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31.10.2023 14:51 Uhr

DUELL MIT DER HAUPTSTADT - DAS IST HERTHA BSC

Mit Hertha BSC gastiert am Sonntag (05. November) eine Mannschaft im Ostseestadion, die eine interessante Parallele zu unserem F.C. Hansa aufweist – zumindest in dieser Saison. Denn beide Mannschaften sind – im Gegensatz zu allen anderen 16 Zweitligisten - bisher ausschließlich unter dem Motto "Hop oder Top" unterwegs und haben entweder gewonnen oder verloren - ein Unentschieden gab es bisher für beide Mannschaften noch nicht. Während unsere Kogge bisher vier Siege einfahren konnte, gelang der Hertha am vergangenen Wochenende mit dem 3:1-Heimsieg über den SC Paderborn bereits der fünfte Erfolg. Aktuell rangiert das Team auf Platz 9 (15 Punkte, 22:20 Tore) und hat sich somit ein wenig von der Abstiegszone entfernt.

F.C. Hansa Rostock

Zum Saisonstart war der Bundesliga-Absteiger nämlich noch in der unteren Tabellenhälfte zu finden. Die Mannschaft, die sich bis zum Ende der Transferzeit in einem kompletten Umbruch befand, hatte erhebliche Probleme mit der neuen Spielklasse und konnte von den ersten fünf Spielen nur eines gewinnen – Platz 17 stand danach zu Buche. Doch so langsam scheint das Team die 2. Liga angenommen zu haben. Vor allem die Verpflichtung des Schweizers Haris Tabakovic hat sich bisher als Glücksgriff erwiesen. Der Stürmer mit Wurzeln in Bosnien-Herzegowina hatte sich in der Vorsaison mit 17 Toren in 28 Spielen der österreichischen Bundesliga in den Fokus gespielt und knipst nun auch in der deutschen Hauptstadt: Neun Tore in 10 Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Gemeinsam mit seinem Sturmpartner Fabian Reese (kam aus Kiel), der bisher dreimal traf, kommt das Duo auf einen Treffer mehr als die gesamte Hansa-Mannschaft.

Insgesamt hat Trainer Pal Dardai eine ganz gute Mischung aus hungrigen Spielern aus der eigenen Talente-Schmiede und erfahrenen Akteuren zusammengestellt. Allen voran der polnische Linksverteidiger Michal Karbownik (kam vom Premier League-Klub Brighton & Hove Albion) sowie die bundesligaerfahrenen Führungsspieler Marc Oliver Kempf und Florian Niederlechner oder Kapitän Toni Leistner zählen zu den Stammkräften. Allerdings muss Dardai in Rostock auf die gesperrten Kempf (rot) und Leistner (gelbrot) verzichten.

Außerdem scheinen die Berliner das Thema "Familienbetrieb" sehr ernst zu nehmen – denn gleich viermal taucht der Name Dardai im Berliner Kader dieser Saison auf. Neben Trainer Pal, der zum dritten Mal Chef-Trainer auf der Hertha-Bank ist, sind auch dessen Söhne, der 21-jährige Marton (11 Spiele), der 17-jährige Bence (acht Spiele) und der 24 Jahre alte Palko (sechs Spiele, 1 Tor) im Hertha-Aufgebot zu finden und regelmäßig im Einsatz. Allerdings dürfte für den jüngsten Spross der Familie ein Einsatz im Ostseestadion nicht infrage kommen - Bence fällt derzeit mit einer Sprunggelenksverletzung aus.

Bei einem genaueren Blick auf den Hertha-Kader tauchen auch drei Spieler mit einer Hansa-Vergangenheit auf. Neben Anderson Lucoqui, der vergangene Saison für die Kogge auflief, sind das die beiden Nachwuchs-Kicker Veit Stange und Lucas Wollschläger. Sie wechselten 2018 bzw. 2019 als Jugendspieler aus der Hansa-Nachwuchsakademie zu Hertha und wollen nun den Durchbruch bei den Profis schaffen. Veit Stange hat in der vergangenen Saison sogar schon ein Bundesliga-Spiel absolviert (gegen Bayern München!), kam aber wie Wollschäger bisher nur in der Regionalliga-Mannschaft zum Einsatz. Im Hansa-Kader gibt es für unseren Torhüter Nils Körber ein Wiedersehen mit seinem Jungendverein, ansonsten gibt es keine Spieler mit einer Station bei der Hertha.

In den vergangenen Jahren kreuzten sich die Wege der beiden Vereine sowohl in der 1. als auch der 2. Bundesliga sowie im DFB-Pokal. In der Gesamtbilanz haben die Berliner dabei die Nase relativ weit vorn: Von 26 Spielen gewannen sie die Hälfte, nur siebenmal konnten unsere Hansa-Jungs gewinnen. Positiv sieht es dabei allerdings bei den bisher sechs Zweitliga-Duellen aus: Viermal gewann die Kogge, nur ein Spiel konnten die Berliner für sich entscheiden. Eine Bilanz, die es am Wochenende weiter auszubauen gilt.