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26.04.2019 12:05 Uhr

Wilfried Vielgraf: Auch die Mauer war für ihn kein Hansa-Hindernis

Mit über 13.000 Mitgliedern ist unser F.C. Hansa einer der größten Vereine in Mecklenburg-Vorpommern und genießt auch über die Grenzen des Bundeslandes hinaus einen hohen Bekanntheitsgrad. Durch den gewaltigen Zuwachs der vergangenen Jahre zählt die Kogge mittlerweile zu den Top 25 der mitgliederstärksten Fußballclubs Deutschlands. Noch immer ist es höchste Zeit, einige unserer treuen Mitglieder in dieser Serie etwas näher vorzustellen!

Rückblickend gilt: "Immer hart am Wind!" Mit lediglich vier Worten fasst Wilfried Vielgraf seine knapp 60 Jahre lange Verbundenheit zum F.C. Hansa Rostock demütig zusammen. Hinter dem Motto verbirgt sich jedoch so viel mehr – und der fast 75-Jährige kommt ins Erzählen: "Mit neun Jahren mussten meine Eltern und ich die DDR aus politischen Gründen Richtung Westen verlassen, von wo aus es uns in die Nähe von Gummersbach zog." So sollte der Herzensverein plötzlich in weite Ferne rücken.

Trotzdem nahm der damals jugendliche Vielgraf noch einige Male den Weg an die Ostseeküste auf sich, um den Mythos Ostseestadion und Empor Rostock zu verfolgen. Dann kam der Mauerbau. "In der Zeit litt meine Verbindung zu Verein und Mannschaft erheblich, die Besuche wurden zunächst eingeschränkt, später sogar unmöglich", sagt er rückblickend. Selbst seine alten Klassenkameraden erinnern sich jedoch noch heute an das Feuer, das in Bezug auf Hansa in ihrem Schulfreund entbrannt war.

"Man muss ganz deutlich sagen, dass der Ost-Fußball im Westen überhaupt keine Rolle spielte", berichtet Wilfried Vielgraf und fügt an: "Nicht im Radio, nicht in der Zeitung, manchmal erfuhr ich wochenlang keine Ergebnisse." Die enge Verbindung sollte dadurch aber keinesfalls in die Brüche gehen. Im Gegenteil: "Je mehr Informationen fehlten, desto intensiver wurde mein Interesse." Spätestens zur Wiedervereinigung hatte das Hansa-Fieber dann wieder seinen Höhepunkt erreicht.

"Mit der Wende und der damit verbundenen Währungsumstellung wurde es für mich endlich möglich, in den Verein einzutreten, da mein Beitrag in D-Mark abgebucht werden konnte", erzählt das langjährige Mitglied begeistert. Auf dem Papier gehört der noch immer in Nordrhein-Westfalen lebende Senior nun schon seit 28 Jahren dazu und trägt seine Mitgliedsnummer 287 mit großem Stolz. Zu besonderen Jubiläen segelten stets auch Einladungen zu einem Heimspiel der Kogge in seinen Briefkasten, die Vielgraf selbstverständlich dankend annahm.

Ohnehin ist er noch heute mindestens einmal jährlich auf Achse und verbindet seine traditionellen Sommerurlaube am Schweriner See gern mit einem Aufenthalt im Ostseestadion. Nach wie vor bestehen auch alte Kontakte, wie zum ehemaligen Hansa- und OZ-Fotografen Rainer Schulz, der Wilfried Vielgraf auf der Tribüne stehend für die Ewigkeit einfing. Und so wie das Bild und der zuversichtliche Blick im fortgeschrittenen Alter geblieben sind, so wird wohl auch die Liebe zu seinem Verein niemals erlöschen.

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