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1. Runde2019/20

F.C. Hansa Rostock
0:1
VfB Stuttgart
Datum
Spielgegner
Ergebnis
12.08.2019
F.C. Hansa Rostock - VfB Stuttgart
0:1 (0:1)

Großer Pokalkampf bleibt unbelohnt: Hansa unterliegt Stuttgart 0:1

Der fünfte Streich bleibt aus: Nach großem Fight muss sich unsere Kogge dem VfB Stuttgart in der ersten Runde des DFB-Pokals mit 0:1 (0:1) geschlagen geben. Vor 24.000 Zuschauern reichte dem Zweitligisten ein früher Treffer von Al Ghaddioui, der erst kurz zuvor in die Partie gekommen war und nach einer schnell ausgeführten Ecke von Didavi in Minute 19 für das Tor des Tages sorgte.

Zum Start gegen den Zweitligisten hatte Chef-Trainer Jens Härtel zwei Änderungen an seiner ersten Elf vorgenommen: Sonnenberg und Hildebrandt durften für Straith und Pepic ran. Eingeleitet von der größten T-Shirt-Choreographie der Vereinsgeschichte sollte es auf dem heiligen Rasen ab 18:30 Uhr dann heiß werden.

Während der VfB von Beginn an erwartungsgemäß viel Ballbesitz verzeichnete, gehörten die zwei ersten guten Möglichkeit der Kogge: Von Butzen bedient, schloss Vollmann in Minute acht zunächst noch zu zentral ab, kurz darauf zwang er Schlussmann Bredlow dann allerdings zu einer Flugeinlage. Da dieser den Ball klatschen ließ, konnte Königs aus spitzem Winkel nochmal nachsetzen, scheiterte aber am Außennetz (9.). Und der FCH blieb dran: Über zwei Stationen hebelten Vollmann und Ahlschwede die Verteidigung aus, der Schuss unseres Außenverteidigers ging jedoch knapp am Tor vorbei (13.). Nachdem die Gäste bereits in der 15. Minute verletzungsbedingt wechseln mussten, schlugen sie vier Minuten später mit der ersten eigenen Möglichkeit eiskalt zu. Ein von Didavi schnell ausgeführter Eckstoß war ausgerechnet auf dem Kopf des gerade reingekommenen Al Ghaddioui gelandet, der Hansa-Keeper Kolke keine Abwehrchance ließ und zum 0:1 einnickte (19.). Nach dem Treffer ließen es beide Teams dann zunächst ruhiger angehen. Während Stuttgart viele Ballbesitz-Phasen hatte, lauerte die Kogge immer wieder auf Möglichkeiten zum Kontern. So auch in Minute 35, als der aktive Vollmann über links in den Strafraum marschierte, mit seinem Flachschuss aber hängenblieb. Kurz vor dem Halbzeitpfiff trat auch der VfB nochmal offensiv in Erscheinung, doch die Versuche waren insgesamt zu harmlos. Zur Pause blieb es beim Stand von 0:1.

Nach Wiederanpfiff schafften es die Gäste erstmals, sich über längere Zeit in der Hälfte des FCH festzusetzen, wenngleich der Ertrag überschaubar blieb. Das hing auch damit zusammen, dass unsere Mannschaft auf zumeist faire Art und Weise gut dagegenhielt – Sonnenberg sah neben Königs in der 50. Minute erst die zweite gelbe Karte. Dafür fehlte es nach dem Seitenwechsel vorerst an eigenen Offensivaktionen. Bezeichnend dafür war ein gut herausgespielter Flankenlauf über Breier, dessen Zuspiel Bredlow locker aus der Luft pflücken konnte (57.). Doch Hansa gab sich nicht auf, Butzen schlug drei Minuten später einen deutlich besser platzierten Ball auf den Kopf des frisch eingewechselten Verhoek, der jedoch vergab (60.). Dass das Spiel auch 20 Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit weiterhin offen war, lag an der zunehmenden Passivität des VfB. Dieser überließ unserem Team, trotz der vermeintlich großen individuellen Vorteile, ungewöhnlich viele Räume. Ab Minute 76 sollten eben jene Räume von Mittelfeldmann Pepic und dem schnellen Ramaj genutzt werden, die für Butzen und Breier ins Spiel kamen. Nur zwei Zeigerumdrehungen nach seiner Hereinnahme war Ramaj bereits im Strafraum am Ball, schoss diesen aber direkt in die Arme von Bredlow (78.). Fast im Gegenzug wurde auch Kolke mal wieder gefordert, der einen gefährlichen Volley-Schuss von Castro gekonnt abwehrte (80.). Bis zum Schlusspfiff kämpfte der FCH aufopferungsvoll, Hildebrandt (86.) sowie Vollmann (89.) ließen gute Möglichkeiten liegen. In der Nachspielzeit kam dann Ramaj aus fünf Metern zum Kopfball, setze diesen aber über das Stuttgarter Gehäuse. Es blieb beim bitteren 0:1, welches anstelle des fünften Streichs das Aus in Runde eins bedeutete.

