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13. Spieltag2017/18

F.C. Hansa Rostock
2:0
VfL Osnabrück
Datum
Spielgegner
Ergebnis
20.10.2017
F.C. Hansa Rostock - VfL Osnabrück
2:0 (1:0)
20.10.2017
Sonnenhof Großaspach - Chemnitzer FC
3:1 (0:0)
21.10.2017
Werder Bremen II - Sportfreunde Lotte
1:1 (1:1)
21.10.2017
Rot-Weiß Erfurt - Hallescher FC
1:1 (1:0)
21.10.2017
SC Paderborn - VfR Aalen
3:0 (1:0)
21.10.2017
1. FC Magdeburg - SpVgg Unterhaching
0:3 (0:2)
21.10.2017
Preußen Münster - Karlsruher SC
1:1 (0:1)
21.10.2017
Würzburger Kickers - SV Wehen Wiesbaden
0:5 (0:1)
21.10.2017
SV Meppen - Fortuna Köln
1:0 (0:0)
22.10.2017
FSV Zwickau - Carl Zeiss Jena
2:1 (1:1)
Pl
Verein
Sp.
S
U
N
T
D
Pkt
1
SC Paderborn 07
16
13
1
2
43:17
+26
40
2
1. FC Magdeburg
16
11
1
4
24:15
+9
34
3
Fortuna Köln
16
9
4
3
27:15
+12
31
4
SV Wehen Wiesbaden
16
9
3
4
31:11
+20
30
5
SpVgg Unterhaching
16
9
1
6
28:24
+4
28
6
Sonnenhof Großaspach
16
8
3
5
23:20
+3
27
7
Hansa Rostock
16
7
4
5
17:12
+5
25
8
Karlsruher SC
16
7
4
5
18:17
+1
25
9
SV Meppen
16
7
4
5
22:22
0
25
10
Hallescher FC
16
5
5
6
25:24
+1
20
11
VfR Aalen
16
5
5
6
21:22
-1
20
12
Carl Zeiss Jena
16
5
4
7
17:22
-5
19
13
Sportfreunde Lotte
16
5
3
8
20:23
-3
18
14
Chemnitzer FC
16
4
4
8
21:27
-6
16
15
Würzburger Kickers
16
4
4
8
18:28
-10
16
16
VfL Osnabrück
16
4
4
8
17:27
-10
16
17
FSV Zwickau
16
4
4
8
15:26
-11
16
18
Preußen Münster
16
3
5
8
16:24
-8
14
19
SV Werder Bremen II
16
3
5
8
14:27
-13
14
20
Rot-Weiß Erfurt
16
2
4
10
9:23
-14
10

Hüsing und Hilßner entscheiden Nordduell nach Abwehrschlacht

Nur ein Sieg aus den vergangenen sieben Ligaspielen – eine Bilanz, die der F.C. Hansa dringend aufbessern wollte. Passend dazu hatte die Kogge am 13. Spieltag ein Heimspiel vor der Brust, das für den ersten Dreier im Oktober sorgen sollte. Allerdings hatte der FCH einen angeschlagenen und dadurch sehr gefährlichen Gegner zu Gast. Der VfL Osnabrück stand im Vorfeld der Partie gehörig unter Druck und war mit nur zehn Punkten aus zwölf Spielen an der Ostsee gefordert.

Den ersten Trainerwechsel an der Bremer Brücke gab es bereits. Vereinslegende Joe Enochs musste nach der ernüchternden Saison-Anfangsphase seinen Hut nehmen – U19-Trainer Daniel Thioune übernahm und sollte den Lila-Weißen neuen Schwung verleihen. Doch das Debüt des 43-jährigen Ex-Profis ging mit 0:2 verloren – nun nahm der VfL einen neuen Anlauf beim Flutlichtspiel in Rostock - jedoch ohne Kapitän Halil Savran. Der Ex-Hanseat verletzte sich kurz vor dem Duell mit dem F.C. Hansa und wurde am Freitagabend durch Steffen Tigges ersetzt.

Hansa-Trainer Pavel Dotchev konnte hingegen wieder auf fast alle Profis zählen und hatte somit nach der unnötigen Auswärtsniederlage bei Carl Zeiss Jena die Möglichkeit, neue Impulse zu setzen und tat dies auch. In der Defensive nahm der 52-Jährige keine Veränderungen vor, aber davor gab es drei Wechsel im Vergleich zur Partie in Thüringen. Bryan Henning rückte in das Mittelfeldzentrum, Mounir Bouziane und Tim Väyrynen bildeten das Sturmduo gegen die Niedersachsen. Marcel Hilßner und Soufian Benyamian rückten dafür vorerst auf die Bank – Selcuk Alibaz war gar nicht erst im Aufgebot.

