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08.12.2023 12:21 Uhr

vor dem Keller-Kracher: Das ist der FC Schalke 04

Der 16. Spieltag der aktuellen Zweitliga-Saison hält am Sonntag (10. Dezember 2023) für unseren F.C. Hansa einen echten Keller-Kracher bereit. Denn als 15. der Tabelle empfängt die Kogge den Tabellen-16., der allerdings nur einen Zähler Rückstand hat und darauf lauert, den aktuell belegten Relegationsplatz endlich zu verlassen. Dass es sich dabei aber ausgerechnet um den Bundesliga-Absteiger FC Schalke 04 handelt, damit hatten vor dem ersten Spiel wohl nur die wenigsten Zweitliga-Experten gerechnet. Schließlich zählten die "Knappen" vor der Saison, neben den üblichen Verdächtigen aus Hamburg und der Hauptstadt, zu den Top-Favoriten auf eine der vorderen Platzierungen.

F.C. Hansa Rostock

Diese Prognose war aufgrund der Voraussetzungen zumindest nicht unrealistisch. Denn zum einen hatte das Team trotz des Abstiegs aus der Bundesliga eine solide Rückrunde mit 22 Punkten (Platz acht der Rückrunden-Tabelle) gespielt und zum anderen konnte der Kader im Sommer – trotz einiger hochkarätiger Abgänge - mit namhaften Kräften verstärkt werden. Neben Timo Baumgartl (PSV Eindhoven) und Paul Seguin (Union Berlin) wurden die zweitliga-erfahrenen Führungsspieler Lino Tempelmann (SC Freiburg/Leihe zum 1. FC Nürnberg), Ron Schallenberg (SC Paderborn) und Bryan Lasme (Arminia Bielefeld) verpflichtet, hinzu kamen mit Tomas Kalas (Bristol City) oder Derry Murkin (FC Volendam) Spieler, die internationale Erfahrung mitbrachten.

Und nicht zuletzt auch auf dem erst 17-jährigen Assan Ouedraogo, der aus der eigenen "Knappenschmiede" hochgezogen wurde und als eines der größten Talente seines Jahrgangs gilt, ruhten die Hoffnungen. Aktuell fehlt der technisch beschlagene Offensivkünstler jedoch aufgrund eines Syndesmosebandrisses für unbestimmte Zeit. Doch daran liegt es nicht, dass der Traum von der sofortigen Rückkehr in die Bundesliga nicht so leicht in die Tat umzusetzen ist, wie man es sich vielleicht auf Schalke vor der Saison vorgestellt hatte.

Denn bisher ging der Plan überhaupt nicht auf - die obere Tabellenhälfte kennen die Schalker in dieser Saison nur vom "Hörensagen", denn vom ersten Spieltag an ist die Mannschaft nur im unteren Teil der Tabelle zu finden gewesen. Ganze achtmal stand man zudem an den vergangenen neun Spieltagen auf dem Relegationsplatz. Überlebenskampf statt Aufstiegsträume, so die Schalker Realität im Herbst 2023. Grund genug sich nach dem siebten Spieltag von Trainer Thomas Reis zu trennen und durch den Belgier Karel Geraerts zu ersetzen. Seine Bilanz in Liga 2 ist bisher ausgeglichen: von sechs Spielen verlor er drei, aber er konnte auch drei gewinnen – zuletzt 4:0 gegen den Tabellenletzten Osnabrück.

Mit bereits 29 Akteuren haben die Gelsenkirchener zudem die meisten Spieler aller Zweitligisten eingesetzt, eine eingespielte Formation zu finden ist bei so viel Rotation sicher das größte Problem der bisherigen Saison. Allein vier (!) verschiedene Torhüter haben bislang zwischen den Pfosten gestanden, wobei hier auch das Verletzungspech dafür sorgte, dass keine Kontinuität auf dieser Position einziehen konnte. Ob allein darauf die bisher 33 Gegentore (zweitschlechtester Wert hinter Schlusslicht Osnabrück) zurückzuführen sind, ist natürlich spekulativ, besonders hilfreich sind so viele Gegentore aber in keinem Fall.

Das "Prunkstück" des FC Schalke 04 ist in der aktuellen Saison daher die sehr breit aufgestellte Offensive: Die erfahrenen Stürmer, wie der Zweitliga-Rekordtorjäger (175 Treffer) Simon Terodde (35), Sebastian Polter (32) und Kenan Karaman (29) konnten bisher je dreimal netzen, ebenso wie der mit 25 Jahren fast schon als "junger Hüpfer" zu bezeichnende Bryan Lasme. Insgesamt gehen bereits 27 Tore auf das Konto der Schalker, die damit immerhin den sechstbesten Wert der Liga aufweisen und durch die vielen verschiedenen Torschützen (15) bedeutend unberechenbarer sind als andere Mannschaften. Zum Vergleich: beim F.C. Hansa trafen bislang nur neun verschiedene Spieler das Tor.

In der bisherigen Historie traf die Kogge in 26 Pflichtspielen auf den FC Schalke 04, damit konnten zehn Partien gewonnen werden, elf gingen verloren. Besonders spektakulär ging es in der Saison 2021/22 beim letzten Aufeinandertreffen zu. Das Hinspiel in Rostock verlor Hansa mit 0:2, holte dann aber im Rückspiel zum großen Wurf aus: Obwohl Terodde dreimal für "die Königsblauen" traf siegte Hansa durch einen Fröling-Tor in der Nachspielzeit mit 4:3 und sorgte für Ekstase im Gästeblock. Ob uns heute ein ähnliches Spektakel erwartet bleibt abzuwarten - der Sieger der Partie hat aber zumindest gute Karten die Weihnachtsfeiertage oberhalb des Relegationsplatzes zu verbringen.

Hier die Pressekonferenz vor dem Spiel: