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17. Spieltag2017/18

F.C. Hansa Rostock
5:3
Fortuna Köln
Datum
Spielgegner
Ergebnis
24.11.2017
SV Meppen - Sonnenhof Großaspach
1:1 (1:0)
24.11.2017
SC Paderborn - Karlsruher SC
0:2 (0:0)
24.11.2017
Preußen Münster - Chemnitzer FC
1:0 (0:0)
25.11.2017
F.C. Hansa Rostock - Fortuna Köln
5:3 (2:2)
25.11.2017
Werder Bremen II - Rot-Weiß Erfurt
0:0 (0:0)
25.11.2017
Carl Zeiss Jena - VfL Osnabrück
0:0 (0:0)
25.11.2017
VfR Aalen - SpVgg Unterhaching
3:1 (2:0)
25.11.2017
FSV Zwickau - SV Wehen Wiesbaden
0:2 (0:1)
25.11.2017
1. FC Magdeburg - Hallescher FC
2:1 (2:0)
25.11.2017
Würzburger Kickers - Sportfreunde Lotte
2:1 (1:0)

Starkes Comeback vor 9.900 Zuschauern – Hilßner-Dreierpack sichert Dreier gegen Fortuna Köln

Gestärkt, aber doch angeschlagen ging es für den F.C. Hansa in das nächste Spitzenspiel der 3. Liga. Beim Auswärtsspiel in Wiesbaden stellte die Kogge eindrucksvoll unter Beweis, dass die mentale Verfassung innerhalb des Teams stimmt. In Unterzahl gewann der FCH beim Tabellenvierten aus Wiesbaden mit 1:0, zahlte dafür aber einen hohen Preis. Kapitän Amaury Bischoff wurde vorzeitig mit Gelb-Rot vom Platz geschickt – Willi Evseev verletzte sich am Oberschenkel und musste am 17. Spieltag ebenfalls gegen Fortuna Köln ersetzt werden. Hansa-Trainer Dotchev entschied sich, die beiden Mittelfeldakteure durch Marcel Hilßner und Selcuk Alibaz, die zuletzt nicht zum Zug kamen, zu ersetzen.

Dotchevs Trainerkollege Koschinat hatte im Vorfeld der Partie ähnliche Personalsorgen, jedoch etwas weiter hinten. Gleich drei etatmäßige Innenverteidiger fehlten der Fortuna an der Ostsee. Offensiv kamen die Kölner allerdings mit der kompletten Power ins Ostseestadion. Besondere Aufmerksamkeit schenkte die Rostocker Defensive dabei Toptorjäger Daniel Keita-Ruel sowie Kapitän Hamdi Dahmani, die zusammen auf 17 direkte Torbeteiligungen kommen. Allerdings ging der F.C. Hansa in den vergangenen drei Ligaspielen ohne Gegentreffer vom Platz – die kompakte Abwehrarbeit sollte auch gegen die starken Fortunen das Erfolgsrezept sein.

Um 14.05 Uhr pfiff Schiedsrichter Henry Müller das 14. Duell zwischen dem FCH und Fortuna Köln an. Die Partie war noch gar nicht richtig angepfiffen, da zappelte der Ball zur großen Verwunderung des Ostseestadions schon im eigenen Netz. Joshua Nadeau brachte Oliver Hüsing und Janis Blaswich mit einem schlampigen Zuspiel in Bedrängnis. Hansa-Keeper Blaswich verließ seinen Kasten und konnte im ersten Moment klären, doch Fortuna blieb in Ballbesitz und das Rostocker Tor war leer – Michael Kessel nutzte die Situation prompt aus und traf zum 1:0 in der ersten Spielminute.

Von der frühen Führung beflügelt bestimmten die Kölner die Anfangsphase im Ostseestadion. Hansa tat sich schwer, in die Partie zu kommen und geriet in den ersten Minuten gehörig unter Druck. In der 7. Spielminute die nächste Großchance für die Koschinat-Elf. Nach einer Ecke war es Pazurek, der Blaswich zu einer Parade zwang. Die Rostocker verschliefen die ersten Minuten völlig und versuchten, über Ballbesitz mehr Sicherheit zu bekommen. Doch die Gäste blieben giftig und liefen Hansa früh an, sodass es ab der Mittellinie eng wurde.

