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Das Internat des F.C. Hansa - beste Bedingungen für die Talente
Als 1998 das Internat des F.C. Hansa Rostock seiner Bestimmung übergeben wurde, war Internatsleiter Gerd Ehlers als Mann der ersten Stunde schon dabei. Seither standen die Namen von mehr als 120 jungen Fußballern in den Büchern des einstigen DDR-Oberligafußballers, die in den vergangenen 14 Jahren das Internat durchlaufen haben - Namen wie Marcel Schied, Tim Sebastian, Edisson Jordanov, Johannes Brinkies oder Nils Quaschner. Bis zum Beginn des Sommers 2012 leitete der Vater des ehemaligen Bundesligaspielers Uwe Ehlers das Internat der Nachwuchsakademie des Vereins, das einst für viele Bundesliga-Internate in Deutschland zum Vorbild wurde und heute die Heimstätte von maximal 26 jungen Kickern zwischen 14 und 18 Jahren ist.
Ronny Susa beerbte Gerd Ehlers als Internatsleiter
Einer, der als Jugendlicher mal unter Gerd Ehlers beim F.C. Hansa trainiert hat, ist seit dem 1. Juli 2012 dessen Nachfolger. Ronny Susa (32) ist mit Freundin Nathalie, einer Handballspielerin, und Labrador Lea, als neuer Internatsleiter des FCH in das Haus am Trotzenburger Weg eingezogen. Ronny Susa, der für Lok Doberan, Hansa, den Doberaner SV, den Doberaner FC und den SV Pastow kickte, ist nun also zurück beim F.C. Hansa.
Der einstige Abiturient, Vermessungstechniker und Lehramtstudent für Sport- und Sozialwissenschaften sowie Mathe, verkörpert allein durch sein Alter eine neue Erzieher-Generation und kann seine Erfahrungen als Sportler und Trainer einbringen. Er hat Mannschaften von den E- bis zu den B-Junioren trainiert und war schon mit 19 Jahren Spielertrainer bzw. Nachwuchskoordinator in Bad Doberan. Er organisierte Sommercamps, bereitete Erlebnistage vor und kickt heute noch aus Lust am Spiel und der Bewegung selbst noch in Pastow.
Susa: „Dieser Spaß kostet viel Schweiß“
Jetzt steht er 23 jungen Fußballern vor, 13 von ihnen sind in diesem Sommer 2012 neu ins Internat eingezogen. Sein persönlicher Anspruch: „Ich will, dass die Jungs geradlinig durchs Leben gehen, lernen und Spaß haben, gute Kicker und junge Persönlichkeiten werden. Wer die Ausbildung kennt, der weiß, dieser Spaß kostet viel Schweiß. Ich will versuchen, ihnen den Alltag so leicht wie möglich zu machen.“ Er ist auch eine Art Eltern-Ersatz für die jungen Fußballer, hört sich deren Probleme an, sucht Vertrauen und nach Lösungen. Mit dem langjährigen Sozialpädagogen Thomas Engels spielt er im Verein „Doppelpass“. Ein Job, der das Duo vom Morgen bis zum Abend in Schwung hält.
Thomas Engels ist vom Frühstück bis zum Abendbrot an der Seite der Talente  Thomas Engels (48) ist der zweite wichtige Mann in der Nachwuchs-Akademie, der den Jungs im Prinzip Tag und Nacht zur Seite steht. Seinen Entwicklungsweg skizziert er so: „Ich habe mit sechs Jahren bei Hansa angefangen, bis zum 17. Lebensjahr hier gespielt. Ich kenne die Nachwuchsabteilung aus eigenem Erleben, die Abläufe, das Tagesgeschäft. Ich habe eigentlich immer für den Fußball gelebt, war Mittelfeldspieler in der DDR-Liga bei der TSG Bau Rostock und bei Schifffahrt-Hafen. Ich habe danach die Jugendmannschaften in Papendorf und Warnemünde betreut, war vier Jahre Trainer der 1. Männer-Mannschaft des SV Pastow. 2005 kam ich dann wieder zum F.C. Hansa, wo ich Gerald Dorbritz in der A-Jugend unterstützte.“
Thomas - inzwischen leidenschaftlicher Marathon-Läufer und Ü42-Kicker in Elmenhorst bzw. im Traditionsteam des FCH - ist schon seit 2006 hauptberuflich als Sozialpädagoge beim F.C. Hansa und kümmert sich seither intensiv um die Nachwuchsspieler. Dass Engels oft einen 12-Stunden-Tag hat, stört den gebürtigen Rostocker nicht: „In der Woche bin ich morgens schon ab 5.00 Uhr im Internat und bereite die Presseschau vor. Ab 6.00 Uhr ist Frühstück. Danach gehen die Jungs zum Unterricht oder absolvieren die ersten Trainingseinheiten. Zwischen Schule und Sport bin ich immer für meine Jungs da, denn ich übernehme im Prinzip ja auch viele Aufgaben, um die sich zu Hause die Eltern kümmern würden. Mein Arbeitstag endet selten vor 20.00 Uhr. Meine Tür steht den Jungs aber immer offen. Bei Problemen können Sie mich Tag und Nacht erreichen. Ich lebe praktisch für diesen Beruf.“
Hansa-Bubis werden fit fürs Leben gemacht
Thomas Engels ist als Sozialpädagoge wiederum auch der Verbindungsmann zu Juri Schlünz, dem Leiter der Nachwuchsakademie, zu den Trainern der Nachwuchsmannschaften, zu den Fach- und Klassenlehrern der CJD Christophorusschule bzw. der Regionalen Schule Heinrich Schütz sowie zu den Ausbildungsbetrieben. Das Leben im Internat hat durch zahlreiche von Thomas Engels unter dem Motto „Fit fürs Leben“ initiierte Aktivitäten viele Facetten. Das reicht vom gemeinsamen Kochen mit den Hansa-Profis über die Ernährungsberatung, die Berufsfrühorientierung bis hin zu Tipps zur medizinischen Fußpflege. Besuche in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen standen und stehen im Laufe eines Fußballjahres ebenso schon auf dem Programm wie ein Medien-Training und ein Etiketteseminar. Dazu kommen sportliche Freizeitaktivitäten.
Plätze im Internat sind knapp und sehr begehrt
Kein Wunder also, dass Plätze im Hansa-Internat sehr begehrt sind. „Es hat sich herumgesprochen, dass wir hier einen hohen Standard haben. Selbst Spieler, die hier zum Probetraining waren, sich sportlich aber nicht durchsetzen konnten, schwärmen von den guten Bedingungen und empfehlen das Internat weiter“, weiß Thomas Engels. Sportliche Erfolge wie der Meistertitel 2010 und die Pokalfinalteilnahme 2011 der A-Junioren tun ein Übriges, um die Attraktivität noch zu steigern.
Diese soziale Begleitung der Hansa-Talente wird auch vom Deutschen Fußball-Bund und der Deutschen Fußball Liga als beispielhaft angesehen und hat so Eingang gefunden in das Qualitätshandbuch von DFB und DFL. „Das sozialpädagogische Konzept des F.C. Hansa Rostock umfasst ein vielseitiges Paket an sozialen und pädagogischen Aktivitäten, das Talenten dabei helfen soll, komplexe Lebensanforderungen zu meistern, Lebenschancen zu ergreifen und damit als ‚stabile junge Persönlichkeiten in einem stabilen sozialen und schulisch-beruflichen Lebensumfeld’ die leistungssportliche Karriere konzentriert voranzutreiben“, heißt es in dem Informationsmaterial für die Leistungszentren.
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