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23. Spieltag2017/18

0:2
Datum
Spielgegner
Ergebnis
03.02.2018
SV Meppen - F.C. Hansa Rostock
0:2 (0:1)
03.02.2018
Hallescher FC - VfL Osnabrück
1:0 (0:0)
03.02.2018
Chemnitzer FC - Carl Zeiss Jena
1:0 (0:0)
02.02.2018
Sportfreunde Lotte - VfR Aalen
2:0 (1:0)
03.02.2018
Sonnenhof Großaspach - SC Paderborn
1:1 (0:1)
04.02.2018
Rot-Weiß Erfurt - FSV Zwickau
0:3 (0:2)
03.02.2018
Würzburger Kickers - 1. FC Magdeburg
1:0 (0:0)
03.02.2018
Werder Bremen II - Preußen Münster
2:4 (1:0)
02.02.2018
SV Wehen Wiesbaden - Karlsruher SC
1:1 (0:1)
03.02.2018
Fortuna Köln - SpVgg Unterhaching
0:0 (0:0)

Hansa gewinnt die Schneeschlacht in Meppen – Väyrynen und Scherff sichern den Dreier

Das erste Auswärtsspiel des Jahres erwartete den F.C. Hansa im Emsland. Nahe der niederländischen Grenze trat die Kogge am 23. Spieltag beim SV Meppen an und wollte nicht nur den Schwung aus der Vorwoche mitnehmen, sondern sich auch für die Hinspielniederlage (1:2) revanchieren.

Doch im Vorfeld der Partie gab es einige Baustellen für Hansa-Coach Dotchev. Marcel Hilßner fehlte gelbgesperrt und musste in Niedersachsen ersetzt werden. Zudem musste sich der FCH auf ein körperbetontes Spiel und einen schwierigen Untergrund einstellen.

Die überraschenden Lösungen gab es in der Aufstellung. Hansa spielte zum ersten Mal in dieser Spielzeit von Beginn an mit drei echten Spitzen und wollte mit einer schnellen Überbrückung des Mittelfelds die kompakte SVM-Defensive knacken. Dahinter schickte Dotchev ein Dreier-Mittelfeld mit Bischoff, Henning und Wannenwetsch auf den Platz. Und auch die Rostocker Viererkette wurde speziell auf den Gegner angepasst. Denn für den offensiveren Rankovic rückte Joshua Nadeau, wieder in die erste Elf und sollte gegen den Ball seine Stärken einbringen. Bei diesem Vorhaben musste die Hansa-Defensive vor allem auf Meppens gefährlichsten Angreifer achten. Benjamin Girth traf in der Aufstiegssaison der Emsländer bereits elfmal – so auch im Hinspiel, das die Mannschaft von Trainer Neidhart erst kurz vor Schluss für sich entschied.

Im winterlichen Meppen ging es für die Rostocker um 14.07 Uhr los und von Beginn an war klar: Kampf und Leidenschaft würden die Partie entscheiden.

Schon die ersten Sekunden in der Hänsch-Arena zeigten, wie schwer es am Sonnabendnachmittag werden sollte, Fußball zu spielen. Allerdings konnte die Kogge gleich mal in der ersten Annäherung für Gefahr sorgen. Pascal Breier brachte den Ball vor das Gehäuse, wo Soufian Benyamina lauerte und mit einem Kopfball nur knapp scheiterte. Und Hansa blieb dran. Nach einer Ecke landete der Ball in der 6. Minute vor den Füßen von Stefan Wannenwetsch, der direkt abschloss – letztlich fehlte aber ein knapper Meter.

Die Kogge kam insgesamt etwas besser in die Partie und suchte mit langen Bällen immer wieder die Dreier-Spitze, die die Bälle festmachen und verteilen sollten. In der 9. Minute belohnte sich der FCH bereits für den guten Matchplan. Die Rostocker blieben nach einem Standard dran und machten den Ball wieder scharf. Schließlich war es im Zentrum Tim Väyrynen, der eine Hereingabe verlängerte und zum 1:0 traf.

Die Führung spielte der Dotchev-Elf natürlich in die Karten, aber das war kein Grund, nachzulassen. Hansa ließ den SVM zu keinem Zeitpunkt ins Spiel kommen und hatte durch Holthaus und Henning sogar die Chance, auf das schnelle 2:0. Nach 17 Minuten dann die nächste Gelegenheit für den FCH. Oliver Hüsing legte nach einem Eckball für Pascal Breier auf, der es artistisch probierte, aber den Ball nicht richtig traf.