Und die Gäste aus der Domstadt nutzten die Unaufmerksamkeit der Kogge weiter eiskalt aus. Wieder brachte eine Ecke Gefahr in den Hansa-Strafraum – 2:0 für den Tabellendritten. Am langen Pfosten lief Hamdi Dahmani ein und reagierte schneller als Fabian Holtaus und Stefan Wannenwetsch.

Eine Anfangsphase zum Vergessen für den F.C. Hansa. Aber das Team versuchte sich irgendwie in das Spiel zu arbeiten. Nach 17 Minuten folgte die erste Gelegenheit für den FCH. Benyamina legte für den Ex-Kölner Alibaz auf, der den Anschlusstreffer nur knapp verfehlte. Die nachfolgende Ecke verpasste der einschussbereite Oliver Hüsing. Kurz darauf schlug der Ball aber im Kölner Gehäuse ein und Hansa war wieder da. Nach einem Luftkampf zwischen Benyamina und Mimbala schaltete Marcel Hilßner am schnellsten und versenkte den Ball mit einem trockenen Schuss unhaltbar im Tor.

Doch der SCF zeigte sich keineswegs geschockt. Praktisch im Gegenzug stürmten die Gäste in Richtung Hansa-Kasten – letztlich war es wieder Kessel, dessen Abschluss von der Latte über das Tor ging. Und die Zuschauer im Ostseestadion kamen weiter auf ihre Kosten. Sechs Minuten nach dem 1:2-Anschluss war der Ball schon wieder im Kölner Netz. Alibaz steckte mustergültig für Quiring durch, der mit einem tollen Lupfer das 2:2 erzielte. Aber Schiedsrichtertrio erkannte eine Abseitsposition und gab den Treffer nicht. Zwei Minuten später zählte der Treffer dann aber. Soufian Benyamina setzte sich bärenstark gegen Mimbala durch, versenkte den Ball ohne Probleme und egalisierte die Partie wieder.

Die Partie entwickelte sich zu einem echten Spektakel und Hansa zeigte auch nach der verschlafenen Anfangsphase und dem deutlichen Rückstand, dass die Mannschaft lebt und jeder Zeit zurückkommen kann. Die Kogge arbeitete sogar an der Führung. Nach einem Ballgewinn ging es über Alibaz und Benyamina plötzlich ganz schnell. Fortunas Boss verhinderte doch letztlich das 3:2 für den FCH. Auch die Gäste agierten weiter mit offenem Visier. Auf der Gegenseite musste Blaswich in der 35. Minute wieder eingreifen und parierte gegen Brandenburger.

Vor der Pause setzte sich dann Hilßner über links mit Tempo durch und drängte in den Strafraum. Kölns Pazurek wusste sich nur mit einem Foul zu behelfen und sah dafür die erste Gelbe Karte der Partie. Kurz vor dem Pausentee probierten es beide Mannschaften weiter offensiv, aber in der ereignisreichen ersten Hälfte passierte nichts mehr.

Unverändert ging es für beide Mannschaften in den zweiten Durchgang. Die Kölner legten gleich wieder druckvoll los und setzten sich am Rostocker Strafraum fest. Hansa befreite sich aber und fand nun besser ins Spiel. Alibaz kam in der 49. Minute über rechts und suchte im Zentrum Benyamina, der die Hereingabe aber knapp verpasste. Doch auch mit der Fortuna war am Sonnabendnachmittag zu rechnen. Beide Teams spielten hier auf Sieg und überbrückten das Mittelfeld häufig im Schnelldurchgang.

In der 57. Spielminute zog der FCH wieder über Alibaz an, der jedoch von Pazurek taktisch gestoppt wurde. Nach dem Vergehen im ersten Durchgang war dies die letzte Aktion für den Linksverteidiger der Kölner. Hansa wollte nun mit einem Mann mehr die Partie komplett auf den Kopf stellen und arbeitete an der Führung. Allerdings blieben die Gäste auch in Unterzahl ein unbequemer Gegner, der die Kogge weiter forderte.

