Pokal sichern.

F.C. Hansa Rostock – Torgelower FC Greif 7:1 (5:0)

Torfolge: 1:0 Ziemer (6.), 2:0 Ziemer (14.), 3:0 Ziemer (30.), 4:0 Ziemer (39.), 5:0 Ziemer (45.), 6:0 Gebhart (49.), 6:1 Nawotke (64.), 7:1 Gebhart (89.)

F.C. Hansa Rostock: Aubele – Ahlschwede, Nadeau, Hoffmann, Dorda (20. Ülker) – Jänicke, Erdmann (36. Garbuschewski), Bischoff, Holthaus – Gebhart, Ziemer (46. Benyamina)

Torgelower FC Greif: Kaczmarczyk – Kühl, Riechert, Jandt (46. Sobolczyk), Galoch – Juszcak, Mista, Nawotke, Ciolek (78. Runge), Stövesand - Bylicki (50. Tiede)

Torgelow kämpft um Oberliga-Aufstieg

Nach dem Sieg im Elfmeterschießen im Landespokal-Viertelfinale gegen den Greifswalder FC trifft der F.C. Hansa Rostock im Halbfinale auf den Verbandsligisten Torgelower FC Greif.

Die Torgelower stehen derzeit auf dem zweiten Tabellenplatz der Verbandsliga Mecklenburg-Vorpommern und sind dem Greifswalder FC dicht auf den Fersen, um ihnen den Aufstieg in die NOFV-Oberliga Nord noch streitig zu machen.

Die Greifen können auch als deutsch-polnischer Verein beschrieben werden: Aus dem 23-Mann-Kader besitzen elf Spieler die polnische Staatsbürgerschaft, die restlichen zwölf allesamt die deutsche. Auch Trainer Tomasz Grzegorczyk ist Pole und trainiert die Torgelower seit dem 1. Juli 2013.

Die gefährlichsten Spieler des Torgelower FC sind Marcin Juszczak und Hubert Bylicki, die jeweils 15 Treffer für ihre Mannschaft erzielen konnten. Generell ist das Team sehr torgefährlich und stellt in der Verbandsliga mit 75 erzielten Toren die zweitbeste Offensive. Nur der Güstrower SC 09 (94) trifft noch häufiger. Zusätzlich sind die Torgelower sehr erfolgreich darin Gegentreffer zu vermeiden - sie kassierten in 23 Spielen erst 21 Gegentore und haben damit die drittbeste Defensive der Liga. Kapitän und Innenverteidiger Kevin Riechert ist daran nicht ganz unbeteiligt: Zusammen mit Toni Schmidt, Nick Stövesand, Dennis Kühl und Daniel Nawotke wechselte der 27-Jährige zu Beginn der Saison vom Ligakonkurrenten 1. FC Neubrandenburg zu den Greifen.

In der bisherigen Pokalsaison durften die Torgelower erst einmal zuhause spielen und sorgten dort direkt für eine Überraschung: Man schlug den Regionalligisten FC Schönberg mit 3:1 und zog somit ins Halbfinale ein. Das Schönberger Tor ist bislang auch das einzige Gegentor des Torgelower FC im laufenden Wettbewerb. In den vorherigen Spielen setzte man sich bei der SV Viktoria Salow (10:0), dem Bölkower SV (5:0) und dem Grimmener SV (4:0) durch.

Das Spiel wird am Mittwoch um 19 Uhr im Rostocker Ostseestadion angepfiffen.

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