Auf der Gegenseite kam dann auch der Gastgeber zum ersten Abschluss des Spiels. Granatowski tankte sich bis zur Grundlinie durch und legte für Bähre auf – kein Problem für Hansa-Keeper Blaswich. Nun kam Meppen immer besser in die Partie. Nach 24 Minuten sorgte einen Doppelpass für Aufregung im Hansa-Strafraum – doch Joshua Nadeau war im letzten Moment zur Stelle und bereinigte die Situation vor Bähre.

Kurz darauf musste die Kogge zweimal in Unterzahl ran. Nach einem Zusammenprall im Mittelfeld musste zunächst Oliver Hüsing behandelt werden, wenig später dann Amaury Bischoff – für beide ging es aber weiter. Hansa spielte jetzt nicht mehr ganz so druckvoll, sodass Meppen mehr Spielanteile bekam und die Partie ausgeglichen gestaltete.

Die nächste Torannäherung gab es in der 40. Spielminute - wieder brachte ein ruhender Ball der Rostocker Gefahr. Stefan Wannenwetsch probierte es aus großer Distanz einfach mal direkt, Meppen-Keeper Domaschke konnte nur nach vorne klären – die Chance für Väyrynen, aber der Finne setzte den Abschluss über den Kasten. Und auch die Emsländer kamen noch einmal mit einem Freistoß, den Julian Riedel unglücklich verlängerte und somit Janis Blaswich zu einer Glanztat zwang. Eine Minute später musste der Rostocker Schlussmann erneut alles geben, um den Abschluss von Marcel Gebers zu parieren. Dann pfiff Schiedsrichter Schult die ersten 45 Minuten ab - mit einer knappen 1:0-Pausenführung ging es für die Kogge in die Kabine.

Beide Trainer schickten ihre Anfangsformationen in den zweiten Durchgang und nahmen keine personelle Korrektur vor. Hansa versuchte wie schon im ersten Spielabschnitt mit viel Druck zu starten. Allerdings zeigte sich auch Meppen hellwach und gab in der 50. Spielminute den ersten Abschluss der zweiten Hälfte durch Jesgarzewski ab.

Die Hausherren warfen alles in die Zweikämpfe und wollten den Ausgleich erzwingen. Die Dotchev-Elf musste dagegenhalten und ging trotz schwindender Kräfte weite Wege. Auch das Sturm-Trio arbeitete mit nach hinten und verteidigte die Führung. Dadurch blieben Torchancen der Rostocker in dieser Phase Mangelware. Dafür ließ der FCH aber auch wenig zu. Lediglich in der 61. Minute kam Meppen mal zu einer Gelegenheit. Janis Blaswich rutschte eine Hereingabe aus den Händen - Benjamin Girth lauerte auf seine Chance, doch Blaswich störte den Angreifer der Niedersachsen entscheidend.

Wenig später war der Hansa-Keeper dann machtlos, musste allerdings auch nicht eingreifen - der Abschluss von Leugers ging über das Rostocker Gehäuse. Hansa setzte weiter auf die defensive Stabilität, lauerte aber auch auf den entscheidenden Konter, um den Dreier zu besiegeln. Meppen brachte den Ball aber immer wieder hoch rein und glaubte an den Ausgleich, sodass die Kogge auf gar keinen Fall nachlassen durfte.

Noch eine Viertelstunde zu spielen und den gut 8.000 Zuschauern bot sich weiterhin das gleiche Bild. Beide Teams überzeugten mit Einsatz und Wille – doch Hansa verteidigte die Führung aufopferungsvoll und hatte das elfte „zu Null“ vor Augen. Zwölf Minuten vor dem Ende wechselte dann auch Pavel Dotchev zum ersten Mal. Lukas Scherff kam für Soufian Benyamina in die Partie.

Und Lukas Scherff war es, der die Partie wenig später entschied. Das Rostocker Eigengewächs nutzte in der 85. Minute einen Fehler von Jovan Vidovic eiskalt aus und versenkte den Ball zum 2:0 für den F.C. Hansa. Nun war die Kogge auf der Zielgeraden. Wieder ging es über Scherff, der das Auge für Tim Väyrynen hatte – allerdings hatte Domaschke etwas gegen den dritten Gegentreffer und parierte den Abschluss des Finnen.

