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1. Runde DFB-Pokal2016/17

F.C. Hansa Rostock
0:3
Fortuna Düsseldorf
Datum
Spielgegner
Ergebnis
20.08.2016
F.C. Hansa Rostock - Fortuna Düsseldorf
0:3 (0:1)

1. Runde DFB-Pokal - Umstrittener Treffer bringt Fortuna auf die Siegerstraße

376 Tage nach dem unbeschreiblich knappen DFB-Pokal-Ausscheiden der Kogge gegen den 1. FC Kaiserslautern (4:5 n. E.), war es wieder an der Zeit für die besondere Pokal-Stimmung im Ostseestadion. Der Lostopf brachte auch 2016/17 wieder einen Zweitligisten an die Ostsee, der mit einer verjüngten und hoch talentierten Mannschaft an die Ostsee kam, die von einigen erfahrenen Akteuren komplettiert wurde. Die Fortuna aus Düsseldorf spielte nach mehr als vier Jahren wieder in der Hansestadt und musste schon einmal im Pokal gegen die Kogge ran. Schon damals stellte sich heraus, dass der FCH schwer zu knacken ist - erst im Elfmeterschießen (3:0) rückten die Rot-Weißen eine Runde weiter. Doch in diesem Jahr wollte der F.C. Hansa die Außenseiterchance nutzen, um nach 2008/09 erneut die erste Runde zu überstehen.

Allerdings kam der Club aus NRW mit einem echten „Trainer-Fuchs“ nach Rostock, für den Düsseldorf bereits die 11. Trainerstation ist.  Außerdem coachte Funkel zwischen 2000 und 2001 den FCH und ist somit auch in der Hansestadt kein Unbekannter.

In der vergangenen Saison rettete der 62-Jährige die Fortuna vor dem Abstieg in die 3. Liga und legte in der neuen Spielzeit einen tollen Start hin. Vier Punkte sammelte die Funkel-Truppe aus zwei Partien und besiegte zuletzt eindrucksvoll Bundesliga-Absteiger VfB Stuttgart. Daher nahm der Chef-Trainer auch keine Veränderungen in der Startelf vor. Hansa-Coach-Brand - der selbst unter Friedhelm Funkel beim F.C. Hansa spielte - wollte mit mannschaftlicher Geschlossenheit dagegenhalten. Für Timo Gebhart, der einen Tag zuvor verpflichtet wurde, kam der Pokal-Fight nach nur einer Trainingseinheit jedoch zu früh. Allerdings nahm das Rostocker Trainerteam eine taktische Änderung vor: Mit Melvin Platje und Marcel Ziemer stürmten erstmals in dieser Saison zwei klassische Angreifer. Dahinter wollte der FCH wieder kompakt im Verbund agieren und die Fortuna von Beginn an beschäftigen.

Schon nach wenigen Sekunden zeigte die Brand-Elf, dass die Einstellung stimmt – Melvin Platje setzte gegen Kevin Akpoguma gut nach, doch Schiedsrichter Frank Willenborg pfiff gegen den FCH. Die erste Torchance der Partie hatte der Gast nach einer Ecke. Aber Hansa versteckte sich keineswegs und spielte mutig nach vorn. Marcel Ziemer legte für Stephan Andrist auf, der frei durch war, aber einen Schritt zu spät kam. Beide Mannschaften suchten das Glück in der Offensive. Und die Fortuna wurde immer wieder durch Standards gefährlich – wieder war es der groß gewachsene Akpoguma, dessen Kopfball Marcel Schuhen aber glänzend parierte.

In der Anfangsphase versuchte die Funkel-Elf die Rostocker Hintermannschaft mit viel Tempo zu bespielen. Hansa war jedoch stets konzentriert und befreit sich durchaus spielerisch aus den Situationen. Nach 10 Minuten hatte Marcel Ziemer nach einer schönen Kombination eine gute Abschlussgelegenheit aus 16 Metern, verzog jedoch. Auf der Gegenseite war es wieder Hansa-Keeper Schuhen, der nach einem Kopfball von Sobottka eingreifen musste und mit Hilfe der Latte klären konnte. Die Partie hielt für die Zuschauer einiges bereit: Viele Torraumszenen und enge Zweikämpfe bestimmten das Geschehen im Ostseestadion.

Nach 21 Minuten kam die Fortuna mit einer Doppelchance vor das Hansa-Gehäuse und ging nach einer umstrittenen Szene mit 1:0 in Führung. Zunächst konnte Holthaus vor der Linie klären, doch mit der nächsten Aktion ging Düsseldorf in Führung – allerdings vermuteten nicht wenige Rostocker in dieser Situation ein Handspiel des Tordschützen Marcel Sobottka.

