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04.12.2018 10:00 Uhr

RÜCKPASS: HANSA-GESCHICHTE(n): „Ossi“-Namensgeber ist brennender Hansa-Fan

Hansa-Anhänger, die im (manchmal verklärten) Rückblick auf alte Zeiten feuchte Augen kriegen, wissen Bescheid: Am 17. Februar 1990 gastierte der SV Werder Bremen zu einem lilafarbenen Schokoladenbesuch in Rostock. Die Bremer hatten ihr putziges Ziegen-Maskottchen „Pico“ im Schlepptau. Und Hansa? Dessen Vorzeigeartikel hießen seinerzeit noch (wenn überhaupt!) Wimpel, Biertulpe, Anstecknadel.

Was also tun? Hansa-Präsident Robert Pischke bat im Vorfeld den Güstrower Karikaturisten Günter Endlich, der 26 Jahre lang vor jedem Hansa-Heimspiel in den Rostocker Neuesten Nachrichten Optimismus mit spitzem Stift verkündete, ein Äquivalent zu „Pico“ zu schaffen. Endlich zog den Mecklenburger Stier wie am Nasenring aufs Papier und nannte ihn „Ossi“. Fortan war der ein inflationärer Begriff und ein bundesweites Fanal. „Schade, dass ich mir dieses Wort nicht patentieren ließ“, sagt Günter Endlich heute.

In den frühen 1960er-Jahren bot sich Endlich als Schnellzeichner dem legendären Rostocker Sportjournalisten Heinz Schulz an. Seine Argumente: eine Maltechnik so zackig wie dereinst die Kombinationen der Kleiminger, Pankau & Co., dazu eine formidable Sympathie zu den Fußballern mit dem Koggen-Logo auf dem Trikot. Seit 1964 gab Endlich vor jedem Heimspiel in der Zeitung oder im Programmheft den Kickern vor, was er von ihnen erwartete.

Halt! Einmal nicht. Endlich erzählt: „Ich schickte die Karikaturen immer pünktlich per Post in die Redaktion. Doch einmal leerte der Zusteller viel zu früh den Briefkasten, in den ich einwarf. Keine Karikatur, dafür eine Lücke in der Zeitung - dem Redakteur drohte der Verlust der Jahresendprämie. Das war mir sehr unangenehm“, erinnert sich Endlich. Aber immerhin: So rund 900 Karikaturen kamen zusammen. Und Emotionen wie im Paternoster. Von Vizemeisterschaften über Ab- und Aufstiege bis hin zu Meisterschaft und Pokalsieg.

Der Mann, heute 84, vital wie eh und je, der neulich in Güstrow das Pokalspiel miterlebte, zwei Herzen in seiner Brust schlagen ließ („Ich wohne doch in Güstrow“), hat die alten Hansa-Haudegen noch auf der Festplatte: „Natürlich die Bialas-Brüder, dazu Minuth und Zapf, Pankau oder Hergesell“. Später selbstredend die Streich, Schlünz, Jarohs, Weilandt usw. Günter Endlich verrät: „Ich bin ein brennender Hansa-Fan“.

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