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Das personifizierte Bollwerk: Der F.C. Hansa trauert um Dieter Wruck

Dieter Wruck ist tot. Die Abwehrlegende des F.C. Hansa verstarb mit 81 Jahren. Er war einer der Protagonisten der turbulenten 1960er- Jahre unseres Vereins.

Nein, dieses Auftrittes Anfang August 1968 beim Schweizer FC La Chaux-de-Fonds (2:1) hätte es schon nicht mehr bedurft. Bereits eine Woche zuvor im schwedischen Örebro überzeugte das Rostocker Abwehrgespann Dieter Wruck und Gerhard Brümmer. Nicht umsonst deshalb gewann der F.C. Hansa seine Intercup-Gruppe, weil er in den zwei Spielen gegen seinen schärfsten Widersacher, den schwedischen Tabellenzweiten SK Örebro (1:1, 1:0), die Oberhand behielt. Hansa-Trainer hatte also richtig aufgestellt: Hier der noch 27-jährige Dieter Wruck, Abwehr-Lehrmeister, mit dem gerade mal 19-jährigen Brümmer als personifiziertes Bollwerk.

Mehr als acht Jahre zuvor war Wruck selbst einer, der mit großen Augen auf die Arrivierten blickte. Am 22. Mai 1960 debütierte er in der Oberliga beim 2:0 über den SC Dynamo Berlin. Sein Trainer war „der kleine General“ Walter Fritzsch, ein akribischer Trainer bis an den Rand der Pedanterie. Und im Aufgebot fanden sich neben den Denkmälern Kurt Zapf, Heinz Minuth, Rolf Leeb oder dem unwiderstehlichen Torjäger Artur Bialas auch die Abordnung der jungen aufstrebenden Generation: Heino Kleiminger, Herbert Pankau, Klaus-Dieter „Fips“ Seehaus oder Jürgen Heinsch.

„Wir waren eine tolle Truppe“, erinnerte sich vor Jahren Jürgen „Dackel“ Heinsch. Noch meldeten die „Alten“ ihre Anwartschaft an, doch bald kamen die flügge gewordenen Jungspunde in die Mauser. Eine verheißungsvolle Mischung: Ein Torhüter der Extraklasse (Heinsch), dazu die Strategen (Seehaus, Hergesell), die Kreativen (Pankau, Kleiminger), die Torjäger („Goldköpfchen“ Kostmann) und – die Zuverlässigen mit Dieter Wruck an der Spitze. Er bestritt 175 Meisterschaftsspiele für Hansa, das in den 1960er- Jahren mit vier Vizemeister-Titeln und zwei Pokalendspielen maßgeblich die Spitze in der DDR-Oberliga mit prägte.

Der F.C. Hansa trauert um einen großen Spieler seiner Zeit.