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Fünf Sonntagsfragen an Jens Härtel: Unser Chef-Trainer im Interview

Nach Ostern wollen unsere Profis unter strengen Auflagen erstmals nach der Zwangspause wieder auf den Übungsplatz zurückkehren. Vor dem Trainingsstart beantwortet unser Chef-Trainer Jens Härtel alle Fragen rund um das Team und die kommenden Einheiten.

Hallo Jens! In wenigen Tagen schnürt ihr erstmals wieder die Schuhe – sind alle Mann an Bord?

Bis auf Nik Omladic sollten alle mit an Bord sein.

Kann die Zwangspause hinsichtlich der kleineren Blessuren für angeschlagene Spieler auch ein Vorteil gewesen sein? Diese könnten nun ja vielleicht früher wieder einsatzfähig sein als erwartet?

Diese Pause war auch für diese Spieler kein Vorteil, denn auch das Reha-Training und die physiotherapeutische Behandlung konnten nicht in dem Maße durchgeführt werden, wie das unter normalen Umständen der Fall gewesen wäre.

Was bedeutet die wochenlange Pause vom Fußball für den Fitnesszustand unserer Jungs?

Zuerst einmal war es für alle wichtig, die Zwangspause zu nutzen - um sich zu erholen und dem Körper und dem Geist etwas Ruhe zu geben, sofern das überhaupt möglich war. Nach zwei Wochen kommt dann die Phase, wo sich jeder Leistungssportler wieder bewegen will und seinen Körper belasten möchte, was überall möglich war, trotz aller behördlicher Auflagen. Es ist aber völlig klar, dass individuelles Training - noch dazu unter erschwerten Bedingungen - kein fußballspezifisches Training ersetzen kann. Wir gehen davon aus, dass die Jungs gerade im Grundlagenausdauerbereich und im Stabilitätstraining gut gearbeitet haben und in diesen Bereichen in einem guten Zustand sind, auf dem wir jetzt aufbauen können.

Wie kann man sich die Trainingseinheiten angesichts des Kontaktverbots und der Hygienevorschriften vorstellen? Zweikämpfe zum Beispiel werden ja nicht möglich sein…

Die ersten Maßnahmen beginnen schon vor dem eigentlichen Training: Fieber messen, den allgemeinen Gesundheitsstatus abfragen und auch die räumliche Abtrennung durch vier verschiedene Umkleidekabinen mit separaten Duschmöglichkeiten spielt eine wichtige Rolle. Die ersten Tage werden wir in 12 Zweiergruppen zu jeweils unterschiedlichen Zeiten trainieren. Dabei wird es ein Stationstraining geben, wo wir überwiegend im technischen und physischen Bereich arbeiten und die Jungs wieder an fußballspezifische Bewegung und Belastung heranführen werden. Dazu kommen individuelle Videoanalysen mit Szenen aus den letzten Spielen, um Stärken aufzuzeigen und Möglichkeiten, wo man sich noch verbessern kann.

Was sind die Trainingsinhalte für die bestmögliche Vorbereitung auf eine mögliche Fortsetzung der Saison? Worauf liegt in den kommenden Wochen der Fokus?

Für die ersten Tage gilt es, sich wieder an den Rhythmus und die fußballspezifische Belastung zu gewöhnen. Später wird es hoffentlich möglich sein, in größeren Gruppen zu arbeiten, um individualtaktische und gruppentaktische Verhaltensweisen zu festigen bzw. zu verbessern. Im letzten Schritt sollte dann wieder „normales Mannschaftstraining“ möglich sein, also auch Trainingsspiele im 11 gegen 11. Im physischen Bereich geht es darum, sich so gut wie möglich auf permanente englische Wochen einzustellen und den Körper und den Geist darauf vorzubereiten.

Vielen Dank für das Interview!