Lange dauerte es aber nicht, ehe der FCH das Comeback perfekt machte. Marcel Hilßner brachte einen ruhenden Ball auf den einlaufenden Oliver Hüsing, der jedoch nicht mehr dran war, sodass Hilßner mit seinem zweiten Treffer das 3:2 erzielte. Für Hansa war das aber noch nicht genug. Das Team drehte weiter auf und legte direkt nach – Fabian Holthaus steckte blitzschnell für Hilßner durch, der klasse für Selcuk Alibaz auflegte – 4:2 für den F.C. Hansa Rostock.

20 Minuten vor dem Ende war die Kogge schon auf dem Weg zum nächsten Erfolg gegen ein Spitzenteam der Liga. Doch die Dotchev-Elf durfte auf keinen Fall nachlassen. Denn die Fortuna kam noch einmal zurück. In der 73. Minute tauchte Dahmani plötzlich im Hansa-Strafraum auf und stellte das 3:4 her. Somit blieb es weiter spannend im Ostseestadion.

Pavel Dotchev brachte währenddessen zwei frische Kräfte für die Schlussphase. Tim Väyrynen und Lukas Scherff waren nun für Alibaz und Quiring auf dem Platz. Und der eingewechselte Scherff fügte sich sofort gut ein. Der Rostocker Linksaußen erkämpfte den Ball und legte abermals für Hilßner auf, der erneut seinen gewaltigen Abschluss unter Beweis stellte. 5:3 für den FCH und der dritte Treffer für Marcel Hilßner. Nun war die Partie endgültig entschieden.

Das war jedoch kein Grund für Hansa, das Ergebnis zu verwalten. Gerade Marcel Hilßner hatte noch nicht genug. Der 22-Jährige probierte es erneut aus der Distanz – das Leder schlug beinahe zum sechsten Mal im Kölner Tor ein. Und wieder Hansa. Bryan Henning mit einem überragenden Ballgewinn und Pass für Soufian Benyamina, doch der Rostocker Angriff kam einen Schritt zu spät. Wenig später war Schluss für Benyamina, der von Tommy Grupe ersetzt wurde. Drei Minuten vor Spielende hätte sich dann auch Lukas Scherff in die Torschützenliste eintragen können. Das Eigengewächs schoss aber über den Kasten.

Hansa zeigte nach dem frühen 0:2-Rückstand eine furiose Aufholjagd und landete einen weiteren Big-Point gegen ein Spitzenteam. Am kommenden Freitag müssen unsere Jungs dann auswärts beim Halleschen FC ran.

F.C. Hansa Rostock – SC Fortuna Köln 5:3 (0:2)

Torfolge: 0:1 Kessel (1.), 0:2 Dahmani (12.), 1:2 Hilßner (20.), 2:2 Benyamina (28.), 3:2 Hilßner (62.), 4:2 Alibaz (65.), 4:3 Dahmani (73.), 5:3 Hißner (78.)

F.C. Hansa Rostock: Blaswich – Hüsing, Hüsing, Riedel, Holthaus – Hilßner, Henning, Wannenwetsch, Alibaz (67. Väyrynen), Quirirng (76. Scherff) – Benyamina (85. Grupe)

SC Fortuna Köln: Boss – Ernst, Bender, Mimbala, Pazurek (57. Gelb-Rot) – Scheu (83. Kurt), Brandenburger (83. Ceylan), Kegel, Dahmani, Kessel (70. Theissen) – Keita-Ruel

SC Fortuna Köln - kleiner Phönix aus der Asche

Seit Wochen bekommt es der F.C. Hansa mit Spitzenmannschaften aus dem oberen Tabellendrittel zu tun. So auch am kommenden Sonnabend, wenn mit dem SC Fortuna Köln ein weiteres Überraschungsteam dieser Saison im Ostseestadion aufläuft.

