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2. Runde2018/19

F.C. Hansa Rostock
2:4
1. FC Nürnberg
Datum
Spielgegner
Ergebnis
31.10.2018
F.C. Hansa Rostock - 1. FC Nürnberg
2:4 (2:2)

Dramatik pur im Ostseestadion: Hansa unterliegt Nürnberg erst im Elfmeterschießen

Zweite Pokalrunde. Flutlicht. 23.900 Zuschauer im ausverkauften Ostseestadion. Es war angerichtet für die nächste Pokalsensation. Und mehr als 21.000 weiß-blaue Ponchos sorgten schon weit vor dem Anpfiff für ein unvergessliches Bild in unserem Wohnzimmer.

Im Vergleich zum Heimsieg gegen Fortuna Köln musste Chef-Trainer Pavel Dotchev die Startelf auf einer Position umstellen: Stefan Wannenwetsch ersetzte den angeschlagenen Phil Ofosu-Ayeh auf der rechten Abwehrseite. Auch für einen Einsatz von Cebio Soukou reichte es nicht mehr – trotzdem war das Team mehr als heiß auf den nächsten Coup!

Das zeigte sich von der ersten Minute an auch auf dem Rasen: Unsere Mannschaft war bissig, ab Minute eins hellwach und konnte teilweise sogar das Spielgeschehen an sich reißen. Merveille Biankadi und Marcel Hilßner auf der einen, Nürnbergs Törles Knöll auf der anderen Seite – alle drei sorgten bereits in der Anfangsviertelstunde für Torgefahr.

Unermüdlich stellte sich unsere Elf dem Bundesligisten gegenüber und blieb auch bis Mitte der ersten Hälfte absolut gleichwertig. Immer wieder setzten Hilßner und der auffällige Pascal Breier Nadelstiche in Richtung des Gästetors, die daraus resultierenden Abschlüsse waren aber insgesamt noch zu ungenau. Defensiv gehörte vor allem Kai Bülow zu den auffälligsten Akteuren, der mit perfektem Stellungsspiel und viel Übersicht überzeugen konnte.

In der 29. Spielminute hatten viele Hansafans dann bereits den Torschrei auf den Lippen, nachdem Marcel Hilßner aus gut 20 Metern einfach mal abzog und Keeper Mathenia zu einer Glanzparade zwang. Die Kogge war nun da, meldete den FCN zunehmend ab – und sorgte fünf Minuten später für grenzenlosen Jubel.

Eigentlich hätten die Gäste die Situation doppelt entschärfen können, doch Bauer sowie Rhein patzten im Anschluss an das Zuspiel von Biankadi, sodass Breier am zweiten Pfosten nur noch einschieben musste. Die verdiente Führung für den FCH! Was für unglaubliche Bilder im Ostseestadion! Zehn Minuten später pfiff Schiedsrichter Dr. Martin Thomsen dann zunächst zur Pause.

In Durchgang zwei waren die höherklassigen Nürnberger nun gefordert und kamen deutlich druckvoller aus der Kabine. Jetzt sollte es neben kompakter Defensivarbeit auch auf Hansa-Keeper Ioannis Gelios ankommen, der dieser Aufgabe aber mehr als gewachsen war. Mit einer unglaublichen Sicherheit pflückte unser Schlussmann Flanken aus dem Rostocker Nachthimmel, entschärfte mehrere Abschlüsse und war ein Garant dafür, dass die Führung weiterhin Bestand hatte.

Das sorgte auch bei seinen Vorderleuten wieder für eine breitere Brust, die sich in der Folge wieder mehr Luft verschaffen konnten. Erst Königs, dann der unaufhaltsame Marcel Hilßner, dagegen eine gute Chance von Leibold. Die Partie wollte einfach nicht müde werden und bot alles, was einen dramatischen Pokalfight ausmacht!

Im Anschluss an einen Eckball hatte der FCN in der 75. Minute dann die größte Chance auf den Ausgleich. Doch Leibolds Kopfball war etwas zu unplatziert. Gelios konnte den Ball erahnen und unter sich begraben. Das große Zittern hatte begonnen. Denn die Gäste erhöhten den Druck zunehmend, doch unsere Mannschaft stellte sich Angriff für Angriff dagegen und überzeugte immer wieder mit bärenstarkem Defensivverhalten.

Doch die an Dramatik kaum noch zu übertreffende Partie sollte noch einen oben drauf setzen. Eine reguläre Minute trennte den FCH vom großen Triumph – dann bediente der gefährliche Leibold Mitspieler Zrelak im Strafraum, der zum späten 1:1 einschieben konnte und seinen Verein doch noch in die Verlängerung rettete. Wie bitter!

Diese startete mit einem Paukenschlag! Denn Biankadi konnte den in die Lücke gestarteten Pascal Breier bedienen, der Mathenia erneut zu einer großen Tat zwang. Zwei Minuten später kam dann der große Auftritt des eingewechselten Jonas Hildebrandt. Freistoß. 20 Meter Torentfernung, zentrale Position. Ein Schuss in den linken Winkel – DRIN! 2:1 für die Kogge! Was für eine Nervenstärke!

