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RÜCKPASS: HANSA-GESCHICHTE(n): Raketenstart einer Fußballerkarriere

Heute feiert Norbert Littmann runden Geburtstag. Der einstige Abwehrrecke wird 60. Herzlichen Glückwunsch! In den turbulenten 1980er-Jahren gehörte er zum Stammkader des F.C. Hansa. 252 Pflichtspiele (Platz 16 in der ewigen Bestenliste, gleichauf mit „Sachse“ Barthels) für unseren Verein stempeln ihn zur Legende!

Möglicherweise hatte Hansa-Trainer Helmut Hergesell dem Frieden nicht getraut, als seine blutjunge Mannschaft (mit fünf Spielern alle so um die 20 Lenze) zum Oberliga-Saisonauftakt 1978/79 mit 4:2 den 1. FC Union aus dem Ostseestadion trieb. Es stand bereits 4:0, da gingen den Hanseaten die letzten taktischen Fesseln verloren und die Berliner stürmten vehement gegen das drohende Debakel an. Also stellte Hergesell im folgenden Spiel in Zwickau den 19-jährigen Verteidiger Littmann auf. Ein Raketenstart wie Siegmund Jähns Flug in das Weltall am selben Tag, dem 26. August 1978.

Tja, besser kann Karriere gar nicht illustriert werden. Immer wenn die Hansa-Heißsporne in ihren Spielen zur Attacke bliesen, brauchte es auch kühler Köpfe, um nicht blindlings ins Verderben zu stürzen. Littmann gehörte dieser Fraktion an. Ein typischer Verteidiger. Kein Techniker, dafür schnell und robust. Aber auch er konnte die zwei Hansa-Abstiege (1979, 1986) nicht verhindern. Spielerisch gehörten die Rostocker zu den besten Mannschaften in der DDR-Oberliga. Lief es nicht, dann hängte sich kollektiv die Koggen-Crew beim Klabautermann ein. „Wir waren zu artig“, sagt Norbert Littmann heute. Dabei hatte das Team doch gute Trainer. „Meine besten in den zehn Jahren waren ganz sicher Helmut Hergesell und Jürgen Heinsch“.

In den guten Hansa-Zeiten hatten sich die Auswahltrainer ganz sicher auch den Namen Littmann gemerkt. „Aber andere waren, auch weil sie international spielten, einen Tick besser“. Dennoch bekam seine Laufbahn noch eine besondere Pointe:

Pokalfinale 1987 in Berlin. Hansa warf in seiner Ligasaison zunächst die TSG Wismar und dann vor heimischem Publikum den 1.FC Magdeburg, Chemie Böhlen, Chemie Leipzig und Stahl Brandenburg aus dem Wettbewerb und stand nun als frischgebackener Oberliga-Aufsteiger im Finale gegen Lok Leipzig. Die Hansa-Fans intonierten Gesänge wie in einem Heimspiel. Am Ende hieß es zwar 4:1 für Lok, doch die Hanseaten mit Norbert Littmann hatten sich überaus achtbar geschlagen.

Exakt nach zehn Jahren und einem Tag beendete Littmann am 27. August 1988 (0:2 in Jena) seine Laufbahn bei Hansa und heuerte beim Nachbarn Schifffahrt/Hafen an.