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18.09.2019 09:18 Uhr

Fußballfaszination und Bildung verbinden: 10 Jahre Lernort Stadion

Das bereits seit 2010 von der DFL Stiftung geförderte Projekt „Lernort Stadion“ feiert in diesem Jahr sein 10-jähriges Bestehen. Seit 2009 hat das Projekt mehr als 60.000 Jugendliche erreicht und bringt politische Bildung inzwischen bundesweit in 20 Stadien, darunter auch unser Ostseestadion.

Wir haben das Jubiläum zum Anlass genommen, mit Anne Geisler, der Projektkoordination vom "Lernort Ostseestadion", über das Projekt zu sprechen.

fc-hansa.de: Zunächst einmal auch vom F.C. Hansa herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum! Für alle, die noch nichts vom „Lernort Stadion“ gehört haben, was kann man sich darunter vorstellen?

Anne Geisler:
Im Kern geht es darum, Fußball, Stadion und Verein mit vielfältigen Lernangeboten zu verknüpfen. Das Projekt existiert seit 10 Jahren, hier in Rostock bereits seit 2011. Wir haben vergangene Woche in Bochum bei unserer Bundeskonferenz unser zehnjähriges Bestehen gefeiert, darauf sind wir natürlich sehr stolz.

fc-hansa.de: Neben namhaften Clubs wie Borussia Dortmund, Eintracht Frankfurt oder Werder Bremen gehört auch der F.C. Hansa Rostock bzw. das Angebot „Lernort Ostseestadion“ zum bundesweiten Netzwerk „Lernort Stadion“. Wie kam es dazu, dass auch in Rostock ein solches Projekt ins Leben gerufen wurde?

Anne Geisler: Hansa Rostock hat für die Region und für das gesamte Bundesland eine große Strahlkraft. Dass der Verein hier stets präsent ist, merken wir vor allem auch in der Arbeit mit Jugendlichen. Jeder, egal ob Fußballfan oder nicht, kann mit dem Verein etwas anfangen und er ist nach wie vor eine sehr bedeutsame Institution bei uns im Bundesland. Deshalb glaube ich, ist es richtig, Projekte wie unseres genau hier anzusiedeln. Uns war es wichtig, dass wir solche Angebote für Schulen hier im Nordosten etablieren und man merkt auch an den zahlreichen Anfragen, dass Hansa dabei eine große Rolle spielt. Der Fußball ist außerdem eine sehr gute Brücke, um mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen und Themen wie Fairplay, Gewaltprävention oder Mobbing ganz gezielt mit dem Bezugspunkt Sport anzusprechen.

fc-hansa.de: Welche konkreten Ziele verfolgt ihr mit eurer Arbeit vor Ort im „Wohnzimmer“ des F.C. Hansa?

Anne Geisler: Wir möchten politische Bildungsangebote und soziale Bildungsthemen an Jugendliche bringen, die sonst eher nicht empfänglich für Projekte solcher Art sind. Sie sollen sich im Zuge unserer Workshops mit wichtigen Themen wie zum Beispiel Gewaltprävention, Fairness oder der Herausbildung sozialer Kompetenzen auseinandersetzen und einen Zugang zu diesen Gebieten vermittelt bekommen. Dabei spielt das Ostseestadion eine wichtige Rolle, denn viele der Teilnehmer verbinden Erlebnisse oder Erinnerungen mit diesem besonderen Ort. Dabei ist es unser Anliegen, dass die Gruppen eine Brücke schlagen zwischen Angelegenheiten, denen sie tagtäglich in ihren Klassenverbänden begegnen und den Emotionen und Erlebnissen, die sie vom Fußball kennen.

fc-hansa.de: Handelt ihr nach bestimmten Grundsätzen und wenn ja, welche sind dies?

Anne Geisler: Besonders wichtig ist es für uns, dass wir nicht leistungsorientiert handeln – Noten werden bei uns beispielsweise nicht verteilt. Wir wollen bewusst den Druck von den Teilnehmern nehmen, um somit eine Atmosphäre zu schaffen, in der Jugendliche den Raum haben, sich auf Augenhöhe über bestimmte Sachen auszutauschen. Die Jugendlichen sollen dazu ermutigt werden, ihre Meinung offen und ehrlich aufzuzeigen und dabei keine Angst vor etwaigen Bestrafungen zu haben. In unserem inklusiven Ansatz spielt es eine zentrale Rolle, verschiedene Methoden auszuprobieren und sich nicht nur auf eine Methode (bspw. nur schriftliches Bearbeiten von Aufgaben aus dem Lehrbuch) zu versteifen. Dabei ist die aktive Mitarbeit aller Teilnehmer gefragt, dies gelingt beispielsweise in Form von Gruppenarbeiten sehr gut.

fc-hansa.de: Was sind eure Wünsche und Ideen für dei Zukunft?

Anne Geisler: Unsere Aufgabe wird es sein, in Zukunft unsere Arbeit kontinuierlich fortzuführen und auch medial noch mehr an die Öffentlichkeit zu gelangen. Vergangenes Jahr haben wir bereits über 30 Workshops hier im Ostseestadion durchgeführt- diese Zahl gilt es natürlich, in den kommenden Jahren weiter auszubauen. Dabei hilft auch unser großes Netzwerk mit über 20 weiteren teilnehmenden Standorten, mit denen wir immer im regen Austausch stehen. Dadurch ist es uns auch gelungen, in diesem Jahr erstmals einen Workshop im Ausland zu veranstalten, bei dem wir verschiedene polnische Stadien besuchen werden und mit den dortigen Verantwortlichen ins Gespräch kommen wollen.

fc-hansa.de:
Vielen Dank für den Einblick in eure Arbeit und gutes Gelingen für die kommenden Jahre!

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