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Heinz Krügel
Krügel: Heinz brachte Empor auf Kurs
 
Der SC Empor und das Jahr 1957. Am 1. Januar kam ein gewisser Heinz Krügel an die Küste. Am Ende des Jahres waren die Rostocker Zweiter in der DDR-Liga, in den beiden Folgejahren wurden sie Pokalfinalist (1957), Meisterschafts-Siebter (1958) und Vierter (1959). Hinter diesen Leistungen steckte die Handschrift des Sachsen. Ja, auch Krügel war Sachse. Am 24.4.1921 erblickte er in Ober-Planitz das Licht der Welt.
Heinz KrügelKrügel spielte von 1926 bis 1948 für die SG Planitz und wurde mit diesem Team 1948 Ostzonenmeister, ehe er bis 1951 zu Vorwärts Crimmitschau wechselte und danach Landestrainer in Sachsen wurde. Für Empor „übte“ Krügel erst bei der KVP Vorwärts Leipzig ((1951 bis 1953), dann zwei Jahre bei Einheit Ost/SC Rotation Leipzig.

In seinem Buch „Der Meistermacher“ wird dort der erste Arbeitstag so skizziert: „Kurt Zapf kann sich noch gut an die erste Mannschaftssitzung erinnern. Mit voller Überzeugung sagte Krügel, ‚Wir steigen sofort wieder auf.’ Das hat uns überzeugt. Der Trainer machte nicht viele Worte. Bei Krügel gab es nie stundenlange Sitzungen, es gab in der Spielvorbereitung klare, kurze taktische Anweisungen, die zumeist auf einem Bierdeckel Platz fanden. Er verlangte sehr viel von uns. Aber er war auch für jeden Spaß zu haben.“

So packte Krügel den Aufstieg, so kam Empor zum zweiten Mal in ein FDGB-Pokal-Finale. Zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit scheiterte Rostock aber auch, erst an Wismut Karl-Marx-Stadt, dann an Lok Leipzig. Augerechnet Leipzig, dort, wo er wohnte, dort, wo Tochter Brigitte und seine Else lebten. Oft sah Heinz Krügel seine Familie nur alle zwei Wochen, saß stundenlang in der Bahn zwischen Ostsee und Messestadt.

Heinz KrügelIn jenen Rostocker Zeiten gab Krügel übrigens auch das Rauchen und Trinken auf. Ein kräftiger Disput nach einem schlechten Spiel seiner Truppe hatte dazu geführt. Krügel wollte als Pädagoge Vorbild sein. „Trainer, sie trinken doch auch“, fauchten ihn die Kicker an. Er antworte, „Ab jetzt nicht mehr. Und: Ich sitze auf der Bank, ihr müsst im Spiel 15 Kilometer laufen…“ Für den DFV der DDR war Heinz Krügel auch schnell ein idealer Nationaltrainer. Er ging nach langen Überlegungen von 1959 bis 1961 nach Berlin und empfahl seinen Mannschaftskameraden Walter Fritzsch an der Küste als Nachfolger! Beide hatten zusammen schon in der Jugend in Planitz gekickt.

Heinz KrügelFür Heinz Krügel aber ging der Siegeszug nach einer Stippvisite in Halle (1961 bis 1966) erst richtig los. Mit dem 1. FC Magdeburg wurde er 1974 praktisch mit einer Bezirksauswahl als einziger DDR-Klub Europapokalsieger, schlug in Rotterdam den AC Mailand im Cup der Cupsieger 2:0. Insgesamt wurde er außerdem dreimal Meister und zweimal Pokalsieger. Seine Bilanz als Trainer: 8 Länderspiele, 457 Oberliga-Spiele, 86 Liga-Begegnungen, 75 Pokalspiele, 24 EC-Treffen, 320 Siege, 144 Remis und 186 Niederlagen.

Auf dem Höhepunkt seiner Karriere wurde Krügel 1976 vom DFV aus fadenscheinigen politischen Gründen auf Lebenszeit mit einem Berufsverbot belegt. Erst nach der Wende wurde er rehabilitiert und vom DFB sogar für sein Lebenswerk geehrt. Dazu passt sein legendärer Spruch: „Über Nizza lacht die Sonne, über uns die ganze Welt:“


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