Hansa antwortete mit wütenden Angriffen und war nun am Drücker. Häufig ging es beim FCH über die rechte Außenbahn, wo es Stephan Andrist immer wieder mit scharfen Hereingaben probierte. Nach einem Rostocker Freistoß dann die nächste gute Kopfballchance durch Marcel Ziemer. Die Brand-Elf übernahm nun deutlich mehr Spielanteile und bespielte die Fortuna-Defensive, aber die Klasse des Gästeteams blitzte im Konterspiel ab und an mal auf – Bebou mit einem strammen Schuss über das Tor. Die Kogge zeigte mit der Unterstützung der Fans im Rücken eine starke erste Hälfte und belohnte sich beinahe mit dem 1:1. Wieder eine tolle Kombination der Kogge – doch der anschließende Abschluss von Stephan Andrist ging haarscharf am Kasten vorbei.

Aus dem Zentrum kurbelte der F.C. Hansa häufig die Offensiv-Aktionen an und war nach der Gäste-Führung das spielbestimmende Team – nur der Treffer fehlte der Kogge im ersten Durchgang.

Christian Brand hatte zu Beginn der zweiten Hälfte keinen Grund das Personal auszutauschen und wollte weiterhin so eine engagierte Leistung des F.C. Hansa sehen. Und die Brand-Elf benötigte keine Eingewöhnungszeit und war gleich voll da. Tobias Jänicke hatte nach wenigen Sekunden die erste Schusschance, wurde jedoch geblockt. Auch die tolle Kulisse von 18.100 Zuschauer stand weiter hinter ihrem FCH und peitschte das Team nach vorn. Dies spürte der Underdog und spielte unbeirrt mit viel Druck auf die Fortuna zu - dabei hatte das Rostocker Team immer eine spielerische Lösung parat.

Der F.C Hansa hatte den Favorit richtig gut im Griff und war in dieser Phase das klar bessere Team. Melvin Platje eroberte in der 53. Minute einen Ball im Mittelfeldzentrum und schaltete sofort um. Über Stephan Andrist kam der Ball zu Marcel Ziemer, der die Großchance direkt nahm, doch an Michael Rensing scheiterte. Praktisch im Gegenzug wurde deutlich, dass Fußball nicht immer gerecht ist: Nach einer Ecke war es erneut Sobottka, der den Ball – diesmal korrekt – im Rostocker Tor zum 2:0 unterbrachte. Und die Fortuna nutzte gleich noch die nächste Gelegenheit und erhöhte durch Ilhas Bebou auf 3:0.

Nun wurde die Aufgabe für den F.C. Hansa noch schwieriger. Mit der beruhigenden Führung im Rücken ließ das Gäste-Team den Ball jetzt in den eigenen Reihen laufen. Die Kogge musste sich erst einmal vom schnellen Doppelschlag erholen.

Doch die Brand-Elf probierte noch einmal in die Partie zu kommen. Über Zweikämpfe wollte das Team wieder Selbstbewusstsein tanken und kam in der 75. Spielminuten mal wieder zu einer aussichtsreichen Abschlusschance, die der eingewechselte Fehr jedoch vergab. Hansa erhöhte noch einmal das Tempo und kam wieder über Stephan Andrist zu zwei guten Gelegenheiten.

Die letzten Minuten der DFB-Pokal-Partie liefen und Hansa wollte sich zumindest mit einem Treffer für eine starke Leistung belohnen. Aber zunächst musste Marcel Schuhen einen weiteren Treffer verhindern. Die Kraft ließ nun nach, aber der FCH probierte es bis in die Schlussminuten und wollte auch die grandiose Unterstützung der Fans belohnen, die zu jeder Zeit hinter dem Team standen. Doch die Fortuna brachte das Ergebnis nun über die Zeit und zog damit in die zweite Runde des DFB-Pokals ein.

Trotz der Niederlage kann der F.C. Hansa auf ein tolles DFB Pokal-Spiel blicken, in dem das Team von Christian Brand 60 Minuten auf Augenhöhe spielte und keinen Klassenunterschied erkennen ließ. Jetzt geht es im Liga-Alltag weiter. Schon am kommenden Sonnabend steht erneut ein Heimspiel  an, es geht dann gegen den FSV Frankfurt, das die Kogge dann mit eurer Unterstützung positiv gestalten will.

F.C. Hansa Rostock – Fortuna Düsseldorf 0:3 (0:1)

Torfolge: 0:1 Sobottka (21.), 0:2 Sobottka (57.), 0:3 Bebou (62.)

F.C. Hansa Rostock: Schuhen – Ahlschwede, Henn, Hoffmann, Holthaus – Jänicke (67. Fehr), Erdmann (86. Wannenwetsch) , Gardawski, Andrist – Platje, Ziemer (75. Stevanovic)

Fortuna Düsseldorf: Rensing – Schauerte, Akpoguma, Madlung (86. Bormuth), Schmitz – Kiesewetter (84. Ritter), Sobottka, Bodzek, Fink, Bellinghausen (74. Gartner) - Bebou

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