Einen besonderen Ansporn bekam die Kogge beim Einlaufen ins Ostseestadion. Ein Großteil der 11.600 Zuschauer begleitete das Team zur Schalparade mit Handylicht auf den Platz und sollte somit die entscheidenden Prozente beim FCH herauskitzeln. Die Mannschaft versuchte den Schwung von der Tribüne mit ins Spiel zu nehmen und wollte den Zuschauern etwas zurückgeben. Wenn möglich, auch mit mehr als einem eigenen Treffer. Denn ein Hansa-Heimspiel mit zwei oder mehr geschossenen Toren der Hausherren liegt bereits über ein Jahr zurück.

Dementsprechend motiviert ging die erste Elf von Trainer Dotchev in die Partie und wollte den Gegner wie schon in den zurückliegenden Heimspielen von Beginn an bespielen. Wenngleich Osnabrück ebenso gewillt war, den Negativtrend zu stoppen. Den ersten Angriffsversuch der Gäste konnte Fabian Holthaus aber noch in der ersten Spielminute unterbinden. Nun musste auch Hansa nachziehen – die erste offensive Aktion ließ nicht lange auf sich warten. Tim Väyrynen holte in der 3. Spielminute eine sehr gute Freistoßposition heraus, aber Osnabrück konnte die Hereingabe von Amaury Bischoff aus der Gefahrenzone befördern.

Beide Teams begannen im Rostocker Dauerregen von Beginn an mutig und fackelten nicht lange, um schnell nach vorne zu kommen. Gerade Osnabrück überraschte mit einer offensiven Ausrichtung und machte vorne ordentlich Alarm. Hansa hielt dagegen und kam mit Holthaus zum ersten Abschluss. Diesen Schuss konnte der VfL noch bereinigen, wenig später klingelte es aber zum ersten Mal. Hansa führte einen Eckball kurz aus und Bryan Henning flankte scharf in den Strafraum, wo Oliver Hüsing einlief und köpfte: der dritte Saisontreffer für Hansas Nummer 5 und die Führung für die Kogge.

Mit dem 1:0 im Rücken gab sich Hansa aber nicht zufrieden. Kapitän Bischoff probierte nur zwei Minuten später Tim Väyrynen mit einem tollen Pass in Szene zu setzen. Doch der Finne im Sturm des FCH kam einen Schritt zu spät. Der anfängliche Offensivdruck des VfL war nun verflogen und die Kogge hatte die Partie besser im Griff. Mit viel Einsatz machte der F.C. Hansa deutlich, dass der zweite Heimsieg in Folge fällig war. Im eigenen Angriff zeigten sich die Rostocker immer wieder variabel. Willi Evseev und Stefan Wannenwetsch tauschten häufig die Positionen – und in vorderster Front beschäftigte der Doppelsturm mit Bouziane und Väyrynen die Osnabrücker.

Die Niedersachsen brauchten etwas, um wieder ins Spiel zu kommen. Doch ab der 20. Spielminute kam wieder mehr vom VfL. Über rechts versuchte es Appiah mit einer Flanke auf den langen Pfosten, aber Wannenwetsch klärte auf Kosten eines Eckballs. Und wieder kam die Thioune-Elf mit Appiah, diesmal war aber Janis Blaswich zur Stelle. Das Nordduell blieb also trotz der Hansa-Führung eng umkämpft. Auch weil sich bei der Kogge ein paar kleinere Fehler im Aufbau einschlichen.

Pavel Dotchev musste in der Folge mitansehen, dass seine erste Elf immer mehr mit Defensivaufgaben beschäftigt war und dadurch die eigene Offensive vernachlässigte. Es dauerte bis zur 34. Minute, ehe Hansa wieder in den Strafraum des VfL kam. Mounir Bouziane setzte nach einem Sprint über die rechte Angriffsseite Tim Väyrynen in Szene, der den Ball aber in den Rücken bekam und dadurch nur nach hinten ablegen konnte. Dort lauerte jedoch Willi Evseev, der seinen Gegenspieler noch aussteigen lassen konnte, dann aber doch noch am Abschluss aus fünf Metern gehindert werden konnte. Der FCH legte einen weiteren Konter nach. Nun war Bouziane der Zielspieler. Aber VfL-Verteidiger Susac war auf dem Posten und einen Schritt schneller als der Hansa-Angreifer. Doch insgesamt verflachte das Spiel zum Ende des ersten Durchgangs etwas. Hansa brachte sich in dieser Phase häufig durch unnötige Fehler in die Bredoullie und hielt Osnabrück damit im Spiel.

