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22. Spieltag2017/18

F.C. Hansa Rostock
3:1
Rot-Weiß Erfurt
Datum
Spielgegner
Ergebnis
27.01.2018
F.C. Hansa Rostock - Rot-Weiß Erfurt
3:1 (1:0)
27.01.2018
Karlsruher SC - Werder Bremen II
1:0 (1:0)
26.01.2018
FSV Zwickau - Sonnenhof Großaspach
2:0 (2:0)
27.01.2018
SC Paderborn - Sportfreunde Lotte
5:0 (2:0)
27.01.2018
VfR Aalen - Chemnitzer FC
3:2 (1:1)
28.01.2018
Carl Zeiss Jena - Hallescher FC
2:1 (0:0)
27.01.2018
VfL Osnabrück - Fortuna Köln
2:2 (1:2)
27.01.2018
SpVgg Unterhaching - SV Wehen Wiesbaden
0:1 (0:1)
26.01.2018
Preußen Münster - Würzburger Kickers
1:0 (1:0)
27.01.2018
1. FC Magdeburg - SV Meppen
0:0 (0:0)

Benyamina & Breier bringen Hansa auf die Siegerstraße -3:1-Heimsieg gegen Erfurt

Mit einer Woche Verspätung rollte der Ball am Sonnabendnachmittag (27.01.18) auch endlich wieder für den F.C. Hansa in der 3. Liga. Zu Gast war der sportlich und finanziell angeschlagene FC Rot-Weiß Erfurt. Die Thüringer liegen mit nur 15 Punkten am Tabellenende der 3. Liga und müssen in der zweiten Saisonhälfte unbedingt ein anderes Gesicht zeigen. Damit hat das Team von Trainer Stefan Emmerling bereits am vergangenen Wochenende angefangen - gegen den damaligen Tabellenführer aus Magdeburg gewann Erfurt mit 3:1 und wollte nun direkt an der Ostsee nachlegen.

Hansa wollte hingegen gleich den ersten Auftritt des Jahres nutzen, um an die starke Hinrunde anzuknüpfen. Daher wurde auch in der Rostocker Aufstellung deutlich, dass der FCH das Heft des Handelns direkt in die Hans nehmen wollte. Chef-Trainer Pavel Dotchev setzte mit Benyamina und Neuzugang Pascal Breier auf zwei echte Angreifer, die schon in den Testspielen gut harmonierten und nun gegen RWE auf Torejagd gehen sollten. Dahinter setzte sich Lukas Scherff auf der linken Seite gegen Christopher Quiring durch – rechts hinten bekam Vladimir Rankovic den Vorzug vor Joshua Nadeau.

Um 14.05 Uhr pfiff Schiedsrichter Siewer die Partie im Ostseestadion an – der F.C. Hansa spielte zuerst auf die Nordtribüne zu und legte gleich mal gut los. Die erste Ecke für den FCH nach 20 Sekunden. Und die erste Großchance folgte direkt. Der Eckball landete auf dem Fuß von Marcel Hilßner, der Klewin gleich mal zu einer ersten Parade zwang – Lukas Scherff setzte weiter nach, brachte den Ball vor den Kasten und Oliver Hüsing verpasste im Zentrum haarscharf das 1:0.

Die Körpersprache beim FCH passte. Nur wenige Augenblicke später die nächste Ecke für Hansa – Erfurt kam zu diesem Zeitpunkt gar nicht ins Spiel und brauchte etwas, um ins Spiel zu finden. Beim FCH ging es hingegen nach Ballgewinn häufig sehr schnell. Die Gäste wussten sich daher immer wieder nur mit einem Foulspiel zu helfen. Linksverteidiger Sarr sah bereits nach wenigen Minuten die Gelbe Karte.

In der 14. Minute dann wieder ein Standard für Hansa. Die Abwehraktion von RWE landete erneut bei einem Hanseaten – diesmal war es Lukas Scherff, der direkt abzog und ebenfalls nur knapp scheiterte. Rot-Weiß kam nun zwar zu mehr Spielanteilen, brachte die Kogge aber keineswegs in Gefahr, da die Hansa-Defensive konzentriert verteidigte. Nach 19. Minute kam Erfurt dann aber doch einmal durch und mit Carsten Kammlott, der sich im Rostocker Strafraum durchsetzte und am langen Pfosten Odak fand – Außennetz!

Auf der Gegenseite meldete sich der FCH mal wieder zu Wort und kam mit Bryan Henning aus der Distanz, der Abschluss des Hanseaten ging jedoch deutlich über den Kasten. Die Thüringer entschärften den anfänglichen Druck der Rostocker nun etwas – bis zur 27. Spielminute. Bryan Henning nutzte die Erfurter Unordnung und steckte für Soufian Benyamina durch, der nahm den Ball kurz mit und verwandelte durch die Beine von Erfurt-Keeper Klewin zum 1:0 für den F.C. Hansa. Die Führung gab der Kogge weiter Auftrieb - Torschütze Benyamina sowie Marcel Hilßner probierten es aus der Distanz und hatten den zweiten Treffer auf dem Fuß.

