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Wahnsinn in der Nachspielzeit: Kogge schlägt den HSV mit 0:1

Zum ersten Auswärtsspiel der neuen Zweitliga-Saison segelte unsere Kogge an die Elbe zum Aufstiegsfavoriten Hamburger SV. Die 54.500 Zuschauer im Volksparkstadion sahen ein spannendes Nordduell, welches der F.C. Hansa Rostock in der achtminütigen Nachspielzeit durch den Lucky-Punch von Kevin Schumacher für sich entscheiden konnte. Damit gewinnt der FCH erstmals seit 21 Jahren beim HSV.

Die Partie stand natürlich ganz im Zeichen der verstorbenen HSV-Legende Uwe Seeler. Bereits vor Spielbeginn wurde einer der größten Fußballer Deutschlands mit einer Kranzniederlegung beider Vereine und einer Schweigeminute gebührend verabschiedet.

Sportlich gesehen gab es nur einen Wechsel in der Startaufstellung von Cheftrainer Jens Härtel im Vergleich zum ersten Spieltag gegen den 1. FC Heidenheim. Für den verletzten Sebastien Thill rückte Frederic Ananou neu in die Rostocker Anfangsformation.

Der F.C. Hansa versuchte in den ersten fünf Minuten über ein schnelles Umschaltspiel vor das Hamburger Tor zu gelangen, doch einen gefährlichen Abschluss gab es nicht. So gehörte dem HSV die erste nennenswerte Aktion in der achten Minute, als die Nummer 11 Ransford Königsdörffer nach einem Steckpass fast alleine auf das Hansa-Tor zustürmte. Allerdings war Kolke schneller aus dem Tor gelaufen und konnte den Ball unter sich begraben.

Insgesamt ging die Anfangsviertelstunde an die Gastgeber, die mehr vom Spiel hatten und die Kogge vor allem in der Defensive forderten. Hansa musste bis in die 22. Minute warten, ehe ein Eckball von Simon Rhein die erste Gelegenheit einbrachte. Lukas Fröde stand am langen Pfosten genau richtig, doch sein Kopfball ging nur wenige Zentimeter am Tor vorbei.

Nach einer halben Stunde gab es die nächste Chance für die Kogge: Eine Freistoß-Variante von Simon Rhein und Nico Neidhart verpuffte zunächst im Nichts, doch das Nachsetzen von Damian Roßbach brachte nochmals Gefahr ein - leider ohne Torerfolg.

Die größten Gelegenheiten gehörten in der ersten Halbzeit den Rothosen, als nach einer flachen Hereingabe von rechts Sonny Kittel im Strafraum abschloss - Kolke konnte den Ball zunächst parieren und im Nachfassen festhalten (37.). Nur eine Minute später wurde es erneut brenzlig, als wieder eine Flanke von rechts Sonny Kittel fand und dieser direkt abzog. Diesmal ging die Kugel aber am Hansa-Kasten vorbei. Kurz vor dem Pausenpfiff versuchten die Hamburger das Spiel noch einmal schnell zu machen und über die linke Außenbahn vor das Rostocker Tor zu kommen, aber der Schuss von Ludovit Reis flog ins Toraus (45.) Anschließend ging es für beide Mannschaften in die Pause und die Kogge konnte mit dem 0:0 zur Halbzeit zufrieden sein.

In der zweiten Hälfte zeigte der FCH ein anderes Gesicht und ging mutiger in die Partie. Direkt nach Wiederanpfiff wurden immer wieder Nadelstiche nach vorne gesetzt. Kai Pröger sorgte in den Anfangsminuten für viel Wirbel in und um den Strafraum der Rothosen. Nach einem guten Zusammenspiel auf der linken Seite kam der einschussbereite Pröger im Sechzehner an den Ball, doch ein Hamburger konnte in letzter Sekunde klären (53.). Nach der anschließenden Ecke wurde es knifflig, denn beim Gastgeber war augenscheinlich die Hand im Spiel. Der Videoschiedsrichter schritt ein und entschied letztlich für Abstoß.

In der 64. Minute gab es die bislang beste Gelegenheit für die Kogge, als nach einem Freistoß Lukas Fröde den Ball per Kopf verlängerte und Svante Ingelsson im Zweikampf mit der Fußspitze die Kugel in Richtung HSV-Tor brachte. Der Hamburger Keeper Heuer Fernandes musste mit einer Glanzparade retten. Nur fünf Minuten später kam der F.C. Hansa zur nächsten guten Möglichkeit, als Simon Rhein aus wenigen Metern das Tor knapp verfehlte (69.). Der Mannschaft von Trainer Tim Walter fiel zu diesem Zeitpunkt wenig ein, sodass es vor dem Rostocker Tor nicht wirklich zwingend wurde. So war es die Kogge, die weiter auf den Führungstreffer drückte und letztlich oft nur der entscheidende Pass fehlte.

Die letzten zehn Minuten gehörten allerdings wieder klar den Gastgebern. In der 84. Minute machte unser Schlussmann Markus Kolke seinem Spitznamen alle Ehre, denn nach einer Direktabnahme von Robert Glatzel im Fünfmeterraum streckte die "Krake" Arme und Beine von sich, um mit einer Glanzparade den Schuss abzuwehren. Vier Minuten später war es Ryan Malone, der mit einer beherzten Grätsche den erneuten Schuss von Robert Glatzel abwehren konnte (88.). Der Druck des HSV lies aber auch in der achtminütigen Nachspielzeit nicht nach, bis in der 94. Minute Kevin Schumacher einen Konter einleitete. Kai Pröger setzte unsere Nummer 13 direkt wieder im Strafraum ein und "Schumi" zog einfach mal aus spitzem Winkel ab. Die Kugel landete unhaltbar im langen Eck und im Gästeblock brach bei den über 6000 mitgereisten Hansa-Fans völlige Ekstase aus.

In den restlichen paar Minuten rettete der F.C. Hansa die knappe Führung über die Zeit und holte damit gegen den Aufstiegsfavoriten die ersten drei Punkte der Saison.

Hamburger SV : F.C. Hansa Rostock 0:1 (0:0)

Tore: Schumacher (90.+4)

Hamburger SV: Heuer Fernandes – Heyer (Bilbija 82.), Vuskovic (David 71.), Schonlau, Muheim - Meffert, Reis, Benes (Heil 71.) - Königsdörffer, Glatzel, Kittel

F.C. Hansa Rostock: Kolke - Malone, Fröde (Meißner 82.), Roßbach – Neidhart (Schröter 68.), Ananou (Schumacher 71.), Rhein, Dressel, Ingelsson (Dietze 82.) - Pröger, Verhoek (Breier 68.)