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1. Runde2018/19

F.C. Hansa Rostock
2:0
VfB Stuttgart
Datum
Spielgegner
Ergebnis
18.08.2018
F.C. Hansa Rostock - VfB Stuttgart
2:0 (1:0)

Hansa schafft die Sensation und wirft Stuttgart aus dem Pokal!

Nach einem Jahr hatte das Warten ein Ende – für die Kogge stand am Sonnabend endlich wieder die erste Runde des DFB-Pokals auf dem Programm. Mit dem VfB Stuttgart kam kein geringerer als der Zweitplatzierte der vergangenen Bundesliga-Rückrunde und ehemals Deutscher Meister und Pokalsieger an die Ostseeküste. Doch gerade im Pokal erwiesen sich die Schwaben für Hansa stets als dankbarer Gegner – von drei Duellen konnte der FCH alle gewinnen. Zuversichtlich und hochmotiviert machten sich daher 24.400 Zuschauer (davon 2.000 Gäste) auf den Weg ins Ostseestadion und sorgten schon über zwanzig Minuten vor Spielbeginn für eine atemberaubende Atmosphäre.

Hansa-Trainer Pavel Dotchev hatte im Vergleich zur Auswärtsniederlage in Unterhaching auf zwei Positionen getauscht: Für Lukas Scherff rückte Kai Bülow in die Verteidigung und anstelle von Amaury Bischoff kehrte Marco Königs zurück in die erste Elf, um das Sturm-Trio zu komplettieren. Der von Tayfun Korkut trainierte VfB begann das erste Pflichtspiel der neuen Saison mit einigen Neuzugängen und ohne Weltmeister Benjamin Pavard, der auf der Bank platznehmen musste.

Im Spiel zeigten die Schwaben direkt, dass sie sich unter keinen Umständen einen Ausrutscher leisten wollten und begannen entsprechend druckvoll. Schon nach zwei Minuten drang der VfB über Umwege zum ersten Mal in den Rostocker Strafraum ein – Ex-Nationalspieler Mario Gómez schoss aber knapp über das Tor. Doch auch der FCH fand nach der anfänglichen Unsicherheit rasch ins Spiel und erwies sich als ebenbürtiger Gegner.

In der 8. Spielminute nahm der Wahnsinn im Ostseestadion dann zum ersten Mal seinen Lauf: Nach wunderbarem Pass war Cebio Soukou vor Stuttgarts Badstuber am Ball, marschierte im Vollsprint auf das Tor des VfB zu und versenkte die Kugel mit einem starken und platzierten Außenristschuss im linken Eck. 1:0 für den F.C. Hansa – das Stadion tobte!

Und auch nach dem Führungstreffer machte die Kogge offensiv weiter Dampf und ließ in der Defensive nichts anbrennen. Das stellte die Schwaben vor große Probleme, die sich nach dem Gegentreffer erst einmal schütteln mussten. Bis zur 20. Minute spielte hier nur eine Mannschaft – der FCH! Danach kam dann auch der VfB zunehmend besser ins Spiel, scheiterte aber immer wieder an Hansas Hintermannschaft, die mit Julian Riedel und dem erfahrenen Kai Bülow zu einem echten Bollwerk reifte. Wenn es für Keeper Ioannis Gelios mal gefährlich wurde, dann nach Standardsituationen, die fast ohne Ausnahme vielversprechend vors Tor geschlagen wurden. Die beste Möglichkeit zum Ausgleich hatte Stuttgart folgerichtig nach einem direkten Freistoß vom rechten Strafraumeck, den Dennis Aogo aufs kurze Eck zirkelte und Gelios zu einer Glanzparade zwang. Fünf Minuten danach pfiff Schiedsrichter Stieler zur Halbzeitpause.

Zu Beginn der zweiten Hälfte steigerte sich Stuttgart dann merklich und schaffte es nun auch, die Kogge noch konsequenter in die eigene Hälfte zu drücken. Doch trotz der deutlichen Feldüberlegenheit, fast dreimal so vielen gespielten Pässen und bis dato 12:1 Torschüssen stand bei Hansa die Null. Nach zehn Minuten in Durchgang zwei wechselte Trainer Dotchev dann zum ersten Mal und brachte den defensiveren Hildebrandt für Biankadi, um den immer stärker drückenden Stuttgartern noch mehr entgegenzusetzen. Und der Wechsel zeigte sofort Wirkung: Hansa stand wieder kompakter und suchte nun auch hin und wieder den Weg in Richtung Gästetor.

Gegen Mitte der zweiten Hälfte war die Kogge plötzlich wieder da und setzte getragen von der unglaublichen Atmosphäre zu einigen gefährlichen Kontern an. Stuttgart lief die Zeit davon, was sich auch auf das junge Team der Schwaben niederschlug. Hansa fightete leidenschaftlich um jeden Ball, attackierte bereits in vorderster Front und hatte selbst in brenzlichen Situationen einen Ioannis Gelios zwischen den Pfosten stehen, der sein bisher stärkstes Spiel im Hansa-Dress zeigte. Immer wieder flog der Keeper nach Ecken und Freistößen durch den Strafraum, pflückte Ball um Ball aus dem Rostocker Nachthimmel und strahlte unglaublich viel Ruhe aus.