Kurz vor der Pause probierte es aber auch RWE noch einmal. Hansa wehrte die Versuche aber rechtzeitig ab und ließ nicht viel anbrennen – im Gegenteil. Die Kogge wollte selbst nachlegen. Hilßner konnte in der 42. nur mit einem Foul am Erfurter Strafraum gestoppt werden. Der nachfolgende Freistoß landete allerdings in der Mauer. Kurz darauf war den Ball dann aber doch im Kasten –  das Schiedsrichter-Team sah jedoch ein Foulspiel von Hüsing an Klewin und gab den Treffer nicht. Und wieder Hansa. Fabian Holthaus wurde von Amaury Bischoff in Szene gesetzt und prüfte erneut den Schlussmann der Thüringer.

Kurz darauf pfiff Thorben Siewer den ersten Durchgang ab und schickte den FCH mit einer knappen 1:0-Führung in die Kabine.

Auf beiden Seiten gab es mit Beginn des zweiten Durchgangs keine personellen Veränderungen. Auch am Matchplan der Kogge sollte sich wenig ändern. Bereits nach 30 Sekunden konnte der FCH den nächsten Abschluss verzeichnen – Pascal Breier gab seinen ersten Schuss im Ostseestadion ab, verzog aber knapp. Die Dotchev-Elf versuchte gleich wieder den Druck hochzuhalten und kombinierte sich immer wieder gut vor das gegnerische Gehäuse. Soufian Benyamina kam gleich doppelt in einen gute Abschlussposition, stand allerdings im Abseits.

Aber wie schon im ersten Spielabschnitt arbeitete sich RWE wieder ins Spiel und hielt nun besser dagegen. Kampf und Leidenschaft waren nun mehr und mehr gefragt. In der Folge wechselte Pavel Dotchev zum ersten Mal und brachte mit Christopher Quiring für Lukas Scherff einen frischen Mann für die Außenbahn.

Allerdings kam zunächst Erfurt und schlug mit der ersten echten Chance eiskalt zu. Die Gäste aus dem Steigerwald konterten blitzschnell und waren letztlich durch Razeek erfolgreich, der trocken zum 1:1 abschloss. Hansa schüttelte sich kurz und wollte schnellstmöglich den alten Abstand wiederherstellen – Oliver Hüsing leitete einen Konter selbst ein und kam zum Abschluss, traf den Ball aber nicht richtig, sodass es weiterhin beim 1:1 blieb.

Hansa erhöhte nun wieder den Druck, musste aber aufpassen, nicht noch einen Konter zu fangen. Denn Erfurt schaltete nun des Öfteren gut um und wollte ebenso den Dreier einfahren. Aber die Kogge war zur Stelle und ließ die 11.700 Zuschauer wieder jubeln. Marcel Hilßner nutzte den Platz und zog aus 18 Metern ab, Klewin konnte nur klatschen lassen - Neuzugang Pascal Breier stand gleich mal richtig und traf per Kopf zum 2:1 für Hansa.

Nun wollte der FCH diesen Sieg aber auch unter Dach und Fach bringen und hatte die große Kontergelegenheit über Marcel Hilßner, aber Erfurt konnte die Situation noch einmal bereinigen und blieb im Spiel. Bei Hansa sollte nun Stefan Wannenwetsch mithelfen, dass Ergebnis zu sichern.

Es bleib weiter spannend im Ostseestadion. RWE rückte nun weiter auf und ging ins Risiko, um doch noch einen Punkt zu holen. Die Kogge lauerte hingegen auf die Konterchance und wollte das Spiel zu entscheiden. Diese hatte Soufian Benyamina in der 80. Spielminute. Vladimir Rankovic brachte die Hereingabe auf den langen Pfosten, wo die Rostocker Nummer 23 hochstieg und eigentlich schon jubeln konnte – Philipp Klewin hatte aber etwas dagegen und lenkte den Ball irgendwie noch über den Kasten.

Doch dann machte der FCH den Sack zu. Einen Eckball konnte RWE noch bereinigen, der Nachschuss von Bryan Henning landete aber genau bei Pascal Breier, der sein Debüt mit einem überragenden Treffer krönte und Hansa auf die Siegerstraße brachte. Aber damit nicht genug. Der FCH wollte mehr und hatte durch Benyamina die nächste große Gelegenheit.

Die Gäste gaben sich aber auch nicht auf und kamen durch Lion Lauberbach zu einem Lattentreffer kurz vor dem Ende. Das war es dann aber. Am Ende feierte die Kogge einen verdienten Heimsieg und startete damit perfekt in die zweite Saisonhälfte.

