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20.05.2019 12:35 Uhr

Eine Legende zwischen Sentiment und Sensation: Alles Gute "Schulle"!

Heute feiert Axel "Schulle" Schulz runden Geburtstag. Er wird 60. Die herbeieilenden Gratulanten könnten den Jubilar zu Anekdoten aus seinem (Achtung, Metapher!) bewegten Leben auf der Hansa-Kogge befragen. Wir liefern ihm die Stichworte.

August 1977 auf dem Sportpark in Lankow bei der ISG Schwerin-Süd vor einer Kulisse wie geschaffen für einen Abzählreim. Hä? "Schulles" erstes Spiel in der Männermannschaft, mit einem Durchschnittsalter wie Chorknaben, zum Liga-Auftakt. Hansa tingelte über die Chausseen der Zweitklassigkeit und auch Dank "Schulles" Intentionen (vier Tore in der Aufstiegsrunde!) wieder in die richtige Richtung.

August 1978 und die Hansa-Kogge fegt wie mit Außenborder über einen perplexen 1.FC Union Berlin hinweg. 4:0- Führung mit einem Schulz-Tor inklusive. Furiose Hanseaten personifiziert durch einen langmähnigen Tausendsassa. "Frisur und Wettkampfgewicht hat er heute immer noch", staunt 40 Jahre später sein einstiger Kompagnon, Juri Schlünz.

Stille Wasser sind tief. Vier Musketiere (Schulz, Schlünz, Mischinger, Jarohs) reiten Anfang der 1980er- Jahre die Hansa-Attacke, immer gewiss, sich auf die Haudegen an anderer Stelle im Team verlassen zu können. Schulz, kalt wie Hundeschnauze, versenkt einen Strafstoß nach dem anderen. Im Mai 1982 gelingen ihm drei Tore gegen Zwickau. Ein zielführender Spieler (1982 und 1983 jeweils bester Hansa-Torjäger), der sich an Pfingsten 1983 in Dresden vorkommen muss wie beim Stiereintreiben in Pamplona: Noch ehe Dynamo das rote Tuch wahrnimmt hat Hansa (mit "Schulle" an der Spitze!) das Spiel 4:1 gewonnen. Eigentlich ist Axel ja der stille Patron. „Aber mit überragender Technik“, souffliert Rainer Jarohs. Und "Mischa" Mischinger: ",Schulle‘ hat das Auge für die Situation".

Drei Auswahleinsätze. Einer verkappt unter dem Mantel der Olympiamannschaft. Die vergeigt scheinbar ihre Qualifikation für die Spiele 1984 – kommt aber überraschend doch weiter, weil Polen gegen Dänemark nicht gewinnt und dieser eine verlorene Punkt der DDR weiterhilft. "Wir wurden rundherum eingekleidet für Olympia und sind dennoch nicht gereist", sagt Axel. Politische Willkür veranlasste den Flug nach L.A. zu verhindern. Die Enttäuschung darüber bei allen DDR-Sportlern, demzufolge auch den Fußballern, ist riesengroß.

Spiele wie Perlen an der Schnur. In seinen ersten zehn Jahren ist „Schulle“ Stammspieler mit Stammspieler-Potenzial. Will heißen: "Gleichbleibend gute Leistungen über Saisons hinweg", zertifiziert "Mischa" Mischinger. In Zahlen: 364 Pflichtspiele, Platz 6 in der ewigen Hansa-Bestenliste, 61 Treffer, Platz 7 in der ewigen Bestenliste.

Zwischen Sensation und Sentiment. Dass Hansa (als DDR-Ligist sowieso!) 1987 im FDGB-Pokalfinale 1987 dem deutlich renommierteren 1. FC Lok Leipzig (EC II-Finalist) trotz des 1:4 am Ende lange die Stirn bietet ist ebenso sensationell wie das Heimspiel-Flair der Hansa-Fans im Berliner Stadion der Weltjugend. "Ein Höhepunkt meiner Karriere", strahlt "Schulle" heute noch. Es folgen Abstiegskampf wie Klimmzüge ohne Pause und EC-Renaissance nach 20 Jahren wie aus dem Poesiealbum. Und Verletzungen! "Schulle", vorher nie oder weniger blessiert, geht auf die Knie und kommt im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr hoch. "Doch ich stellte an mich ganz andere Ansprüche!"

Ende im Blick und Anfang im Fokus. Axel beendet seine 1993 Fußballerkarriere bei Hansa und setzt sie nach Intermezzi beim PSV (Spieler, Trainer der Frauenmannschaft) genau dort in anderen Funktionen („klug, korrekt, zuverlässig, bodenständig, ausgeglichen“ – so das Unisono einstiger Weggefährten) fort, wo er sie 1967 begonnen hat: BEIM F.C. HANSA!

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