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25.06.2019 13:52 Uhr

Ob pädagogisch, finanziell oder kommunikativ: Die Entwicklung des NLZ’s abseits des Rasens

Nicht nur sportlich, auch strukturell hat sich im vergangenen Jahr im Nachwuchsleistungszentrum unserer Kogge viel verändert. Die Jungen Hanseaten haben auch abseits des Platzes die Segel gesetzt, befinden sich wieder in ruhigem Fahrwasser und steuern mit frischem Wind in den Segeln neue Ziele an. Stefan Karow lässt seine einjährige Amtszeit als NLZ-Leiter Revue passieren, geht auf den Alltag neben den Rasen ein und gibt einen Ausblick in die Zukunft.

Sportlich können die Jungen Hanseaten auf eine erfolgreiche Saison zurückblicken: Die U15 landete ebenso wie die U19 auf Rang drei, die U17 holte einen starken vierten Platz und die U21 wurde Fünfter. Auch die jüngeren Jahrgänge wussten bei zahlreichen Turnieren gegen nationale und internationale Gegner zu überzeugen. Das vor einem Jahr eingeführte Motto „Segel setzen, Junge Hanseaten“ wurde angenommen und auch auf dem Platz umgesetzt. „Ich möchte ein riesiges Lob aussprechen. Das Jahr war sehr anstrengend und lehrreich  - für alle“, zeigt sich Stefan Karow glücklich. „Ich habe mit Sicherheit viel gefordert, weil wir auch viel aufzuholen hatten. Für den ein oder anderen war das Pensum sehr hoch. Doch wer hier arbeitet, weiß, worum es geht und das es momentan nur so geht“, fügt der NLZ-Leiter hinzu.

Nach einem Jahr in neuer Funktion zieht der ehemalige Torwarttrainer der Profis aber auch für die anderen Bereiche ein positives Fazit: „Wir haben im Umfeld die Bedingungen verbessert, stehen finanziell besser dar, haben uns im pädagogischen Bereich weiterentwickelt und auch Fortschritte bei Kooperationen und in der Kommunikation gemacht“, zeigt er auf, welche Themenfelder weit oben auf der Agenda standen. Zwar bestehe nach wie vor Optimierungspotential, aber „wir können stolz auf das sein, was wir in so kurzer Zeit auf alles auf die Beine gestellt haben“, so der 45-Jährige.

Eltern, Sponsoren, Fans: Mit Kommunikation alle ins Boot holen

Vor allem in puncto Kommunikation zeigt er sich sehr zufrieden: „Mir ist wichtig, dass alle, die in Verbindung zu den Jungen Hanseaten stehen, stets auf dem Laufenden sind und mit ins Boot geholt werden. Deshalb richten wir regelmäßig Elternabende aus, bei denen wir zum einen alle Interessierten über unseren aktuellen Stand informieren, aber auch auf sie eingehen und gewünschte Themen offen ansprechen“, erklärt Karow. „Zudem geben wir einen Ausblick in die Zukunft, auch das ist uns wichtig“, ergänzt er. Und: Künftig soll es einen offiziellen Elternbeirat geben. „Wir wünschen uns aus jeder Mannschaft Vertreter, die beispielsweise bei organisatorischen Sachen eingebunden werden und dafür sorgen, dass Informationen schneller an die Jungs oder uns herangetragen werden“, so Karow. Auch mit dem Mitgliederbeirat befinde er sich im regelmäßigen Austausch. „Wenn Unterstützung gefragt ist wie zum Beispiel beim Kindertag, dann spreche ich vor, erläutere die Situation und uns wird die Hilfe entgegengebracht, die erforderlich ist“, spricht der ehemalige Torwart von einer guten Zusammenarbeit. Nicht zuletzt sorgen die Facebook-Seite und der kürzlich neu ins Leben gerufene Instagram-Kanal für die Information der Hansa-Anhänger und der breiten Öffentlichkeit.

Aber nicht nur mit den Eltern, Mitgliedern und Fans, sondern auch mit den Sponsoren wurde die Kommunikation gefördert. „Wir haben zum Beispiel nach langer Zeit erstmals wieder einen Sponsorenabend ausgerichtet und befinden uns regelmäßig im Austausch.“ Denn: „Es ist ja nicht selbstverständlich, dass Sponsoren unseren Nachwuchs mitfinanzieren. So greifen die Sponsoren dem Hansa-Nachwuchs nicht nur mit Bandenwerbung, Trikotwerbung oder Sachleistungen unter die Arme, sondern können neuerdings auch Patenschaften für Nachwuchsspieler übernehmen. „Das schafft einen direkten Draht. Sie finanzieren durch die Patenschaft einen Fördervertrag für unsere größten Talente und helfen uns, sie an uns zu binden“, erklärt der NLZ-Leiter. Zwar würde man sich die Förderverträge unter Umständen  selbst leisten können, so ist das Budget aber für andere wichtige Bereiche, wie Trainerausbildung, Infrastruktur oder Ähnliches frei. Nicht zuletzt habe auch der Vermarkter „Infront“ einen großen Anteil daran, dass hinsichtlich der Sponsoren-Unterstützung wieder eine positive Entwicklung zu erkennen sei.