F.C. Hansa Rostock - Rot-Weiß Erfurt 3:1 (1:0)

Torfolge: 1:0 Benyamina (27.), 1:1 Razeek (62.), 2:1 Breier (70.), 3:1 Breier (83.)

F.C. Hansa Rostock: Blaswich – Rankovic, Hüsing, Riedel, Holthaus – Hilßner, Henning, Bischoff (74. Wannenwetsch), Scherff (60. Quiring) – Benyamina, Breier (88. Alibaz)

Rot-Weiß Erfurt: Klewin – Neuhold, Möckel, Sarr (69. Lauberbach) – Odak, Brückner (55. Razeek), Bergmann, Biankadi, Kurz (55. Rüdiger) – Kammlott, Huth

Erfurt schöpft doppelt Mut – sportlich und wirtschaftlich

Endlich positive Nachrichten für den krisengebeutelten Langzeitdrittligisten. Mitte dieser Woche konnte kurz vor Ultimo die offene Finanzlücke geschlossen werden, die im Rahmen der Nachlizensierung vom DFB gefordert war. Damit ist ein möglicher Punktabzug abgewendet und der Verein kann sich den Rest dieser Saison auf das Sportliche konzentrieren. Für das Tabellenschlusslicht lief die Hinrunde sehr mäßig. Ein Ausrufezeichen setzte die Elf von Trainer Stefan Emmerling am vergangenen Montag. Gegen Spitzenreiter Magdeburg konnten die Thüringer ein 0:1 in ein 3:1 drehen. Vor allem bei den Standards war Erfurt gefährlich. Mit diesem Sieg, dem ersten seit zwölf Spieltagen, ist das rettende Ufer jedenfalls ein Stückchen näher gekommen und die Erfurter können auch auf einen sportlichen Verbleib in der Liga hoffen.

Nachdem das geplante Wintertrainingslager in der Türkei abgesagt wurde, nutzte Erfurt die heimischen Gefilde für die Wintervorbereitung. Auf zwei Hallenturniere und ein 1:1 gegen Wacker Nordhausen, folgte ein eindrucksvolles 1:0 gegen Zweitligist Aue.

Emmerling, der bereits der dritte Trainer in der laufenden Spielzeit ist und Ende November vergangenen Jahres das Team übernahm, hat einen prominenten Co-Trainer an seiner Seite. Patrick Helmes wurde vom 1. FC Köln freigestellt, um beim Drittligisten Erfahrungen zu sammeln. Beide hatten schon in Kölns U21 zusammen gearbeitet.

Angeführt wird das Team vom zweitligaerfahrenen Kapitän Jens Möckel. Bester Torschütze ist Elias Huth mit drei Treffern. Der wichtigste Spieler ist allerdings Torwart Phillip Klewin, der die Rot-Weißen in der Hinrunde davor bewahrte, abgeschlagen Letzter zu sein. Denn: Mit nur 13 Toren, stellt Erfurt zwar den harmlosesten Sturm der Liga, dafür sind 28 Gegentreffer noch ein verhältnismäßig guter Wert. Neun Vereine haben mehr Gegentore bekommen. Einen großen Anteil daran hat Klewin mit seinen starken Paraden geleistet.

Auch wenn es schon immer einen regen Austausch von Spielern zwischen Erfurt und der Kogge gegeben hat, spielt aktuell kein Ex-Hanseat bei den Thüringern. Mit Maik Baumgarten und Mikko Sumusalo haben im vergangenen Sommer die letzten Spieler mit blau-weißer Vergangenheit den Verein verlassen.

Ein kurzer Blick in die Geschichte verrät: Der 1966 aus dem Vorgängerverein Turbine Erfurt (DDR-Meister 1954 und 1955) gegründete FC Rot-Weiß Erfurt wurde in Hansa´s Meisterjahr 1991 Tabellendritter und durfte in der folgenden Saison in der 2. Bundesliga starten, sowie im UEFA-Cup antreten. Aktuell sind die Rot-Weißen der einzige Verein, der seit 2008 durchgängig in der 3. Liga spielt. 362 Spiele sind es genau.

Zwischen Hansa und Erfurt gab es, inklusive der Vorgängervereine, 73 Begegnungen. 26 Siege, 22 Unentschieden und 25 Niederlagen stehen dabei für die Kogge zu Buche. In der 3. Liga gab es bisher 13 Begegnungen: Sechsmal konnte der F.C. Hansa dabei als Sieger vom Platz gehen. Darunter auch dreimal in Heimspielen. Außerdem gab es vier Unentschieden und drei Niederlagen. Das Hinspiel in dieser Saison konnte die Kogge 1:0 gewinnen, nachdem Kopfballungeheuer Oliver Hüsing eingenetzt hatte. Das letzte Spiel im Ostseestadion endete 2:1 für Rot-Weiß. Es ist also an der Zeit für eine Revanche.

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