Aber auch die Nürnberger gaben sich nicht auf und konnten durch Palacios noch vor Abpfiff der ersten zusätzlichen 15 Minuten ausgleichen. Seinen Schuss aus kurzer Torentfernung konnte Gelios nicht erreichen. Dann wurden die Seiten gewechselt.

Es war nun ein Kraftakt. Nur der kleinste Fehler konnte dieses jetzt schon historische Spiel entscheiden. Letztlich hatte Williams noch die beste Chance des zweiten Abschnitts, es blieb aber beim Unentschieden. Und damit musste eine Entscheidung vom Elfmeterpunkt her.

Nach 120 Minuten voller Einsatz, Kampf und Leidenschaft begann unsere Mannschaft durch Pepic zwar mit einem Treffer vom Punkt, doch da Hildebrandt und Bülow vergaben und sich der FCN als enorm treffsicher erwies, musste sich unsere Kogge am Ende ganz unglücklich geschlagen geben. Was für ein bitteres Ergebnis, denn nach diesem Spielverlauf hätte sich unser Team den Sieg absolut verdient gehabt!

F.C. Hansa Rostock – 1. FC Nürnberg 2:4 n.E. (2:2, 1:1, 1:0)

Tore: 1:0 Breier (35.), 1:1 Zrelak (90.), 2:1 Hildebrandt (95.), 2:2 Palacios (103.)

Elfmeterschießen: Pepic (X), Behrens (X), Hildebrandt (/), Margreitter (X), Bülow (/), Mühl (X), Williams (X), Leibold (X)

F.C. Hansa Rostock: Gelios – Wannenwetsch, Hüsing, Riedel, Rieble – Hilßner (76. Donkor), Bülow, Pepic, Biankadi – Breier (104. Williams), Königs (67. Hildebrandt)

1. FC Nürnberg: Mathenia – Bauer, Margreitter, Ewerton, Leibold – Kubo, Behrens, Pereira, Rhein, Kerk (65. Palacios) – Knöll (79. Zrelak)

1. FC Nürnberg zwischen Genie und Wahnsinn

Zweite Runde – erstes Los. Nachdem sich alle Hansafans bei der Ziehung der ersten Hauptrunde bis kurz vor Schluss gedulden mussten, stand der Gegner unserer Kogge diesmal bereits unmittelbar nach Beginn fest. Mit dem 1. FC Nürnberg bescherte Losfee Gina Lückenkemper dem FCH erneut einen Traditionsverein aus der Bundesliga, gegen den unsere Mannschaft vor heimischem Publikum nun die nächste Sensation anpeilt.

Vier lange Zweitligajahre liegen hinter dem Club, der am Ende der vergangenen Saison endlich wieder Grund zum Jubeln hatte. Nach einer tollen Saison gelang der erneute Aufstieg in die 1. Liga, wenngleich die Meisterschaft am letzten Spieltag durch eine 2:3-Niederlage gegen Fortuna Düsseldorf noch verspielt wurde. Im Fußball-Oberhaus hat das Team von Trainer Michael Köllner mittlerweile neun turbulente Partien hinter sich gebracht, bei denen die Franken teilweise zwischen Genie und Wahnsinn schwankten. Glückten gegen Hannover 96 und Mitaufsteiger Düsseldorf noch überzeugende Siege, kam der FCN zuletzt bei Borussia Dortmund und RB Leipzig gehörig unter die Räder und sammelte bislang die meisten Gegentore der Liga. Trotzdem stellt sich Köllner entschlossen vor seine Mannschaft: "Wir sind nicht mit null Punkten Letzter und haben schon das ein oder andere richtig gemacht in dieser Saison."

In die zweite Pokalrunde zog der 1. FC Nürnberg durch einen umkämpften 2:1-Auswärtssieg bei Fünftligist SV Linx ein. Dieser wehrte sich tapfer, glich den frühen Rückstand per Elfmeter aus und stellte den bayerischen Traditionsverein über weite Strecken vor echte Probleme. Zwei Minuten vor dem Schlusspfiff erlöste Torjäger Mikael Ishak dann die Anhänger des Clubs und bewies damit erneut, wie unverzichtbar er für die Franken ist. Schon im Aufstiegsjahr hatte er mit 12 Toren und acht Vorlagen maßgeblich zum Erfolg beigetragen. Neben ihm konnte der FCN viele weitere Stammspieler der vergangenen Spielzeit halten und verpflichtete mit Yuya Kubo, Virgil Misidjan und Nachwuchstalent Törles Knöll zusätzlich einige vielversprechende Akteure.

Dass sich der F.C. Hansa trotz des Klassenunterschieds Hoffnungen auf ein Weiterkommen machen darf, belegt neben der aktuell guten Form auch ein Blick auf die Statistik. Beide Vereine standen sich insgesamt 17-mal gegenüber und haben mit jeweils sechs Siegen eine ausgeglichene Bilanz. Das einzige Aufeinandertreffen im DFB-Pokal entschied der Bundesligist 1995 mit 2:1 knapp für sich. Dabei hatte Steffen Baumgart unsere Kogge kurz vor der Pause in Front gebracht, ehe Čovic und Knäbel mit ihren Treffern noch für die Wende sorgten.

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