In der 84. Minute belohnte sich der F.C. Hansa dann für die beeindruckende Leistung und ließ alle Dämme im Ostseestadion brechen. Wieder war es einer dieser blitzschnellen Konter, der angetrieben von Cebio Soukou über die rechte Seite rollte. Soukou vernaschte zwei Stuttgarter Verteidiger, steckte zu Willi Evseev durch und der wieder gesundete Mittelfeldmann flankte auf die rechte Seite zu Mirnes Pepic, der seinen starken Auftritt belohnte und den Ball nach toller Annahme zum 2:0 im Netz versenkte.

Nach dem endgültigen Knock-Out kam nichts mehr vom VfB Stuttgart, der nach einer mäßigen Leistung gegen eine aufopferungsvoll kämpfende Kogge letztlich verdient verlor. Getragen vom grandiosen Support der Fans schafft Hansa tatsächlich die Sensation und zieht zum ersten Mal seit zehn Jahren in die zweite Runde des DFB-Pokals ein. Nun gilt es, mit einer ähnlich starken Leistung im nächsten Ligaspiel gegen Würzburg direkt nachzulegen!

F.C. Hansa Rostock – VfB Stuttgart 2:0 (1:0)

Tore: 1:0 Soukou (8.), 2:0 Pepic (84.)

F.C. Hansa Rostock: Gelios – Rankovic, Riedel, Bülow, Rieble – Wannenwetsch, Pepic, Biankadi (55. Hildebrandt) – Breier, Königs (79. Evseev), Soukou (88. Reinthaler)

VfB Stuttgart: Zieler – Maffeo, Baumgartl, Badstuber, Insua – Didavi, Castro, Aogo (80. Akolo), Thommy (61. Thommy) – Gomez, Gonzalez (71. Donis)

VfB trifft auf Angstgegner Hansa

Als am 08. Juni die erste Hauptrunde des diesjährigen DFB-Pokals ausgelost wurde, mussten sich alle Anhänger des F.C. Hansa lange gedulden und suchten die Kugel mit der Kogge Ziehung für Ziehung vergeblich. Es dauerte bis zur drittletzten Runde, als Losfee Palina Rojinski das Hansa-Logo vor den Fernsehkameras präsentierte und uns kurz darauf mit dem VfB Stuttgart ein großes, wenngleich anspruchsvolles Los bescherte.

Mit den Schwaben erwartet der FCH einen denkbar schweren Gegner im heimischen Ostseestadion, der nach dem Bundesliga-Abstieg 2015/16 zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte den Weg in Liga zwei antreten musste. Dort schaffte der VfB den direkten Wiederaufstieg und spielte als „Neuling“ vor allem in der Rückrunde der vergangenen Erstliga-Spielzeit eine starke Saison. Zur Winterpause noch auf Platz 14 stehend, tauschten die Stuttgarter zwei Wochen nach Beginn der Rückrunde ihren bisherigen Trainer Hannes Wolf gegen Tayfun Korkut aus, der das Team in nur 14 Spielen vom Abstiegskandidaten zum Europa-League-Anwärter formte. Am letzten Spieltag schoss sich der VfB mit einem 4:1-Auswärtssieg beim FC Bayern München auf Platz sieben und verpasste die Qualifikation zur Europa-League aufgrund des Pokalsiegs von Eintracht Frankfurt denkbar knapp.

Nach der tollen Saison schafften es die Verantwortlichen der Stuttgarter, ihre Mannschaft fast vollständig zusammenzuhalten und den Kader mit qualitativen Spielern weiter zu verstärken. Neben der viel umjubelten Vertragsverlängerung von Nationalspieler Holger Badstuber griffen die Stuttgarter gleich doppelt tief in die Tasche und sicherten sich mit Verteidiger Pablo Maffeo (9 Mio. Euro) und Angreifer Nicólas González (8,5 Mio.) zwei begehrte Talente. Zusätzlich wechselten mit dem kroatischen Jugendnationalspieler Borna Sosa und Bundesliga-Legionär Gonzalo Castro weitere vielversprechende Spieler zum VfB, der auch sein ehemaliges Eigengewächs Daniel Didavi im Tausch mit Daniel Ginczek vom VfL Wolfsburg loseisen konnte. Hinzu kommen erfahrene Spieler wie Mario Gómez und der frisch gebackene Weltmeister Benjamin Pavard, der seinem Verein trotz unzähliger Angebote die Treue hielt.

Schon in der Sommervorbereitung zeigte sich in mehreren Testspielen die ganze Klasse der Korkut-Truppe, die in acht Partien ohne Niederlage blieb. Ein Ausrufezeichen setzten die Stuttgarter beim 1:1-Unentschieden gegen den spanischen Top-Klub Atlético Madrid, dem wenige Tage später ein 1:0-Erfolg gegen Real Sociedad folgte. Aufgrund der großen Qualität und der vielseitigen individuellen Klasse des Kaders sollte VfB-Coach Korkut relativ gelassen in die Partie gegen den F.C. Hansa gehen können.

Trotz der großen Unterschiede zwischen beiden Kontrahenten gibt es einen Punkt, der Hoffnung auf ein Weiterkommen der Kogge macht: Die Statistik. Denn diese spricht, gerade was den DFB-Pokal angeht, eine offensichtliche Sprache. Dreimal trafen beide Mannschaften während des Wettbewerbs aufeinander – dreimal schaffte der FCH den Einzug in die nächste Runde. Der letzte Triumph gelang im Jahr 2005. Damals drehte die Kogge einen 0:1-Rückstand nach Toren von Marcel Schied, Rade Prica und Magnus Arvidsson innerhalb einer Halbzeit zu einem 3:2-Erfolg.

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