Der 1948 gegründete Verein aus der Kölner Südstadt hat in den jungen Jahren seiner Existenz schon viel erlebt. Zu den Erfolgen zählt ein Jahr Bundesligazugehörigkeit in den Siebzigern und das DFB-Pokalfinale 1983, als die Fortuna gegen den großen Stadtrivalen 1. FC Köln antrat. Allerdings kennen die Südstädter, die insgesamt 26 Jahre in der 2. Bundesliga spielten, auch sehr harte Zeiten. 2001 musste Insolvenz angemeldet werden, nachdem der jahrelange Mäzen der Kölner, Jean Löring, sein finanzielles Engagement heruntergeschraubt hatte. Das führte auch zu negativen sportlichen Auswirkungen, es folgten Abstiege bis in die Oberliga. Der Spielbetrieb musste in der Saison 04/05 sogar ganz eingestellt werden. Nach einem Neuanfang in der Verbandsliga arbeitete sich der Verein Stück für Stück wieder zurück auf die deutsche Fußballbühne. 2011 gelang der Aufstieg in die Regionalliga West. Drei Jahre später folgte die Rückkehr in das Profigeschäft, denn der SCF stieg in die 3. Liga auf. Knapp hatten sich die Kölner damals in der Relegation gegen die zweite Mannschaft von Bayern München durchgesetzt (1:0-Heimsieg, 1:2 Auswärtsniederlage). In den ersten drei Jahren ihrer Ligazugehörigkeit, belegten die Südstädter Abschlusstabellenplätze im unteren Drittel (14., 11. und 16. Tabellenplatz). In dieser Saison allerdings sorgen die Weiß-Roten für eine Überraschung.

Seit dem zweiten Spieltag tummeln sich die Kölner ausschließlich auf den Aufstiegsplätzen. Das Team von Trainer Uwe Koschinat stellt den viertbesten Sturm der Liga (27 Tore) und hat zusammen mit Magdeburg die drittbeste Verteidigung (15 Gegentreffer). Zuletzt gab es jedoch durchwachsene Leistungen. Fortuna holte aus den vergangenen fünf Ligaspielen zwei Siege, zwei Niederlagen und ein Unentschieden. Darunter eine 0:1-Niederlage in Meppen und ein 1:1 in Münster.

Zu den auffälligsten Akteuren bei den Südstädtern gehören Kapitän und Mittelfeldmotor Hamdi Dahmani (fünf Tore) und Stürmer Daniel Keita-Ruel (sieben Tore). Auch die neue Nummer eins der Fortunen, Torhüter Tim Boss, konnte das in ihn gesteckte Vertrauen zurückzahlen und gilt als sicherer Rückhalt. Vorsicht Verwechslungsgefahr: Zwar wird voraussichtlich in der Mannschaftsaufstellung der Kölner ein gewisser Lars Bender auftauchen, allerdings handelt es sich hierbei nicht um den bekannten Nationalspieler und Mannschaftskapitän von Bayer Leverkusen, sondern um seinen Namensvetter, der regelmäßig im Mittelfeld für die Kölner aufläuft (14 Spiele in der aktuellen Saison, zwei Tore).

Aktuell plagen die Kölner aber auch Personalsorgen: Drei von vier etatmäßigen Innenverteidigern (Boné Uaferro, Bernard Kyere und Moritz Fritz) sind verletzt. Zudem kuriert Mittelfeldmann Robin Scheu einen Außenbandriss aus und Stürmer Maurice Exslager ist durch einen Kreuzbandriss außer Gefecht gesetzt. Vor einer Rückkehr in den Kader steht hingegen der genesene Manuel Ferrona Pulido, der vor der Saison aus Magdeburg kam.

Ein besonderes Spiel könnte das Duell für Selcuk Alibaz werden. Ein knappes Jahr hatte der Deutsch-Türke bei den Weiß-Roten gespielt, bevor er sich im August der Kogge anschloss. Er brennt auf das Spiel gegen seinen Ex-Club: „Ich will nicht nur spielen, weil es mein Ex-Verein ist. Ich will spielen, weil ich in Form bin und der Mannschaft helfen kann.“

Hoffnung auf einen Heimsieg könnte der Kogge hingegen die Statistik geben. Zwar ist die Gesamtbilanz gegen Fortuna Köln eher ausgeglichen (4 Siege – 4 Unentschieden – 5 Niederlagen), doch im heimischen Ostseestadion gelangen in den zurückliegenden Aufeinandertreffen deutliche Siege. Bereits 1994 konnte der F.C. Hansa mit einem 2:0-Sieg aufwarten, 2015 gelang ein deftiger 4:0-Erfolg und auch 2016 ging der FCH nach einem deutlichen 4:2-Heimdreier als Gewinner vom Platz.

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