F.C. Hansa Rostock – VfB Stuttgart 0:1 (0:1)

Tore: 0:1 Al Ghaddioui (19.)

F.C. Hansa Rostock: Kolke – Ahlschwede, Rieble, Sonnenberg, Riedel, Butzen (76. Pepic) – Öztürk, Vollmann, Hildebrandt – Breier (76. Ramaj), Königs (59. Verhoek)

VfB Stuttgart: Bredlow – Stenzel, Badstuber (46. Phillips), Kempf, Sosa – Ascacibar, Mangala (15. Al Ghaddioui), Karazor, Castro – Gomez (75. Klement), Didavi

VfB mit veränderter Ausgangslage, aber gleichem Ziel

Neuauflage der Vorjahres-Pokalsensation: Nach dem durchwachsenen Start in die aktuelle Drittliga-Saison steht unserer Kogge am kommenden Montag das Duell mit dem VfB Stuttgart bevor. Hierfür dürfen sich aufgrund der erfolgreichen Vorgeschichte auch in diesem Jahr Minimalchancen ausgerechnet werden – die Favoritenrolle liegt jedoch klar beim Erstliga-Absteiger aus Baden-Württemberg.

76,1 Millionen Euro beträgt der Wert des Stuttgarter Kaders, mit dem der Verein in dieser Saison den direkten Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga anpeilt. Nach den Abgängen von Spielern wie Weltmeister Benjamin Pavard (wechselte für 35 Mio. zum FC Bayern) oder Ozan Kabak (für 15 Mio. zu Schalke 04) zwar um einiges geschrumpft, ist dieser Kaderwert noch immer 13 Mal so hoch, wie der des F.C. Hansa. Trotz der großen Einnahmen machten die Schwaben im Hinblick auf eigene Neuverpflichtungen vergleichsweise kleine Schritte. Mit einer überwiesenen Ablösesumme von jeweils 2,5 Millionen Euro könnten die Offensivkräfte Sasa Kalajdzic (kam vom FC Admira Wacker) und Philipp Klement (SC Paderborn) als Königstransfers betitelt werden.

Neu dabei ist neben etlichen Profis aber auch der Mann an der Seitenlinie, Chef-Trainer Tim Walter. Der 43-jährige Fußballlehrer, der seine ersten Erfahrungen als Übungsleiter beim Nachwuchs des Karlsruher SC sowie bei der U17 und der zweiten Mannschaft des FC Bayern München machte, wechselte im Sommer von Zweitligist Holstein Kiel zum VfB. Für seine Dienste legten die Verantwortlichen der Stuttgarter eine Million Euro auf den Tisch, die in Anbetracht seiner gezeigten Leistungen aber mehr als angemessen erscheinen. Unter Walters Leitung spielten die "Störche" in der vergangenen Spielzeit trotz eines großen Kaderumbruchs lange Zeit um den Aufstieg in die Erste Liga mit und belegten am Ende Tabellenplatz sechs.

Anders als vor dem letztjährigen Aufeinandertreffen des VfB und unserer Kogge liegen hinter den Schwaben neben der Saisonvorbereitung auch schon zwei Ligaspiele. In diesen schlug die Walter-Elf zum Auftakt Hannover 96 mit 2:1 und sah anschließend auch am 2. Spieltag in Heidenheim schon wie der sichere Sieger aus, ehe die eigene 2:0-Führung binnen sechs Minuten noch aus der Hand gegeben wurde. Eingespielt und mit vier Niederlagen aus vier Pokalduellen gegen den FCH im Gepäck, können die Stuttgarter so auch diesmal nur ein Ziel haben: den Einzug in die nächste Runde. Doch der unbeugsame Verein von der Ostseeküste, er wird – angetrieben vom weiß-blauen Hexenkessel – auch in diesem Jahr wieder etwas dagegen haben.

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