Drei Minuten vor der Pause zog der FCH das Tempo aber nochmal an. Zunächst scheiterte Bryan Henning aus der Distanz, dann war es Tim Väyrynen, der nach einer Flanke von Evseev auf das Osnabrücker Tor köpfte und das 2:0 nur knapp verpasste. Auch die Gäste probierten es noch einmal – Arslan scheiterte zweimal aus der Distanz. Quasi mit dem Pausenpfiff bekam der VfL Osnabrück sogar noch die große Gelegenheit zum Ausgleich, dber Kapitän Groß versagten vor dem Kasten die Nerven. Daher ging es mit einer knappen Pausenführung für den F.C. Hansa in die Kabine.

Beider Trainer vertrauten auch im zweiten Spielabschnitt auf die gleichen Formationen. Dotchev wollte nun deutlich mehr Spielkontrolle sehen, musste zunächst aber einmal tief durchatmen. Fabian Holthaus verlor kurz nach Wiederanpfiff den Ball an Jules Reimerink, der blitzschnell den Überzahl-Konter einleitete. Dieser landete schließlich bei Steffen Tigges, dessen Abschluss aber das Tor doch klar verfehlte. Osnabrück begann ähnlich engagiert wie schon zu Spielbeginn und beschäftigte die Defensive der Kogge. Diese wurde in der Anfangsphase der zweiten 45 Minuten vor eine große Aufgabe gestellt, da der VfL keineswegs wie der Tabellenneunzehnte auftrat und dem Ausgleich immer näher kam.

Hansa musste wieder den richtigen Schalter finden, um den Heimsieg nicht doch noch aus den Augen zu verlieren. Dazu brachte das Rostocker Trainerteam mit Marcel Hilßner für Mounir Bouziane einen frischen Mann für die Außenbahn. Dadurch war Tim Väyrynen nun die einzige Spitze und Dotchev stützte das Mittelfeld. Aber Osnabrück ließ nicht locker – Tigges und Appiah näherten sich weiter an. Der FCH hatte Mühe, die Niedersachsen vom eigenen Tor fernzuhalten und bekam aber der 65. Minute noch mehr Druck. Denn VfL-Coach Thioune wechselte offensiv und brachte mit Alvarez und Heider zwei frische Angreifer für Klaas und Renneke.

Auch nach 70 Minuten bot sich den Zuschauern das gleiche Bild. Die Kogge musste unzählige Angriffe der Gäste verteidigen und defensiv alles reinhauen, damit die Null gegen den VfL stand. Dann meldete sich der FCH aber auch mal wieder vor dem Kasten von Marius Gersbeck zu Wort. Stefan Wannenwetsch steckte schön für Joshau Nadeau durch, der den Ball noch vor der Grundlinie erwischte und perfekt auf den eingewechselten Benyamina flankte – Gersbeck machte sich ganz lang und reagierte stark. Doch dann wurde es auf der Gegenseite wieder brenzlig. Marc Heider leitete eine Hereingabe direkt auf den einschussbereiten Tigges weiter – aber Oliver Hüsing hatte etwas dagegen und klärte in höchster Not zur Ecke.

Dann zog Daniel Thioune auch seinen letzten Joker und brachte mit Iyoha den nächsten Stürmer für die Schlussphase. Und es blieb weiter spannend im Ostseestadion. Erst setzte Alvarez einen Schuss ab, kurz danach musste dann auch noch Blaswich gegen Wachs parieren. Der Heimsieg war weiter stark in Gefahr. Die Kogge musste nun für Entlastung sorgen und kam in der 82. Minuten durch Tim Väyrynen zu einer Torannäherung – der Finne stützte sich aber auf, sodass Schiedsrichter Bacher die Aktion abpfiff.

In der 84. Spielminute wollte Dotchev den Sieg dann endlich über die Zeit bringen – Tommy Grupe sollte dabei helfen und bei seinem Comeback die Defensive stabilisieren. Hansa verteidigte nun mit letzter Kraft den Dreier und wollte das Ergebnis einfach über die Zeit bringen. Unterstützung bekam das Team dabei weiterhin von den Rängen, die jeden Ballgewinn der Mannschaft bejubelten und die Kogge nach vorne peitschte. Das Schiedsrichterteam machte es noch einmal unnötig spannend und verlängerte das Nordduell um vier Minuten.