In der drei-minütigen Nachspielzeit passierte dann nicht mehr viel. Der FCH fuhr den zweiten Sieg im zweiten Spiel das Jahres ein und stellte das Punktekonto auf 40 Zähler. Am kommenden Wochenende (10.02. - 14 Uhr) bekommen es die Rostocker dann mit den Würzburger Kickers zu tun, die am 23. Spieltag den 1. FC Magdeburg mit 1:0 bezwangen.

SV Meppen – F.C. Hansa Rostock 0:2 (0:0)

Torfolge: 0:1 Väyrynen (9.), 0:2 Scherff (85.)

SV Meppen: Domaschke – Jesgarzewski, Gebers, Vidovic, Vrzogic – Kleinsorge (81. Geiger), Leugers, Ballmert (72. Deters), Bähre, Granatowski (72. Kremer) – Girth

F.C. Hansa Rostock: Blaswich – Nadeau, Hüsing, Riedel, Holthaus – Henning, Bischoff (84. Grupe), Wannenwetsch – Benyamina (78. Scherff), Väyrynen, Breier (89. Bouziane)

Mutiger Aufsteiger: SV Meppen mit erfolgreicher Hinrunde

Elf Jahre hatte der SV Meppen in den Achtzigern und Neunzigern in der 2. Bundesliga gespielt. Erstaunlicherweise  war man mit einem nur zur Hälfte mit Profis besetzten Kader aufgestiegen und konnte sich dann genauso überraschend über zehn Jahre im zweiten deutschen Oberhaus halten. Dann allerdings ging es bergab. Bis in die fünfte Liga.

Nun ist der SVM wieder da - und wie!? Nach einer ähnlich starken Hinrunde wie Mitaufsteiger Unterhaching belegen die Blau-Weißen zurzeit Platz acht in der Tabelle. Zwischenzeitlich hatte man sogar zwei Spieltage lang Rang sechs inne. Mit 32 Punkten und einem Torverhältnis von 27:27 hat sich Meppen im oberen Tabellenmittelfeld festgebissen und schon den ein oder anderen Favoriten geschlagen (Siege gegen Karlsruhe, Wiesbaden und Köln). Zuletzt gelang ein respektables 0:0 bei Aufstiegsaspirant Magdeburg.

In Acht nehmen sollte sich die Kogge am Sonnabend (14:00 in der Hänsch-Arena) vor allem vor dem gefährlichen Sturm der Emsländer. Neben Marius Kleinsorge (sechs Treffer) stellt der SVM mit Benjamin Girth (elf Treffer) den drittbesten Angreifer der Liga. Zudem verstärkte sich Meppen in der Winterpause mit Luka Tankulic (Sportfreunde Lotte) und Mike-Steven Bähre (Leihe von Hannover 96). Mit Verteidiger Jovan Vidovic wird voraussichtlich auch ein Ex-Hanseat auf dem Platz stehen. Nicht dabei sein wird Kapitän Martin Wagner, der eine Gelbsperre absitzen muss.

Übrigens wird auch neben dem Platz ein bekanntes Gesicht im Stadion sein. Ex-Hansa- und Nationalspieler Ronald Maul (2001 bis 2006 an Bord der Kogge) lenkt seit vergangenem Jahr die Geschicke als Geschäftsführer beim SV Meppen.

Das Hinspiel im August war vor allem für den Kapitän der Kogge, Amaury Bischoff, ein denkwürdiges Ereignis. Nach 24 Minuten sah er die Rote Karte, nachdem der Meppener Granatowski Bischoff von hinten heftig am Trikot gezogen hatte und dieser sich aus der Aktion befreien wollte. Er erwischte den Meppener dabei unabsichtlich im Gesicht. Schiedsrichter Thorben Siewer stellte ihn daraufhin vom Platz. Granatowski kam mit Gelb davon. Bis zur Halbzeit blieb es beim 0:0. In der 50. Minute ging Meppen dann durch Girth in Führung, doch kurze Zeit später konnte Marcel Ziemer für den F.C. Hansa ausgleichen. Kurz vor Schluß kam es dann aber doch noch zum K.O.-Schlag durch die Emsländer. Mit einem ansehnlichen Distanzschuss netzte Granatowski zum 1:2 ein und Meppen gewann die Partie etwas glücklich. Bleibt zu hoffen, dass die Kogge sich die Punkte am kommenden Sonnabend zurückholt.

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