Kreative Lösungen: Finanzen zeigen positives Signal

Und das hat natürlich einen positiven Einfluss auf die Finanzen: „Unser jährlicher Finanzabgleich zeigt, dass wir gut gewirtschaftet haben“, freut sich Karow. „Wir haben weniger ausgegeben als gedacht. Und das, obwohl wir mehr Festangestellte haben als im Jahr zuvor“, so der mehrfache Familienvater. Und auch beim Projekt „Schotten dicht“ ist der Zuspruch der Fangemeinde enorm. „Wir waren kreativ und haben für die Zukunft Lücken gefunden, um bestimmte Bereiche zu finanzieren. Wir leben das NLZ wieder bewusster und jammern nicht, weil wir uns eventuell nicht alles leisten können, sondern versuchen Wege zu finden, dass wir uns das leisten können. Das sind alles positive Signale“, ist der 45-Jährige froh.

Erweiterter Trainerstab, psychologische Unterstützung, soziale Projekte : Rundumbetreuung im NLZ
 
Dies führte schließlich dazu, dass die Bedingungen im Umfeld verbessert werden konnten: Die Jungen Hanseaten trainieren auf einem Kunstrasen der neuesten Generation, der Kraftraum wurde modernisiert und die alltägliche Betreuung verbessert. So kümmern sich mehr hauptberufliche Trainer um die jungen Talente: „Wir haben vier A-Lizenztrainer, fünf B-Elite-Trainer, einen hauptamtlichen Athletiktrainer und anderthalb Torwarttrainer“, zählt Karow den erweiterten Trainerstab auf. Zudem führte die Integration des Sportpsychologen Simon Borgmann zu einer Kooperation mit der Uni Rostock. „Mit Simon haben wir einen top Psychologen bekommen. Er unterstützt uns pädagogisch, ist immer für die Jungs da und ein extremer Mehrwert für uns. Er coacht auch uns Trainer, wie wir den Umgang mit den Spielern optimieren können. Und: Er kümmert sich beispielsweise um die innere Motivation der Akteure, ist bei Probetrainings dabei und prüft anhand eines Fragebogens, ob Spieler auch menschlich in unser Gefüge passen“, erläutert Karow, für den auch die pädagogische Entwicklung der Jungen Hanseaten wichtig ist.

Aus diesem Grund kooperiert der Hansa-Nachwuchs nicht nur mit Schulen und Ausbildungsstätten, sondern auch mit dem Fanprojekt. „Die Jungs sollen sich aktiv an sozialen Projekten beteiligen“, beschreibt der NLZ-Leiter das Ziel. So gibt es während der Ferien Workshops zu verschiedenen Themen, mit denen sich der Hansa-Nachwuchs auseinandersetzt. Diese Rundumbetreuung führe dazu, dass die Jugendabteilung von Hansa Rostock auch wieder für Spieler anderer Vereine und NLZ‘s interessant werde, meint Karow.

Mit frischem Wind in den Segeln zu neuen Zielen

Ebenso interessant ist aber auch, an welchen Stellschrauben noch gedreht werden muss. „Wir können uns nach wie vor verbessern“, weiß Karow. „Mit der Modernisierung des Kabinentrakts steht das nächste große Projekt vor der Tür, um die Rahmenbedingungen weiter zu optimieren“, wirft er einen Blick auf die kommenden Monate. Aber auch sportlich wolle man zielstrebiger agieren: „In diesem Jahr haben wir bewusst keine Ziele formuliert. Wir wollten erst die Rahmenbedingungen schaffen – da haben wir große Fortschritte gemacht. Nun wollen wir mit sportlichen Zielen einen positiven Druck erzeugen und ins in der kommenden Saison danach messen lassen“, gibt Karow die Marschroute vor.  

Die angeschlagene Nachwuchs-Kogge wurde im vergangenen Jahr also auf Vordermann gebracht und befindet sich wieder in ruhigem Fahrwasser. Mit frischem Wind in den Segeln steuern die Jungen Hanseaten nun neue Ziele an.
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Weitere Informationen rund um unseren Nachwuchs gibt’s auf der sowohl auf der Facebook-Seite als auch auf dem Instagram-Account der Jungen Hanseaten.

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