Doch dann die Erlösung für den FCH – jedoch noch nicht durch den Schlusspfiff des Schiedsrichters. Für einen Freistoß der Osnabrücker eilte VfL-Keeper Gerbeck mit nach vorne. Die Kogge klärte die Situation und schaltete mit Wannenwetsch und Hilßner blitzschnell um. Marcel Hilßner lief knapp 60 Meter mit dem Ball über den Platz und an allen Osnabrückern vorbei und brachte die Kugel schließlich auch im Tor der Gäste unter - die Entscheidung!

Der F.C. Hansa fährt damit dank einer kämpferischen Leistung im einzigen Heimauftritt im Oktoker die drei Punkte ein. Am kommenden Freitag geht es dann auswärts in Unterhaching weiter.

F.C. Hansa Rostock – VfL Osnabrück 2:0 (1:0)

Torfolge: 1:0 Hüsing (7.), 2:0 Hilßner (90.)

F.C. Hansa Rostock: Blaswich – Nadeau, Hüsing, Riedel, Holthaus – Wannenwetsch, Henning, Bischoff (84. Grupe), Evseev (68. Benyamina) - Bouziane (60. Hilßner), Väyrynen

VfL Osnabrück: Gersbeck – Appiah, Groß, Susac, Wachs – Rennecke (65. Heider), Danneberg, Klaas (65. Alvarez), Arslan, Reimerink (75. Iyoha) – St. Tigges

VfL Osnabrück - Das verflixte siebte Jahr

Tabellenplatz 19 und nur zwei Siege aus zwölf Spielen. Der VfL Osnabrück ist auf dem Boden der Tatsachen angekommen –  im Abstiegskampf. Kickten die Lila-Weißen in den vergangenen Spielzeiten noch um den Aufstieg mit, muss sich der Traditionsverein aus Niedersachsen aktuell mit dürftigen zehn Punkten und einem Torverhältnis von 9:21 (mehr Gegentore hat nur Halle kassiert) begnügen. In den vergangenen sechs Jahren gehörte der VfL meist zu den Teams im oberen Drittel der Tabelle, nun, im siebten Jahr, droht die sportliche Bedeutungslosigkeit. Auch der überraschende 3:1-Sieg gegen den Hamburger SV im DFB-Pokal, bei dem die Osnabrücker 70 Minuten in Unterzahl spielen mussten, brachte keinen Schwung für die Liga.

Nun sind die Lila-Weißen zu Gast im Ostseestadion. Nach Niederlagen gegen bei Preußen Münster (1:4) und gegen Magdeburg (0:2) wollen und müssen die Niedersachen unbedingt punkten - allerdings nicht unter der Leitung von Vereinslegende Joe Enochs, sondern von Interimstrainer Daniel Thioune. Nach der Derbyniederlage in Münster musste Enochs gehen.

Der Drittligameister von 2010 kann insgesamt auf 860 Zweitligaspiele zurückblicken und gehörte noch in den Achtzigern zu den Dauerbrennern der zweithöchsten deutschen Spielklasse. Bisher gab es 17 Spiele (2.-, 3.-Liga und DFB-Pokal) zwischen der Kogge und den Lila-Weißen. Vor allem hart umkämpfte Unentschieden blieben hierbei in Erinnerung. Zum Beispiel das 1:1 von 2014, bei dem der F.C. Hansa trotz doppelter Unterzahl über eine Halbzeit hinaus das Remis erkämpfte. Oder das fast schon legendäre 2:2 in der darauffolgenden Saison, bei dem Mustafa Kucukovic in der Nachspielzeit (91., 93.) mit seinen Treffern den Zwei-Tore-Rückstand egalisierte. Nun ist es für die Kogge allerdings Zeit für einen Heimsieg gegen den VfL. Der letzte und einzige Heimdreier gelang vor fast genau 25 Jahren.

Beim VfL Osnabrück stehen übrigens zwei Ex-Hanseaten unter Vertrag. Während Halil Savran (55 Spiele für Hansa) sein Team als Kapitän aufs Feld führen wird, kann Christian Bickel (39 Spiele für Hansa) nicht eingreifen. Der Leihspieler des SC Paderborn kuriert einen Kreuzbandriss aus.
Neben Savran muss die Abwehr des F.C. Hansa auch auf Marcos Alvarez und Rekordspieler Tim Dannenberg (280 Drittligaspiele) achten - alle drei haben bislang zweimal getroffen und einen weiteren Treffer vorbereitet.

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